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Das Bergwerk unter der Alpeiner Scharte - Molybdänbergbau. In dem aus Granit und Augengneisen aufgebauten türmereichen Felsgrat zwischen Fußstein (3380 m) und Schrammacher (3410 m) kerbt sich der schmale Einschnitt der Alpeiner Scharte (2960 m). Sie vermittelt einen hochalpinen Übergang vom Wipptal ins Zillertal. Unterhalb der Scharte, im Bereich des Südwestgrates des Alpeiner Schartenkopfes (Kote 3117 m) befindet sich die bedeutendste Molybdänkonzentration der Ostalpen. 1)
Valsertal, Tirol Nach gründlichen Untersuchungen, die u. a. Oskar Schmidegg (Innsbruck) durchführte, wurde 1941 ein umfangreiches Bergbauprojekt begonnen. Die Geschichte dieses Vorhabens, das fast fertiggestellt nicht zur Produktionsaufnahme kam, ist typisch für die Vielzahl ähnlicher, in Mangelzeiten entstandener Absichten zur Verwertung einheimischer Bodenschätze. Sie erwiesen sich nach Normalisierung der Verhältnisse als unrentabel. Dennoch müssen wir den menschlichen Anstrengungen, Mühen und Gefahren einer Ganzjahresbaustelle in 2800 m Seehöhe unseren Respekt erweisen. 1) Für den Molybdänbergbau unter der Alpeiner Scharte mußte eine Transportseilbahn errichtet werden. Diese hatte eine Länge von 4980 Meter. Sie führte über 13 Stützen bis zum Kuppenübergang bei der Hohen Kirche (2634 m) und dann mit neun weiteren Stützen bis zur Endstation beim Stollen (2783 m). Es war eine Umlaufseilbahn mit zwei Tragseilen (32 mm) und einem Zugseil (27 mm).
Aufbereitungsanlage für das Hauwerk: Ca. 300 m südöstlich des Gasthofes Touristenrast bei der Nockeralm (1391 m) wurde eine Aufbereitungsanlage für die Verarbeitung von 50 Tonnen Hauwerk pro Tag erbaut. Es war ein für das Valsertal ungewöhnlich großes Bauwerk, dessen Mauerreste noch bis 1989 standen.
Aufbereitungsanlage und Hauwerk Molybdänbergbau Alpeiner Scharte Valsertal in Bau Der Komplex begann mit der Seilbahnstation (1423 m), von der das Material zur obersten Stufe (1418 m) gelangte. Auf dieser erfolgte mit Transport- und Lesebändern und Schüttelsieben die trockene Trennung des Materials. Die nächsttiefere Stufe (1411 m) war für die Naßmahlung und Klassierung eingerichtet. Darunter stand in der mittleren Stufe (1408 m) die Flotation (Schwimmaufbereitung). In der untersten Stufe standen Scheibenfilter und Berge-Eindicker zur Gewinnung des Erzkonzentrates. Für die Wasserversorgung wurde ein eigener Hochbehälter mit 60 m3 Inhalt in 1470 m Seehöhe gebaut und zur Speisung eine darüber liegende Quelle gefaßt. Die Baracken für die Unterkünfte sind verschwunden. Von dieser Anlage führte die Transportseilbahn mit einer Länge von 4980 m zum Stollen. Die Seilbahn wurde im Jahr 1946 abmontiert und fand ihre Verwendung beim Magnesitbergbau Tux. Die Seilbahnstützen vom Tal bis zur Hohen Kirche wurden ebenfalls anderwertig verwendet; jene der Hochregion für viele Jahre belassen. Die wertvolle Maschineneinrichtung der Aufbereitung ging an den Kupferbergbau Mitterberg. Vieles vom übrigen Material (Werkzeug, Kleinmotore, Kabel, Schalter usw. waren inzwischen gestohlen worden) kam 1946/1947 an die Kohlebergbaue in Häring und Wirtatobel. Darunter waren 3000 m Grubenschienen, 2300 m Preßluft- und Wasserleitungen, 6 Kompressoren, 11 Transformatoren, Pumpen, Bohrhämmer usw. 1)
Frau Angelika Mair hat die Aufbereitungsanlage wenige Tage vor der Sprengung im Jahr 1989 fotographiert und stellt ihre Dokumentation dankenswerterweise für SAGEN.at zur Verfügung:
Molybdän-Aufbereitungsanlage Valsertal, Tirol
Molybdän-Aufbereitungsanlage Valsertal, Tirol
Molybdän-Aufbereitungsanlage Valsertal, Tirol
Molybdän-Aufbereitungsanlage Valsertal, Tirol
Molybdän-Aufbereitungsanlage Valsertal, Tirol
Blick von der Alpeiner Scharte zu den Zillertaler Alpen
Mundloch des ehemaligen Bergwerkes Alpeiner Scharte
Luftbild der als Ruine erhaltenen Mittelstation der Materialseilbahn zum Bergwerk Alpeiner Scharte Karte zum Molybdänbergbau im Valsertal, sowie den technischen Anlagen um 1942:
Bergwerk Alpeiner Scharte, 2004
Bergwerk Alpeiner Scharte, 2004
Bergwerk Alpeiner Scharte, 2004
Bergwerk Alpeiner Scharte, 2004
Zusendung von Fotos und Unterlagen zum Bergwerk Alpeiner Scharte willkommen! Zur Diskussion zum Thema in unserem Forum! Quellen:
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