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                                               2. Januar 1938.

Vorschlag eines Entwässerungsstollens für den Bergbau Röhrerbühel

Für den Aufschluss des Röhrerbühels schlage ich Ihnen zur Regelung der Wasserfrage und Kraftversorgung folgende Lösung vor:

Die ganze Oberfläche beim alten Bergbau ist auf größere Erstreckung hin durch die unendlich vielen alten Baue und Halden derart durchlöchert, dass für einen guten Wasserabfluss, der vom Tag eindringenden und aus dem Tiefbau gehobenen Wassers Sorge getragen werden muss.

Dies geht am einfachsten durch einen auf der Talsohle bei Oberndorf angesetzten Stollen, der mit ca. 2 km Länge unter der Reitherache steht.

Dieser Stollen bringt an Teufe ein: Beim Danielschacht ca. 12 m, beim Geistschacht ca. 20, beim Fundschacht ca. 32, Gsöllenbau 45, Ruedlwalderschacht 45, Reinankenschacht ca. 32, Reitherache beim Reinankenschacht ca. 25, bei der Abzweigung des Weges zu den Fuggerschächten ca. 40 m, beim Fuggerschacht ca. 100 m und beim zweiten Fuggerschacht ca. 140 m.

Zunächst entwässert der Stollen das ganze Bergbaugebiet sehr gründlich, alle abzuleitenden Wasser kann man dem Stollen zuleiten, auch beim späteren Betrieb die Flotationsabgänge.

Die Reitherache soll 1000 Sek. Liter Wasser führen, ich nehme an im Winter, bei dem großen Einzugsgebiet dürfte dies zutreffen. Zur Ausnützung des Wassers ließe sich im Stollen eine elektrische Zentrale ausbauen, die bei 40 m Höhe, ca. 400 PS erzeugen kann, im Sommer mehr. Die Gefällsverhältnisse der Reitherache habe ich mir daraufhin noch nicht angesehen, doch dürfte sich durch einen Oberwasserkanal das Gefälle noch steigern lassen.

Mit diesen 400 Winterpferdekräften könnte der Kraftbedarf des Bergbaues zum guten Teil gedeckt werden.
Auf jeden Fall wäre eine Untersuchung dieser Stollenanlage mit elektrischer Zentrale empfehlenswert.

Verfasser unbekannt.

Abschrift Dez. 2009           Ing. Gerd Kohler/Oberndorf i. T.
Hinweis: In den 1930er Jahren wurden Pläne über Wiederaufnahme des Bergbaues gewälzt, nach dem Anschluss 1938 an das Deutsche Reich jedoch fallen gelassen.

© Digitale Version Dez. 2009 Ing. Gerd Kohler / Oberndorf in Tirol