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Bleiglanz in Tirol
= (Galenit).

(Schwefelblei oder Bleisulfid; zu den einfachen Sulfiden gehörig).
Kr. regulär.
H.: 2,5.
G.: 7,3—7,6
Chem. Zus.: Pb 87, Blei, S 17, Schwefel, doch fast immer mit Spuren von Silber (0,01 – 0,5, selten darüber)

Spaltb. hexag. sehr vollk.; mild; bleigrau; selten bunt angelaufen. Strich schwarzgrau. Stark metallisch glänzend. — Findet sich am häufigsten derb, körnig bis dicht („Bleischweif“); bisweilen gestrickt, nierenförmig, zerfressen, angeflogen, spiegelig („Bleispiegel"), striemig schalig. — Vor dem Lötrohr auf Kohle verknisternd und nach Verflüchtigung des Schwefels schmelzend. In erwärmter Salzsäure langsam, in konzentrierter Salpetersäure leicht löslich. — (Meist mit Blende und Kupferkies, auch Baryt und Flussspat gangbildend).

Bei den äußerst zahlreichen Fundorten dieses in Tirol besonders verbreiteten Minerals können wir uns hier nicht auf Einzelheiten in Bezug auf die Ergiebigkeit der einzelnen Schurfbaue und dgl. einlassen; wir beschränken uns vielmehr auf das rein mineralogisch Interessante. Die Mehrzahl der hier aufgeführten Vorkommen sind ja auch nur alte Versuchsschürfe, die einerseits wegen geringer Erträglichkeit, andererseits wegen Terrainschwierigkeiten aufgelassen wurden.

Fundorte und Vorkommen:

Kitzbühel: Laut A. Schmidt wurde früher im Pletzachtal im Rohrergute (1 Stunde südwestl. von Pillersee) Bleibergbau getrieben; nach v. Isser fand man (nebensächlich) Bleiglanz in den alten Gruben „Schweinöst" (am östlichen-) und am Bruggerberg (am westlichen Gehänge); ebenso
auf der Drahtalpe und in der Salisgrube derselben Gegend;
im Kaisertal beobachtete man ihn spurenhaft im Wettersteinkalk der Hochalpe.

Wildschönau: westl. von Oberau im Schiefer und nördl. davon im Dolomit mit Fahlerz.

Ebenfalls nur nebensächlich und derb erscheint Bleiglanz in den (Fahlerz-) Gruben von:

Schwaz, Jenbach, Brixlegg und Rattenberg im Unterinntal;
und zwar:

nach v. Isser in den zahlreichen, alten z. T. noch bestehenden Bergbauen (von Schwaz): Falkenstein und Ringenwechsel, Zapfenschuh, (Hl. Kreuz) und Altzeche (Bertazeche), Breitlaub und Bruderwald u. a.; sodann in den alten Gruben v. Rattenberg und Brixlegg am linken Ufer des Maukenbaches: Mauknerötz, Mauken, Sommerau, „Kaspar am Bürgl", Matzenköpfl, Mühlweg u. v. a.

Achensee-Gebiet: Im Tristenautal wurden (laut Zeitungsbericht) am Westgehänge neue Versuchsschürfe auf Bleiglanz und Galmei eröffnet.

Innsbruck-Hall: Im Hinterautal (am Roßlochkar) alte Gruben auf Bleiglanz und Zink;

im Lavatschertal in der „Reps" (Tausch- und Eisenkollergrube am Südabhange der Repsspitze), am Ausgang des Gschnierbaches und an der Heinrichsgrube am Überschall existierten einst bedeutende, jetzt verlassene Blei-  und Zinkgruben im Wettersteinkalk;

ebensolche im Gleirschtal am West- und Südabhang des Katzenkopfes und des hohen Gleirsch, auf der Christenalpe u. a. — Im Gleirschtal fand v. Isser auch stengligen Bleiglanz.

v. Senger führt „Bleischweif" von Thaur (ober Hall) an: Versuchsbaue im Thaurer-Graben bei der Schlossruine (Thaurer Schlossberg), in der Klamm u. a. Der Bleiglanz soll hier nach v. Isser auch kristallisiert vorgekommen sein.

Als Kuriosität mag der vom Haller-Salzberg stammende Fund eines grobstengeligen Karstenit's (im Steinsalz) angeführt sein, in welchem sich ein 6 cm großer, z. T. vom Hexaederflächen begrenzter Putzen grobkörnigen Bleiglanzes eingewachsen vorfand. Foullon fand darin keine Spur von Arsen oder Antimon, was sonst auf Binnit (s. d.) oder Antimonit (s. d.) passen würde.

Liebener nennt auch Hötting (bei Innsbruck) als Fundort für Bleiglanz (?)

Im Vompertal (nordöstlich ober Hall, im Knappenwald, wurden (nach v. Isser) die Bleigruben „am silbernen Hansl" im Jahre 1634 durch einen Bachausbruch ersäuft.

Derselbe Beobachter erwähnt (als nebensächliches Bleiglanz-Vorkommen) auch die alten Sideritgruben im Volder- und Weerertal.

Alte, aufgelassene Blei- und Zinkgruben existieren ferner zwischen:

Zirl und Scharnitz: so unweit der Zirler-Mähder am nördl. Abhang des Höchenberges;
in der Zirler-Klamm hinter dem Schloss Fragenstein, (hier mit Spuren von Realgar);
bei Scharnitz (unweit der Porta Claudia) am Westgehänge (Arnkopf, siehe unten) und östlich (am Brunnenstein).

Zwischen Scharnitz-Leutasch: unbedeutende Blei- und Zinkbaue im Kotbachgraben auf der Faldneralpe und südlich in den Karen.

Telfs: An der Straßbergerklamm: die alten (Bleiglanz-) und Zink-Gruben „Ematberg".

 

Die bekanntesten Bergbaue im Oberinntal sind jene von:

Nassereit und Biberwier: woselbst der Bleiglanz zwar zumeist derb, aber bisweilen in merkwürdiger Gestaltungsweise auftritt. — Östlich von Nassereit am Wanneck: die „Sigismundzeche" nahe am See, ferner die „Mathiaszeche"; darüber der Bau am „Geyerkopf";

weiter die Gruben „Blasiental“, „Laurenzi- und Jesefizeche“;

am südlichen Gebirgsfuße oberhalb Roßbach die vielgenannte Grube „Feigenstein", woselbst nach v. Senger und Liebener der Bleiglanz bisweilen röhrenfönnig-stenglig („Röhrenbleierz"), d. h. nach einer Richtung so durchlocht vorkommt, „dass man Stecknadeln hindurchstecken kann"; er findet sich hier zumeist begleitet von Galmei, auch nicht selten von z. T. schön kristallisiertes Weißbleierz, derbem Schwarz- und (seltenem) Gelbbleierz, welches letztere als rindenartiger Überzug auf „Bleischweif'' erscheint;

am westlichen Abhang des Wanneck: die „Eduardzeche" am „Haverstock"; darüber die Grube „Hohe Warte", (woselbst auch Fahlerz mit aus diesem entstandenen Malachit); weiter östlich die Gruben „Marienberg" und „Gamswannele".

Westlich von Nassereit im Gaflein- und Tegestal (am Brunnwald- bez. Älples Kopf) finden sich die nicht minder bekannten Bleiglanz- und Galmeigruben „Dirschentrit", (am östlichen Abhang, mit neu aufgenommenen Versuchsschürfen) (Die Grube Dirschentrit (oder auch „Dirstentritt") stand schon im 12. Jahrhundert in Belegung. Seit kurzem hat hier eine deutsche Gesellschaft recht befriedigende Neuaufschlüsse nach der Tiefe bewerkstelligt, und man ist eben im Begriffe, eine ca. 2,5 Kilometer lange Drahtseilförderbahn von der Grube bis zum Eingang in das Gafleintal zwecks billiger Abförderuug des erzhaltigen Materiales zur daselbst errichteten auf elektrischem Betrieb eingerichteten Aufbereitungswerkstätte zu erbauen. In der Grube sind bereits bei 50.000 Kubikmeter erzhaltige Lagermasse (= 125.000 Tonnen Roherze) erschlossen, wornach man dem Unternehmen ein gedeihliche Entwickelung prognostizieren kann. (s. Bote für Tirol u. V. Nr. 164, 1911)), ,,Reißenschuh", (am westlichen Abhang), ,,Brunnwald'" und „Gafleinereck". — (Die meisten dieser Gruben stellen derzeit nicht mehr in Betrieb).

Der Bleiglanz bildet bei Nassereit gangartige Nester und Putzen im dolomitischen Kalk (Wettersteinkalk) und findet sich begleitet von Blende und Galmei, Calcit und Fluorit. Über den Bergbau auf den Silberleiten und am Feigenstein s. (62, 1881, 89 u. 1887, 187) u. a.

Der im 16. Jahrhundert entdeckte, noch in Betrieb stehende Blei- und Zinkbergbau „Silberleiten" befindet sich am „Wampeten Schroffen" und am „Schachtkopf" (zwischen Nassereit und Biberwier) in demselben Wettersteinkalkzuge (mit 4 nordwestlich streichenden Haupterzblättern, 15° bis 45° südwestlich fallend,) und denselben Begleitmineralen, welche als Spaltausfüllung in einem stark brecciösen Kalk auftreten.

Auch am Seebensee (unweit Biberwier) und besonders am Negelseekar (am Abhang gegen das Gaistal) gibt es z. T. wieder in Betrieb gesetzte Bleiglanz- und Zinkgruben. — Alte Versuchsschürfe am „Bleispitz" an der Riegeltalalpe (zwischen Biberwier und Heiterwaug).

Imst: am Tschirgant: ehemaliger berühmter Bergbau auf silberhältigen Bleiglanz, Weißbleierz, Blende und etwas Fahlerz im südwestlichen ,,Silbertal" genannten Teile, mit den Gruben: „Silberstuben, Regina-, Königs- und Frauengrube" im Wettersteinkalk; sodann am „Lagerberg; nördlich von der Larsenalpe mit den alten im Jahr 1855 aufgelassenen Bleiglanz- und Zinkgruben.

Nach v. Senger und Liebener erscheint hier (am Tschirgant) der Bleiglanz auch stenglig und mit fasriger Blende (Wurtzit?) ganz umwachsen, zuweilen sogar förmlich „gestrickt".

 

Ried, Tösens, Pfunds: (Am „Glockhaus“, auf der Tösenseralpe unterhalb der Taufererspitze): alte, wieder aufgenommene Bleiglanz- und Kupfergruben, in denen Bleiglanz und Kupferkies zu den sog. „Krötenerzen" sich verbinden; im Glimmerschiefer. Bei Pfunds (im Tscheytal am Schafkopf): verlassene Gruben auf Bleiglanz und Fahlerz; im Gneiß-Glimmerschiefer.

Dahin gehören wohl auch die (damit vielleicht identischen ?) alten Gruben im Kaunser- bez. Fisladertal am östlichen Abhang des Taufererspitzes. — v. Isser nennt für Bleiglanz den Fundort „Tobadill" bei Landeck.

 

Nauders: am Pitzlat auf der Mutzalpe alte Bleiglanz-Grube mit Kupferkies und Fahlerz.

 

Arlberg-Gebiet: Flirsch: Oberhalb „Gant", im oberen Teile des Steißbachgrabens: alte Gruben auf Bleiglanz.

 

Lechtal: im Almejurtal am Edelspitz alte Gruben auf Bleiglanz und Zink; ein alter verlassener Bau, auch im Lend-(Alpschoner-)tal, desgleichen im Namlosertal auf der Imster-Ochsenalpe (Hier der Zinkbergbau „Needer"); imRotlechtal (am Loreakopf) (Im rechtseitigen „Hinterbergertal“ unweit der hinteren Tarrenten Alpenhütte befindet sich der im Jahr 1770 aufgelassene Zinkbergbau „St. Veit" mit Bleiglanz, Galmei und Zinkblende.); zwischen Lech-Zürs (auf der Pacielalpe am nördlichen Fuße der Rogspitze), und endlich zwischen Lech-Formarinsee (an der Gstüttalpe), woselbst im 18. Jahrhundert seitens des Ärars Bergbauversuche auf Zink und Bleiglanz gemacht wurden.

 

Außerdem findet sich oder fand sich Bleiglanz in zahlreichen alten Grubenbauen im mittleren Landesteil:

Silltal: Nach einem alten Bericht am Patscherkofel in geringen Mengen nebst Spuren von Antimonit.

 

Stubaital: Nach Blaas u.a. alte Gruben im Mühltal; dann unweit Medratz (am Zeibach, mit Eisen); im Unterbergtal-(Langental) an vielen Stellen (z. T. mit „goldführenden" Kiesen am Peiljoch) im ganzen Zuge vom Glücksgrat bis zum Simmingjöchl.

 

Obernbergtal: In der (½ Stunde ober dem Dorfe gleichen Namens am Kühberg liegenden) ,,Wildgrube", woselbst einst reger Bergbau auf Bleiglanz und Fahlerz bestanden hat. — Zur Begleitung fanden sich prächtig violette, schön kombinierte Fluorit-Kristalle, derbe gelbe Blende. Baryt und Quarz. — Das Terrain wurde vor kurzem wieder mit Freischurfsrechten belegt, und man plant die Anlage eines Unterbaustollens, welcher bei 300 m Länge die alten Baue um ca. 70 m unterfahren wird.

 

Pflersch-Gossensass: In den uralten, vielleicht ältesten Bleiglanz-Gruben des Landes, die zu Ende des 18. Jahrhunderts wieder aufgelassen wurden:

Am Eingang ins Pflerschtal an der Nordseite zwischen „Schlag und Ast" (im Glimmerschiefer-Kontakt); unter der „Schleyerwand" am sog. ,,Reißenschuh"; südlich davon am „Kochbühel" und „Stockholz"; ferner in den ehemaligen kleinen Schurfbauen in Innerpflersch (im „Scheingraben" und an der „Selmwand").

,,Bleischweif“ wurde in den Gruben „Gattern" und am „Gigglberg" bei Gossensaß gefunden; sonst kam hier der Bleiglanz nach v. Senger ausgezeichnet feinkörnig, aber auch nicht selten in großen Würfelkristallen vor.

 

Zillertal: In den alten Bleiglanz-Gruben im Phyllit des ,,Leimpaßbühel" im Gerlostal.
Stilluptal: nach A. E. Schmidt findet sich am nordwestlichen Abhang der Ahornspitze ein Bleiglanz-Gang.

 

Prettau: Nach v. Isser in den aufgelassenen Gruben im Windtal (Grube „Heiliggeist").

 

Hohe Tauern:

Pregratten: Am Mullwitzaderl nächst der Deferegger-Hütte (100 m südwestlich) gibt es nach authentischen Angaben und Belegstücken eine meterbreite Ader von Blende mit Bleiglanz. Dieser Letztere enthält laut Probeschein von der k. k. Gen. Probieranstalt in Wien (1889 Nr. 50) in 100 Kilogramm Erz 177 Gramm göldisch Silber.

Von der Froßnitzeralpe dortselbst erhielt ich ganz jüngst einen auf dem Muttergestein der großen Bornit-Kristalle sitzenden, wohlausgebildeten Bleiglanz   oo O oo. 0 Kr.

Andere, z. T. aggregatorisch ineinander verwachsene, über cm große Kristalisationen fand mein Sohn hier nebst Bitterspat und Quarz, gangausfüllend.
Im Gebiete der Salzburger Hohen Tauern findet sich Bleiglanz:
im Untersulzbachtal: (blättrig mit Kupferkies und Quarz u. a. O.;
Nach Weinschenk im Habach- und Hollersbachtal, (letzteren Ortes auf der Axelalpe in schönen, aufgewachsenen Kristallen ooOoo. 0 nebst gelber Blende, Fluorit u. a.)

 

Lienz: In zahlreichen alten Gruben der Umgebung als (untergeordnetes) Begleiterz, so am Lienzer-Berg (Holzbach); nach v. Isser bei Nikolsdorf und Nörsach, u. a. O.

 

Sextental: Am westlichen Gehänge an der Straße nach Auronzo, stellenweise im Muschelkalk.

 

Pragsertal: (unweit Toblach) im  „Knappenfußtal": einstige Versuchsschürfe auf Bleiglanz und Zink.


Passeier: Am Schneeberg: Bergbau auf silberhaltigen, kleinkörnigen Bleiglanz, mit Zinkblende, Magnet-, Eisen- und Kupferkies, Fahlerz, Brauneisenstein, Magnetit, Siderit u. a. Von Silikaten finden sich hier: zartfaseriger Anthophyllit, Granat, Asbest (Bergholz z. T.), Quarz, Schneebergit u. a.; von Carbonaten: Calcit, Magnesit (Breunnerit) u. a.; von Sulfaten: Spuren von Anhydrit und Gips. — Die Erze erscheinen auf zwei Hauptgängen (Hangend- und Liegendgang), auch nester- und linsenförmig im Glimmer mit Quarz. Die vielfach von Querverwerfungen durchsetzten Erzgänge sind Ausfüllungen jüngerer Spalten.
Der Bergbau gehört zu den ältesten im Lande, und wird derzeit hauptsächlich auf Bleiglanz und Blende betrieben; seine Blüte fällt ins 15. Jahrhundert worauf derselbe völlig einging, um erst im Jahr 1871 vom k. k. Ärar wieder aufgenommen zu werden.
Alte (verlassene) Bleiglanz-Gruben finden sich ferner:
(nach P. Hafner) unweit der Matatzspitze (= Ulfas); nach anderen
auf der Seeberalpe (am nordwestlichen Abhang des Königskogl);
(nach d. Ferdin. Zeitschrift) ober St. Leonhard an der Hochwart: (Glaiten und Waltenbach) am Jaufen.

Alte (verlassene) Bleiglanz-Gruben ferner im:

Vinschgau: bei Glurns: am Planailberg (mit Blende);
im Trafoital: unterhalb der Stilfseralpe am Tramentanbach, (mit Blende);
bei Laas und Schlanders. Nach einem alten Manuskript ist der Bleiglanz in dieser Gegend sehr reichlich vorgekommen und bergmännisch ausgebeutet worden; „es findet sich ein Erlass an den gewesenen dortigen Gewerken Steyrer vom 21. Juni 1511, in welchem ihm aufgetragen wird, die bei der Grube St. Gallen am Sonnenberg besagten Gerichts eigenmächtig abgebrochene Bergstube, weil solche als Denkmäler für die Nachwelt erhalten werden sollen, wieder errichten zu lassen";.....„am Pfinstag (Donnerstag) nach St. Valentin 1481 wurde verordnet, dass alles in Vinschgau erzeugte Silber und Blei in die Münze nach Meran zur Einlösung geliefert werden soll"; . . „am Freitag nach „1000 Märtyrer“ wurde für Vinschgau eine eigene Bergordnung herausgegeben und die Aufsicht über dortmalige Werke dem Bergrichter zu Gossensaß übertragen". (Nach einer alten Statistik von Tirol vom Jahr 1807).

Bei Latsch, am Gehänge über Goldrain im Vezzanergraben (beim Hofe Lagar und im Annagraben bei Vorberg) befinden sichdie alten Gruben (auf Bleiglanz und Zink), auf die sich obige Verordnungen hauptsächlich beziehen.

Im Martell- und Laasertal, woselbst in den Marmorführenden Kalkbänken am nordwestlichen Abhang der Laaserspitze am Kontakt des Glimmerschiefers und Marmors stellenweise Bleiglanz und Zinkblende auftreten, wurde seiner Zeit versuchsweise geschürft.

Der vorerwähnten Statistik entnehmen wir, dass „am Erchtag (Dienstag) nach Bartlmä im Jahr 1478 die Bergwerke „Oberannaberg" (ober Goldrain) und in Martell auf 5 Jahre von der Frohn, und am Montag nach Bartlmä 1482 die Gruben am Vollmannsstein nächst Meran auf 5 Jahre vom Wechsel, nicht aber von der Frohn befreit wurden."

Meran: Vom Jahr 1548 wird in einer Urkunde zweier wohlgesegneter Bergwerke gedacht, woraus hervorgeht, dass nicht nur am Vollmannstein, sondern auch am Kunkelberg (Steuer) und bei Forst in der Umgebung von Meran Bergbau getrieben wurde.

Im Naifertal (Alfreider Wald) finden sich auch tatsächlich alte Bleiglanz- und Fahlerz-Gruben.

Fr. Hafner fand in der Nähe angeblich Kännelkohle mit Bleiglanz-Streifen durchsetzt, ferner Anflüge und Überzüge auf rotem Sandstein, was auch von anderen bestätiget wird.

Höher hinauf, am Ursprunge der Naif und Sinnig, am Ifinger, beobachtete ich eine 6 cm große, würfelige Umhüllungs-Psendomorphose von Bleiglanz, deren Inneres von zellig formiertem Schwerspat gefüllt ist; ein jedenfalls seltenes, wohl vereinzeltes Vorkommen (Beleg in unserer Sammlung); daneben grobspätigen Bleiglanz, Blende, Baryt und Fluorit.

Dasselbe Vorkommen soll spurenhaft am nahen Vöraner- und Kreuzjoch (?) beobachtet worden sein.

Nach F. Hafner befinden sich am Jaufen (in der Nähe des Jaufenhauses) alte Bleiglanz- und Kupferkiesgruben. (S. oben Vork.-Nr. 741).

Sarntal: (Pens):. Derzeit in Betrieb befindlicher Bleiglanz- und Zink-Bergbau am Rabenstein bei Aberstückl: Nach Angaben verschiedener Sammler und nach meinen Beobachtungen kamen hier früher (jetzt nur mehr ganz ausnahmsweise) 1 — 4 ½ cm große, gut ausgebildete Bleiglanz-Kristallisationen: ooOoo. 0, aber mit staubig und schwärzlich belegten, z. T. zerfressenen Flächen vor, in Begleitung von brauner, selten honiggelber Blende, ausgezeichnet schönen und großen Flussspat-Kristallisationen, etwas Galmei, grünlichgelbem Wulfenit, Calcit, Quarz, Ankerit u. s. w.

Einzelne große Bleiglanz-Kristallisationen fand ich oberflächlich ganz mit einer rauen, aus winzigen Kriställchen bestehenden und vielfach aufgeborstenen Rinde überzogen, die sich unter der Lupe qualitativ als Wulfenit (Gelbbleierz) erwies. Unter dieser aufklaffenden Hülle erschien der Bleiglanz total in eine blasige aschgraue Masse verändert, die vom ursprünglichen Bleiglanz kaum noch Spuren erkennen ließen. — Winzig kleine Bleiglanz-Kristallisationen beobachtete ich auch als Einschluss in Fluorit-Kristallen.

Der derbe, grob- und feinkörnige Bleiglanz soll hier verhältnismäßig stark silberhaltig sein. Der Bergbau liegt im Phyllit, in welchem der Hauptbruchspalte und den Erzgängen parallele Diabasporfyritgänge einlagern. Er wurde vor nun ca. 30 Jahren vom Engländer Wilberforce neu eröffnet, ungünstiger Verkehrsverhältnisse wegen nach einigen Jahren wieder sistiert, und später von einem Konsortium weiter übernommen, welches neue und hoffnungsvollere Aufschlüsse gemacht hat.

In der weiteren Fortsetzung des Sarn- bez. Pensertales existieren (nahe am Talursprunge unweit Asten) mehrere Schürfe auf dieselben Erze und mit denselben Begleitern; v. Isser nennt uns dafür die Traminalpe, Niedalpe, Seeberg und Kesselberg.

 

Eggertal bei Sterzing: Die laut Zeitungs-Bericht gemeldeten Versuchsschürfe in der nahen Pund1eit, am Nordabhang der Tatschspitze im mittleren Eisacktal stehen mit den obgenannten Gruben in gewissen Zusammenhange. Hier treten im Brixner Granitmassiv mehrere zu einander parallel gelagerte Erzgänge von 1 — 2 m Mächtigkeit auf und werden z. Z. mit einem Unterbaustollen erschlossen, welcher die Erzadern in 500 — 600 m Länge erreicht. Der Stollen liegt etwa in 1600 m Seehöhe. (Ein Blei- und Zinkerzbergbau im Eggertal bei Freienfeld gehört einem Herrn Giacomo Ghedina in Ampezo.)

 

Eisacktal-Gebiet: Klausen. (Pfunderer-Bergbau): blättrige bis körnige Massen als Ausfüllung von Spalträumen, (vorherrschend im Diorit), nebst schwarzer Blende, Kupfer- und Eisenkies. Calcit, Quarz u. a. Die reichsten Bleierze (sog. „Adel") enthalten hier 0.457 % Silber und 77 % Blei. Der Bleiglanz erscheint hier auch (als sog. „Kokardenerz") in knolligen und kugligen Absonderungen, die außen mit einer Rinde von Chlorit umhüllt sind, worauf eine Schale von zartdrusigem Pyrit und endlich ein Kern von Bleiglanz folgt; nach Liebener kann das auch umgekehrt der Fall sein, indem Bleiglanz einen Kern Pyrit umhüllt. Gewöhnlich liegt der Bleiglanz auf faserig-traubigem Chlorit. — Auch Bleischweif kommt vor.

Die Gruben sind in einer Längenerstreckung von ca. 1400 m und in einer Tiefe von ca. 500 m aufgeschlossen. — Der Ursprung reicht in’s 12. Jahrhundert zurück. Der Name „Pfundererberg" soll von einem „Pfunderhofe" in Villanders herrühren, dessen Besitzer zuerst die Erzlager entdeckte. — Im 16. Jahrhundert bauten daselbst die Grafen Fugger. Im 17. Jahrhundert gelangte der Bau in Besitz des Brixener Domherren Math. v. Jenner, der ihn zu neuer Blüte erhob, worauf er im Jahr 1700 mit einem Drittel Anteil an das Ärar überging, das ihn unter sehr wechselnden Erfolgen bis vor kurzem inne hatte. Seit 1910 ist der Bergbau daselbst wieder sistiert.

Zum Pfunderer-Bergbau gehören außerdem mehrere alte (verlassene) Schürfe in der Umgebung: bei Umpaß (= Ums), Kaltwasser (am Nordabhang des Hadererberges gegen den Vildarbach): am Heiderichberge, auf der Samalpe, am Zargenbache;
ferner auf der Villanderer-Alpe, am sog. ,,Toten" (eigentlich zum Sarntal gehörig);
Latzfons, woselbst sich (nach Liebener) Bleiglanz auf Klüften von Lignit findet.
Nach der Ferd. Zeitschrift kommt auch bei Vahrn („Sallern") Bleiglanz vor.

 

Seiseralpe: Bei Pufels durchsetzen dünne Bleiglanz-Adern einen grauen Kalk.

 

Bozen: In der Sarnerschlucht, (1 ½ St. nördlich von Bozen, hart ober dem Schloss Langegg) gibt es drei Versuchs-Stollen, in welchen der frühere Besitzer der Rabensteiner-Gruben auf silberhaltigen Bleiglanz geschürft hat. Ich fand hier denselben in bis faustgroßen, von derbem Fluorit, Kaolin und Hornsteinfels umhüllten Knollen in einem sehr mürben Kaolin-Quarzporphyr. — Höher hinauf, in der steil abfallenden Felsenschlucht (Langegger- oder Hochstätter-Talgraben) befindet sich (nach meinen Beobachtungen) ein nicht unbedeutendes Lager von großspurigem Baryt mit hübschen Flußspat-Kristallisationen und unweit davon an einer schwer zugänglichen Stelle in einem grauen, mit Quarz durchsetzten Kaolinporphyr isoliert in Spalträumen aufsitzende, hyazintrote Zinkblende in Kristallisationen bis zu 5 mm Größe, von denen ich einzelne mit einer Kruste von Bleiglanz in der Weise umhüllt fand, dass die umgebende Hälfte aus Bleiglanz, die Kernmasse aber aus völlig frischer Zinkblende besteht. Beide Erze sind jedoch substanziell ziemlich scharf von einander getrennt, so dass die Umwandlung von Blende in Bleiglanz vielleicht nur eine scheinbare ist. (?) Mit demselben Vorkommen zusammen finden sich auch die fraglichen, unter Argentopyrit, Arsenopyrit und Pyrrhotin mehrfach erörterten Umwandlungsprodukte. — Auf einem lose ausgebildeten Fluoritwürfel von der nächsten Umgebung fand ich als Seltenheit einen nahezu cm großen, fast vollkommen ausgebildeten Bleiglanz-Kristall oo0. Kleine, mm große, aber tadellos ausgebildete, silberglänzende Bleiglanz-Oktaederchen sind in den Quarz-Spalträumen des obenerwähnten Porphyr nicht sehr selten. —

 

Am Virgl, (beim Sägewerk an der Eisack), dann höher am Kohlererberg (nahe der Drahtseilbahn) und noch höher gegen Reinigl zu, gibt es alte Versuchsschürfe auf sehr feinkörnigen, an Flussspat gebundenen Bleiglanz — Auch weiter hinaus, am Porphyrgehänge gegen Kardaun zu, wurde vom früheren Besitzer des Gansner-Hofes in Kardaun auf Bleiglanz geschürft.

 

Eggental: Kardaun. Gelegentlich der Sprengungen für das Elektrizitätswerk und bez. für die neue Wasserleitung beim Florkeller am Eingang ins Eggental, hat man großspätigen Bleiglanz mit Flussspat in armsdicken Gängen getroffen. —
Am nördlichen Abhang des Halsberg's (weiter taleinwärts), wurde in den Jahren 1806 — 1859 auf Bleiglanz gebaut; auch in der Gemeinde Deutschnoven, (im Viertel Laab), wurde vor nun 150 Jahren (in dem zum Weißbamer-Hofe gehörigen Grunde) auf silberhaltigem Bleiglanz geschürft; das unweit davon befindliche Kirchlein St. Helena steht nach der Volkssage auf Silberstufen (!).

Alte, verlassene Bleiglanz-Gruben gibt es außerdem in der weiteren Umgebung von Bozen noch manche andere, z. B. auf der Grimmalpe (Jochgrimm), nach Gredler auf der Höhe ober Auer.

 

Etschtal: bei Kaltern, (auf dem Wege nach Altenburg, [spez. am Bachgraben beim Müller: verkohlte Pflanzenreste mit Bleiglanz und etwas weiter im Stollen Bleiglanz mit derbem Flußspat]); —
weiter am Nonsberg, woselbst (nach einer alten Statistik („Sammler für Geschichte und Statistik von Tirol, Innsbruck 1806, I. B.: (Beiträge der Bergbaue in Tirol) von Geh. Rat J. v. Senger“, Fol. 12.)) schon im Jahr 1479 ein eigener Bergbau bestand (Wahrscheinlich sind hierunter die alten Bleiglanz- und Kupferkies-Stollen gemeint, welche sich im Val Pescara unweit Tregiovo auf dem Nonsberg (mit dunklen Schiefern im bituminösen Kalk) vorfinden.)

„Die Gewerken — heißt es dort — erhielten auf 5 Jahre die Frohn — nicht aber die Wechselbefreiung und mussten dagegen vormög Erlass vom „Pfinstag" (Donnerstag) nach St. Valentin 1481 alles Blei und Silber in die Münze nach Meran zur Einlösung geben. Auch dieser Bergbau muss damals sehr gesegnet, gewesen sein, denn es wurde daselbst ein eigenes Berggericht aufgestellt; jetzt ist weder Berggericht noch Bergbau in besagter Gegend.

Ferner berichtet dieselbe Statistik von einem „Blei und Silber-Bergbau" in:

Nals an der Etsch: „Am Montag nach dem Sonntag Lätare 1483 wurde das Bergwerk zu Nals auf 5 Jahre vom halben Wechsel, nicht aber von der Frohn befreiet; dieses Bergwerk war sehr gesegnet und es wurde wegen desselben zu Terlan ein eigenes Berggericht, das aber seither schon lange wieder einging, aufgestellt. Im Jahr 1524 war die Knappschaft daselbst so beträchtlich, dass ein Aufstand unter derselben ausbrach, der aber bald wieder gedämpft wurde. Im Jahr 1544 stand dieser Bau in vorzüglicher Blüte. Der Deutsch-Orden hatte zu Lana „am Gries" ein eigenes Hüttwerk, wo vermutlich die zu Nals erzeugten Erze aufgeschmolzen wurden."
„Zu St. Wolfgang am Petersbach wurde die neue Zeche von einer Gewerkschaft betrieben, auch wurde unter’m 21. Okt. 1553 zum Behufe des sehr angewachsenen Bergvolkes eine besondere Wochenmarkts-Ordnung vorgeschrieben".
„Auch am ,,Kottenstein" an der Etsch wurde im Jahr 1522 ein Bergwerk betrieben, welchem am 1. Juli des Jahres auf 5 Jahre die Frohn- und Wechselbefreiung erteilt wurde."
Im Jahr 1908 wurden die alten Schürfe von Nals, die wie jene vom nahen Terlan dem Schurfgebiete des Grafen Donnersmark zugehüren, wieder fahrbar gemacht, aber bald wieder eingestellt.

 

Terlan: (auf der Bahnlinie zwischen Bozen-Meran): alter, seit 1908 wieder aufgenommener Bergbau auf silberhaltigen Bleiglanz und vorzüglich Blende mit zahlreichen alten Stollen am südlichen Abhang der Schauflerhöhe. Als Seltenheit beobachtete ich hier eine Druse mit fast cm großen Oktaeder-Kristallisationen: gewöhnlich erscheint der Bleiglanz hier ziemlich feinkörnig bis fast dicht (als „Bleischweif'), seltener schön dunkelblau angelaufen, noch seltener mit striemig-schaligen Ablösungsflächen.

Die Volkssage berichtet, dass die Landesfürstin Margarethe auf ihrem nahen Schlosse „Maultasch" mit silbernen Kugeln kegeln ließ, deren Metall aus den silberreichen Erzstufen dieses Bergbaues geschmolzen wurde.

 

Ultental: Bei St. Pankraz gibt es (am rechten Falschauer-Ufer) ebenfalls alte Bergbau-Stollen; am Finken- und Wieserbach vorherrschend Blende und Kupferkies. In mehreren Exemplaren von hier beobachtete ich zwischen Hohlräumen im verwitterten Bleiglanz kleine, allerdings unscheinbare Kriställchen von Weißbleierz.

 

Fleimstal: Bei Paneveggio unweit Predazzo: alte Versuchsschürfe, (laut Angaben).

 

Lavis: ober Vigo Meano und Villa di sopra bei Palù: uralte Gruben auf Bleiglanz und Kupferkies, worin derzeit nur mehr auf Baryt (s. d.) gebaut wird.

 

Trient: bei Civezzano (am Calis-Berg) befanden sich die berühmten, nun längst aufgelassenen Bergbaue (auf silberhaltigen Bleiglanz und Fahlerz mit Baryt), die urkundlich schon im 10. Jahrhundert genannt wurden.

 

Solche existieren auch namentlich im
Valsugana, spez. in der Gegend um Pergine, Levico, Roncegno und Borgo;
an der Straße ins Pinnè- (Pineid-)tal unweit Nogarè, (was sich wohl auf eine Angabe des Baron v. Sourdeau bezieht, nach welchem sich auf dem Wege von Pinnè nach Faïda Bleiglanz mit Manganspat findet;

ferner im V. Fersina (Fersental): bei Viarago am Mte. Brada, (neue Schürfe!) und gegenüber im Rigolergraben; bei St. Orsola und Fierozzo (Eichberg und Floruz), am westlichen Gehänge der Gronleit (Bleiglanz; Fahlerz, Baryt), bei Montagnaga und Palù (Palei) u. a.;

endlich im Vignoller-Graben (Bleiglanz und Kupferkies) bei Levico, woselbst früher lebhafter Bergbau getrieben wurde.

In Cinque Valli (bei Roncegno), an der Verzweigung des V. d' Argento ins V. Fontanelle und V. dei Masi existieren den Gabbro und Schiefer durchsetzende Quarzgänge mit silberhältigem Bleiglanz, Zinkblende, „Arsennickeleisen", (richtiger wohl Arsenopyrit) u. a.

Dor Blei- und Zinkerzbergbau Cinquevalli bei Roncegno wird von der Firma Leitner u. Co. in Wien unter Leitung des Bergbauingenieurs M. Brodmann in Trient betrieben.

Im Val Sella (bei Borgo), unweit vom Stabilimento diBagni: alte (verschüttete) Gruben auf Bleiglanz und Blende.

Einige der alten Gruben, von welchen es außer den genannten noch viele in der Gegend gibt, wurden in neuerer Zeit mit Erfolg (namentlich auf Zinkblende) wieder aufgenommen.

Laut einer mündlichen Mitteilung des Barons v. Sourdeau ist hier in einer mir nicht genannten Grube ein Neufund ausnehmend schön kristallisierter Bleiglanz-Stufen mit schön blauem Überzug von Vivianit (?) gefunden worden; (Belegstücke in der Sammlung Garbari in Trient). Nebensächlich findet sich Bleiglanz überall in den zahlreichen alten Gruben dieser erzreichen Gegend, so bei Torcegno, im V. di Cave u. a. O. — Der Bergbau wurde hier überall mit Eifer betrieben; im Jahr 1500 wurde in Pergine vom Kaiser Maximilian ein Bergamt errichtet und deutsche Knappen angestellt.

Primör (Primiero): Auf dem Weg von Primör nach St. Martino di Castrozza bemerkt man ebenfalls alte Halden der hier einst bedeutenden Silberbergwerke, die in das Gebiet der Schiefer fallen. Bergbaue bestanden u. a. bei Transacqua, sodann bei Canale S. Bovo (Ronco) und Caoria.

Der (derzeit außer Betrieb gesetzte) Kupfer- und Bleiglanzbergbau von Valparoline in Canal San Bovo gehört der „Società raminifera Italo-Austriaca" in Genua.

 

Rovereto: nach v. Isser im Vallarsa. (Nach unseren Erhebungen ist das Bergwerk Speccheri bei Chiesa (Parochia) derzeit außer Betrieb).

 

Montebaldo: am südlichen Abhang des Mte. Altissimo existiert am Tolghe Pianetti ein kleiner (aufgelassener) Bleiglanz-Schurf.

 

Judikarien: bei Stenico alte Bleiglanz-Gruben auf der Alpe Ravizola im Val d' Algone:

bei Tione im Breguzzotal am Abhang des Mte. Giuggia wurden Versuchsschürfe auf Bleiglanz und Kupferkies im Schiefer vorgenommen; in der Nähe befindet sich die Grube S. Pietro auf dieselben Erze am östlichen Abhang des C. di Agosto. — In der Ferd. Zeitschrift steht (wohl für dasselbe Vorkommen ?) das Augustatal und Sabinertal verzeichnet.

Am „Cingledin"-Berg befindet sich derber Bleiglanz mit Pyrrhotin und Kupferkies auf Gängen und in Schnüren in einem dichten, dem Glimmerschiefer eingelagerten Chloritschiefer.

 

Ampezzo (und Buchenstein): am M. Rosiana;
nach v. Isser am südwestl. Abhang des Nuvolao: alte Bleiglanz- und Zinkgruben.

 

Gadertal (Abteital): 1 St. südöstlich von Untermoy zwei alte Bleiglanz und Zinkgruben; eine davon bei den „Lagoscholl-Häusern".

Außerdem werden in der Ferdin. Zeitschrift für Bleiglanz noch einige (uns weniger bekannte) Ortsbezeichnungen genannt: Stöckl bei Burwies; Taxertal, Pratingergraben, h. Augsspitze; ferner Gansau; Gsiess (bei Kundl); Radfeld (bei Rattenberg), Ridnaun (bei St. Sterzing); Riedertal.

Anmerkung: auf die Literaturbelege zu den jeweiligen Vorkommen wurde in der digitalen Version verzichtet.

Quelle: G. Gasser, Die Mineralien Tirols einschliesslich Vorarlbergs und der Hohen Tauern, Innsbruck 1913, S. 92 - 103.
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