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Die Baue des Berggerichtes Schwaz (1409 - 1538)
von Max Reichsritter von Wolfstrigl-Wolfskron

Die Zeit, wann der Schwazer Bergbau seinen Anfang genommen, ist nicht ganz genau bestimmbar, dürfte aber jedenfalls im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts stattgefunden haben. Die beiden heimischen Schriftsteller, der bekannte Kanzler Mathias Burglechner und nach ihm Graf Maximilian Mor, erzählen, dass das reiche Bergwerk am Falkenstein bei Schwaz sein Aufkommen einem Stiere zu verdanken habe, der im Jahre 1409 mit seinen Hörnern einen reichen Wasenläufer bloslegte, was auch der Name einer Grube bezeugt, welche deshalb der Stierbau und weil später ein Durchschlag mit einer anderen geschah, Jakob und Stier genannt wurde.

Eine andere Grube aus derselben Zeit soll den Namen ihrer Erfinderin, der Dienstmagd Margareta Kandlerin tragen.

Diese beiden Aufschläge wurden am Falkenstein sehr hoch im Gebirge gemacht, eine andere sehr alte Grube, zu dem alten Grafen später bei dem Luchs und Grafen benannt, befand sich jedoch am Ringerwechsel.

Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte Mathias Burglechner seine Angaben archivalischen Daten entnommen haben, und dieselben jedenfalls mehr Wert haben, als die Behauptung des sonst als Autorität in Bergsachen bekannten bairischen Hofrates Lory, welcher ohne Quellenangabe in seiner Sammlung des bairischen Bergrechtes, wie wir gleich sehen werden, ganz unrichtig den Beginn des Bergwerkes im Falkenstein auf das Jahr 1448 setzte.

Derselbe fällt nach dem Entbieten und Beulch vom Jahre 1571, wo auf Fol. 499 u. A. erwähnt wird, dass seit anderthalb Jahrhunderten (1421) in Schwaz der Bergbau geblüt, vielmehr auf das Jahr 1421.

Es wurde damals noch an mannigfachen Orten der Schwazer Gegend geschürft und eingeschlagen und eine Grube nach der anderen in ordentlichen Bau gebracht. Die erzielten Resultate mussten sehr befriedigend gewesen sein, da Erzherzog Sigmund, den gesegneten Fortgang des Schwazer Bergbaues bemerkend, die Herrschaft Frundsberg, in welcher derselbe lag, durch Tausch an sich zu bringen trachtete, und im Jahre 1449 den Frundsbergern dafür das Stadt- und Landgericht Sterzing und die Herrschaft St. Petersberg im Oberinntal zu Lehen überlies 1).

1) I. v. Sperges, Tyrolischc Bergwerksgeschichte p. 74 -77.

Ein kleines im k. k. Statthalterei-Archiv zu Innsbruck vorfindliches Büchlein, das die Lieferungen von Schwazer Brandsilber innerhalb der Jahre 1470 - 1623, sowie die Namen der Gewerken enthält, bestätigt auch obige Tatsache, da auf der inneren Seite des Umschlages zu lesen ist: „Im 1449 jar ist das perckhwerch zu Schwatz von denen von Freundtsperg durch tausch an den Herzog Sigmund des hauß Oesterreich khomben und die erste freyheit und perckhwerchsordnung dahier zu fiederung solichen schatz“ verliehen worden 2).

2) Akten des k. k. Statthalterei-Archives Innsbruck PestArchiv, Suppl. 897.

Über die Betriebsverhältnisse der nun laudesfürstlichen Schwazer Gruben ist aus dieser Zeit nichts vorfindlich, doch dürfte die Silbererzeugung keineswegs unbeträchtlich gewesen sein. Leider kam sie aber weniger dem Landesfürsten, als vielmehr ausländischen Wucherern zu Gute, denen Erzherzog Sigmund schon 7 Jahre später sein gesamtes Tiroler Silber verschrieb, und dadurch den Anfang zu jener drückenden Abhängigkeit gegen habsüchtige Geldleute machte, welche den Tirolern und insbesondere den Schwazer Bergbau so tief schädigte.

Der Abschluss dieses Geschäftes mit der Meuttingerischen Gesellschaft zu Augsburg vom Jahre 1465 wird zwar euphemistisch ein Silberkauf genannt, ist doch Nichts als ein Schuldbrief über geliehene 35.000 Gulden. Der Erzherzog musste ihnen dafür alle Tiroler Silber per 1 Wiener Mark zu 8 Gulden weniger ein Ort so lange überlassen, als jene Summe abgezahlt sein würde. Die Kreditoren mussten jedoch den Bedarf der Silber zu demselben Preise decken. Was ihnen an Silber abging, sollte ihnen am Zoll zu Lueg (einschließ einem 5% Zins) entrichtet werden 1).

1) Schatzarchiv Nr. 7203.

Von den Schweizer Privatgewerken dieser Zeit findet sich urkundlich nichts vor, und erst im Jahre 1480 lernen wir als solchen den wohledlen Kaspar von Velß kennen. Er scheint sich übrigens keines besonderen Wohlstandes erfreut zu haben, da er angab, sich in Schwaz und auch anderwärts schwer verbaut, und mit großen Kosten und Anlehen oben an den Förgen (?) ein Hüttenwerk eingerichtet zu haben. Da es ihm schwer fiel, sein Erz hinauf zu führen, bat er, der König wolle ihm zu Förderung von Frohn und Wechsel und anbetrachts seiner kleinen unerzogenen Kinder das Erz aus seinen Schwazer Teilen durch 1 Jahr frohn- und wechselfrei belassen 2).

2) Maximilianea, XII Nr. 9.

Acht Jahre später begannen die be—kannten Fugger zum ersten Mal in Tirol ihr unheilvolles Treiben.

Wieder war es ein sogenannter Silberkauf, den der in Geldnöten befindliche Erzherzog im Jahre 1488 mit ihnen einging.

Da aus diesem Revers die unverschämte Bewucherung — für 150.000 Gulden in 18 Raten hintereinander gezahlt, werden 200.000 Gulden in Rechnung gestellt — sich noch viel besser ersichtlich macht, als bei dem Geschäfte, das der Landesfürst 23 Jahre früher mit den Meuttingerischen eingegangen, lasse ich zur besseren Beurteilung und allfälligen Berechnung des Zinsfußes hier diesen Revers wortgetreu folgen:

„Am reuers aines silberkhauffs von der Fugger gesellschaft in Augspurg (die leiht erzhercog Sigmund 6 monat jedes 5000 gulden) die selben monat enden sich Martini und nachmalen leicht sy jm ain gancz jarlang jedes monat 10.000 gulden, facit alles 200.000 gulden (?) Dargegen sollen jn nach Martini alle des fürsten Schwaczer silber das jar ausgeantwurt werden, die marck Schwaczer prandt per acht gulden. Davon sollen sy den schmelczern uon jeder marck hinausgehen 5 gulden und die übrigen 3 an den 10.000 gulden monatsanlehen jnen behalten (doch dem fürften alle wochen in die müncz zu Hall 200 marck silber antwurten und der gesellschafft ain ort aines guldens von der marckh für den schlagschacz erfolgen und die gesellschaft nach ausgang des jars dem fürsten über bezalung der 10.000 monatanlehen ichts schuldig wurd, so soll sy darumb bezalung thuen. Nachmalen sollen der gesellschafft alle Wochen 200 marckh silber in forma superiori geantwurt werden bis sy der 5000 gulden erster monatsanlehens hoc est 30.000 gulden und anderer jrer aussteenden schulden bezalt wirdet.“    (1488) 1)

1) Schatzarchiv Nr. 7212.

Aus dem Samkostenausweis der Schwazer Bergbaue des Erzherzogs Sigmund vom Jahre 1490 - 1495 ersieht man dessen Gruben am Falkenstein. Sie hießen: Beim Esl, zu St. Erasmus, zum alten Herzogen vor dem Wald, zu St. Veit vor dem Wald, zur Pürklin im Votzlbach, zu St. Jörgen im Votzlbach, zu St. Thoman, zu St. Lienhart im Schöntal, St. Johannes zur untern Auffahrt am Radaun, St. Ottilien, St. Veronika ob dem tiefen Stollen, zum Erzherzog Sigmund, St. Sigmund, Eisenthür, St. Martin unter der Hütten und St. Mathias am Schlittererberg 2).

2) P. A. XIIX. 930.

In diese Zeit (1494) fällt auch eine Beschwerde der fürstlichen Räte, dass die Hutleute an den Gruben Erze versetzen ließen und dann darauf Lehenschaften aufnähmen, wobei sie einen unredlichen Vorteil hätten, was aber die Knappschaft, vermutlich weil sie dabei ebenfalls einen unerlaubten Nutzen hatte, energisch in Abrede stellte. Die Gewerken behaupteten auch, es fahre niemand dem andern in seine Rechte, sondern tue nur, was Schiener und Bergbuch erweise. Sie können bei dem festen Gestein in der Teufe und dem schweren Wechsel nicht bestehen, hätten große Abgänge an Blei und Kohle und litten durch schlechte Wege und große Teuerung von Brod, Wein, Fleisch und Unschlitt. Ferner klagten sie, dass der Fröhner in die Gerechtsame des Bergrichters dadurch eingreife, dass er jedem in seinen Bau fahre und wolle, dass alles durch ihn gehe. Der Richter allein möge die Baue verleihen, „wann die paw dickh aneinander ligend, darin wir besorgen hinfür werd irrung darinn“.

Ferner baten sie, dass alles wie an anderen Orten nach dem Bergbriefe geschehe, die Geschworenen nach 2 Jahren Abschied erhielten und durch andere ersetzt würden, und der Bergrichter, der bis nun zu in einem benachbarten Dorfe wohnte, künftighin in Schwaz seinen Sitz haben solle 1).

1) Schatzarchiv Nr. 7437.

Im Jahre 1501 finden sich als gewerkschaftliche Gruben am Falkenstein angeführt: St. Antoni am Falkenstein, St. Lucia, St. Georgen, St. Andrä im Grüntal, welche mit der Grube zur Talheimerin verdurchschlagt war.

Wie es wohl nicht zu verwundern war, fand sich unter den zahlreichen Schwazer Knappen mitunter ein arges Gesindel vor, wie wir aus einem Berichte vom Jahre 1505 des kaiserlichen Fröhners zu Schwaz Heinrich Zehendner ersehen können. Derselbe klagt: „zum vierten sein vil pöser pueben  unter den schaidern an dem perg. Der merer tail junng leit wollen sich mit Worten nymer ziechen lassen, befleyssigen sich aller posheit mit dem schaiden, auch mit dem maßzugeben und mich vil zeit bewegt, daz ich sy an dem perg gerawfft und umb die köpff gepleut hab“. Er bemerkt schließlich, er sei der beständigen Laufereien zum Bergrichter nun satt und wisse überhaupt nicht, ob sie für all den Unfug bestraft würden?

Es musste uni diese Zeit übrigens mit dem Erze nicht sonderlich bestellt gewesen sein, da derselbe Berichterstatter weiters vermeldet „nachdem und yetzt alle stieffl und schmale gfäertl, die vor zechen oder zwainzig jarn in den alten zechen versetzt seindt und diser zeyt alle wider aufgeseybert unnd auf das jar ein merklichen großen hinlaß beschehen ist und alle ärtz auf zechen phund perner ain stär bestimbt zu machen und verliehen. Bei vil grueben scheinplich vor augen ist vil gremsig und nottig ärtz das nit auf zechen phund gemacht mag werden, offt zu zeyten kaum sibner oder acht phund werdt ist. So daz demnach nur treulich und wol geschaiden ist, hat man mit den armen gesellen mitleiden gehabt und die ärzt angenumen, wie wol sich die schmeltzer unß klagen, sie mügen mit folichen ärzt mit dem schmeltzen nit besten und großen nachtail daran haben“. 2)

2) P. A. XIIX. 980.

Man würde übrigens sehr irre gehen, wenn man deshalb auf eine beträchtliche Verringerung der Schwazer Silbererzeugung schließen wollte, da dieselbe im Jahre 1505 noch immer 31.468 Mark 5 Loth oder 8831.267 kg betrug, also noch um 1931 kg mehr als die durchschnittliche mit 6900 kg bezifferte Jahreserzeugung von 1470 bis 1623.

Hingegen wird dadurch ein anderer sehr großer Übelstand nachgewiesen, nämlich, dass man vom Beginn des Bergbaues bis zum Jahre 1505, also durch volle 84 Jahre am Falkenstein nur die reichsten Erze verhaut, oder Raubbau getrieben hatte.

Um einen annähernden Begriff von der hohen Bedeutung des Falkensteines bei Schwaz zu geben, lasse ich hier eine Tabelle folgen, welche dessen Silbererzeugung vom Jahre 1470 - 1623 ersehen lässt. Dieselbe ist dem Pestarchive Suppl. Nr. 897 entnommen und enthält in Abschnitten von je 25 Jahren die in kg umgerechnete Silbererzeugung dieser Periode. Außerdem findet sich in der k. k. Hofbibliothek in Wien noch ein von J. v. Sperges in dessen Bergbaugeschichte Tirols erwähntes Manuskript über die Silbererzeugung der Jahre 1470 — 1535 (sub. Manuskript S. Nr. 3078 hist. prof.) vor, in das ich ebenfalls Einblick nahm und es kopierte.

Von
Kilogramm Silber
Durchschnitt pro 1 Jahr
1470 - 1494
228.471
9.139
1495 - 1519
282.271
11.290
1520 - 1544
248.603
9.944
1545 - 1569
164.582
6.583
1570 - 1594
125.379
6.015
1595 - 1619
74.807
2.992
1620 - 1623
7.972
1.993
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________________
________________
1470 - 1623
1,132.085 kg
6.900  1)

1) Vergl. die Baue des Berggerichtes Schwaz zur Zeit ihres beginnenden Verfalles (1540 — 94) von M. R. v. Wolfskron. Österreichische Zeitschrift für Berg, und Hüttenwesen. Jahrgang 1900.

Nebenbei bemerkt, hatte die Silbererzeugung am Falkenstein im Jahre 1523 mit 55.855 Mark 1 Loth oder 15.675 kg ihren Höhepunkt erreicht.

Als ich meine Forschungen im k. k. Statthalterei-Archiv nahezu schon beendet glaubte, wurde ich noch auf die hochinteressanton Archivsabteilungen Maximilianea, Ferdinandea und Leopoldina aufmerksam gemacht, in die ich selbstverständlich auch Einblick nahm und dadurch manche Lücke im vorigen Materiale auszufüllen in der Lage war. In der Leopoldina fand ich sub lit. S, Nr. 102 eine Riesentabelle vor, welche die Erzeugung des Falkensteins an Silber und Kupfer in den Jahren 1470 — 1605 detailliert, von 1605 bis 1650 jedoch summarisch enthielt. Die dort gebrachten Zahlen stimmen wohl vollkommen mit den von Senger im Sammler Bd. V pag. 267 angeführten, differieren jedoch mit denen von mir derartig, dass dieses hier näher erörtert werden muß.

1470 - 1605 ist     3,308.799 Mark 2 Loth 3 qt. 2 ζ angegeben,
während es früher 3,878.679 Mark 4 Loth betrug, also
ein Abgang von 569.880 Mark 0 Loth 1 qt. 1 ζ erscheint.

Das Leopoldinische Rechnungsstück ist rechnungsmäßig abgeschlossen, die darin gebrachten Zahlen konnten jedoch leider nicht kontrolliert werden. Bevor ich auf die wahrscheinlichen Gründe dieser Riesendifferenz eingehe, bringe ich die dortige Rechnung zu Ende.

                        Silber                                          Kupfer
1470 - 1650 erzeugt 3,308.799 Mark 2 Loth 3 qt. 2 ζ 1,206.395 Ztr.
1605 - 1650    "           275.000    "                       130.000   "
1470 - 1650 erzeugt 3,583,799 Mark 2 Loth 3 qt. 2 ζ 1,336.395 Ztr.
oder im jetzt üblichen Gewicht:
                    1,005.757 kg Silber und 74.838 t Kupfer.

Einen Rechnungsfehler anzunehmen, der diese riesige Differenz verschuldete, ist nicht gut statthaft, weit eher dürften Silber, die früher als zum Falkenstein gehörig, da sie Falkensteiner Gewerken gehörten, irrig angenommen wurden, nun ausgeschieden worden sein. Mehrere Gewerken, so die Stöckel, Dreyling, Mannlich, Füeger, Fugger, verarbeiteten außer ihren Falkensteiner Erzen auch mehr oder weniger silberhaltige Bleierze (Frischerze) von Klausen, Hall, Imst, Sterzing, Schneeberg und Terlan und wurden bis zum Jahre 1536 in Schwaz auch alle Terlaner Hüttensilber fein gebrannt, konnten daher ganz gut irriger Weise auf die Namen der Schwazer Gewerken, als ihnen angehöriges Falkensteiner Silber geschrieben worden sein. Bei einer späteren Nachrechnung und Richtigstellung der Rechnung konnte dann ganz gut innerhalb 135 Jahren sich diese Differenz ergeben haben.

Aus einem Gnadenbriefe König Maximilians I., gegeben zu Innsbruck am Pfinztag nach Sonntag Invocabit des Jahres 1505 lernen wir einiges über die Verhältnisse der alten Zeche und anderer ober dem Falkenstein gelegenen Gruben, sowie der später oft erwähnten Baue am weißen Schrofen kennen. Da diese ersteren Gruben „etwas in abnemen kumen ist, damit dasselb aber erweckht, die gewerckhen, so sich swerlichen als Wir vernemen darauf verpawen, ergetzlichkait gwynnen, und dennach uns fron und wechsl gefürdert werde“, wurde den Gewerken das Erz teurer als das Falkensteiner Erz abgekauft, und durften sie es wie das Erz am weißen Schrofen in dem kleinen Rattenbergerischen Wechsel, aber nur in einer kaiserlichen Hütte verschmelzen 1).

1) Maximilianea XII. 40/3.

Am 18. Februar desselben Jahres wurde mit den Schmelzern zu Schwaz (den Fuggern) ein neuerlicher „Kupfer und Silbervertrag“ abgeschlossen. Derselbe hatte aber dieses Mal weniger den Charakter eines Schuldscheines, sondern mehr eines Gnadenbriefes. Es wurde ihnen von Weihnachten 1504 an auf die Dauer zweier Jahre für jede Mark ihres aus Schwazer Erzen gewonnenen Silbers 30 Kreuzer bezahlt und die von früher schon üblichen 5 Gulden. Für jeden innerhalb dieser zwei Jahre erzeugten Zentner Kupfer wurde ihnen vierthalb Gulden Rheinisch gegeben, doch mussten sie dafür dem König während dieser Zeit drei Feldörter, eines am weißen Schrofen, das andere am Falkenstein und das dritte am Kogl oder Tierberg auf ihre Kosten bauen 2).

2) g. v. h. 1505 f. 126.

Da es nicht uninteressant sein dürfte, den Stand der Erzeugung am Falkenstein in dieser Zeit kennen zu lernen, lasse ich hier eine den Maximilianäischen Akten (Fasc. XII Nr. 32) entnommene Tabelle folgen.

1513

Volgt hynd nach alles ärtz, so  auf freuer arbeit gehandlet und die vorgeschribene zeytt umbgeschlagen und auf 1/9 te abtaillt worden:

  stür 1/4     stür 1/4  
Zu unser frawen auf den Koglmoß 104 1 Sand Jacob stier und Warbara 233 1/6
Sand Sigmund im prannt 76 2 Zum Kitzberger 388 3
Zu der Leyerin 5 2 Sand Gertraud und Andre 366 2
Sand Fabian im prannt 12 - Sand Michel und Barbara 279 2
Sand Jörg im prannt 39 2 Zu der Rottngruben 223 3
Sand Pauls im prannt 38 3 Zu den 14 Nothelfern 213 1
Zum Poschn 12 2 Zum prinndl 34 1
Sand Wolfgang und Lettner 102 - Zum heylig Kreutz 42 2
Sand Johannes und Khunen 7 2 Sand Martl im Wald 51 2
Sand Lienhart und Michel 230 3 Sand Wolfgang im Tulir 15 1
Sand Martin unter Poschn 27 2 Sand Cristoff zum Ried 119 1/6
Oberen helfferin 43 2 Sand Othili 181  
Zum Wunderlich 85 2 Sand Jörg u. d. n. Stollen 28 -
Sand Simon Juda 6 1 Zum Teuffenstollen 51 2
Zu der Horngruben 734 3      
Zu der Sunnenwenth 38 2 Sand Wolfgang bei der Hütten 72 1
Sand Michael am Weg 2 - Sand Martl und Elenin 21 1
Sand Anna 29 3 Zum Fürstenpaw 6 -
Sand Anndre im Achtal 233 2 Zum Flormutz 109 -
Im Prunnloch 177 - Zu der Silbermül 23 1
Zum Franntzl 324 3 Sand Peter in der wisn 37 2
Zu der Pirhendin 77 3 Ins heylige Kreutz 146 -
Zum Eßl 32 3 2/3 Ins kuellenlufft 6 1
Sand Oswald beym abend 31 - Sand Jacob in der wannt 121 -
Zu der Eysenthüer 17 1 Zum Erbstollen 25 -
Zu Allerheyligen 7 - Sand Erhart im Ried 6 2
Zu unnser fraw und grafen 317 1 Zum khinndl 39 -
Sand Wolfgang und Lux 258 1 Sand Florian 17 2
Sand Jörg im Wald 28 - Zu der Rosn 1 1/3

Summa alles freuen ärzumbeschlagen Tuett 5946 star 1/6 auf 1 star 12 kr. ynnd facit zuzallen 1189 gld. 14 kr.
Vide Maximilianea XII Nr. 43.

Eine fernere Tabelle über die Erzeugung der Eigengruben, welche ihr Erz nach Gefallen verkaufen durften, folgt im Auszug nach.

Die dort angeführten 33 Gruben hießen:

Simon Juda und schaidrin, Sand Margret im prannt, Sand Rueprecht im prannt, Sand Margret neben Eloy, Sand Pauls auf dem Weg, Sand Maria Madalen, zu der Wunderpurg, zu der alten Fronica, zur obern Auffart, zum Silberschwanntz, Sand Martl in der Wannt, Allerheyligen, Sand Rueprecht ob dem Esl, S. Pauls zum Schrofl, zum alten Grafen, St. Johanns im Gehtal, St. Wolfgang im Gehtal, zu der Rofn, St. Rueprecht im stauden, St. Gilgen im Gehtal, St. Partlmä Löchenn, St. Andrä in der Wannt, St. Lienhart bei grispen, St. Peter im Prannt, Unser fraw laytter, St. Johanns im schrofl, Sand Walpurga, zum hochenstolln zu den Kalchgrueben, und zu heyligen glait.

„Summa Alles artz bei den aignen grueben Tuett 1518 star 3 vtl. auf 1 star 12 kr. facit in gellt 303 gld. 45 kr. Summa totalis Gnad und Hilffgelt tuet 6411 gld. 29 kr.“

Am 30. November 1514 erhielten der Bergrichtcr, Bergmeister, Fröhner, Schiener und die Geschworenen von Schwaz den Befehl, mit dem Hüttenverwalter zu Rattenberg, Rummel von Lichtenau, den neuen Bau unter dem Erbstollen, welcher Kaiserbau genannt werden soll, zu besuchen „und das wasser auf das tieffest auszefüeren und zutruckhnen“ 1).

1) e. u. b. 1514 f. 178.

Der Erbstollen am Falkenstein wurde im Jahr 1490 von Kaiser Maximilian I., als er das dortige Bergwerk befahren hatte, in höchst eigener Person feierlich aufgeschlagen. Im Jahre 1515 wurde dort von den Fuggern der Tiefbau begonnen. Zur Erzförderung genügte damals noch ein einfacher Pferdegöpel (böhmische Kunst genannt), die Wasserlosung jedoch geschah durch Menschenkraft mittels lederner Kübel. Die Wasserheber standen einer über dem andern mit dem Rücken gegen die Fahrten gelehnt vom Schachtsumpf bis zur Sohle des Eibstollens hinauf und beförderten, indem jeder Wasserheber den vollen Kübel seines tiefer stehenden Gesellen ergriff und seinem höher stehenden Gefährten hinaufreichte, auf diese Weise das Wasser aus dem Tiefbau. Da diese Arbeit ebenso ungesund als beschwerlich war, mussten die Leute öfters abgewechselt und auch gut bezahlt werden; die Kosten für die dort nötigen 600 Mann betrugen im Jahr die für jene Zeit geradezu riesige Summe von 20.000 fl.

Eine eigene Ordnung für die Wasserheber trug Sorge, dass diese für den regelmäßigen Betrieb des Unterbaues so wichtige Arbeit im beständigen Gange blieb, was aber trotzdem die Gesellen in der Erkenntnis ihrer Unentbehrlichkeit nicht selten verleitete, durch Androhung von Arbeitseinstellung noch höhere Löhne zu erpressen 1).

1) Vergl. die Baue des Berggerichtes Schwaz zur Zeit ihres beginnenden Verfalles (1540 — 94) von M. R. v. Wolfskron. Österreichische Zeitschrift für Berg, und Hüttenwesen. Jahrgang 1900.

Die Schwazer Gewerken, an deren Spitze von 1523 an die Fugger standen, waren fast nie mit dem ihnen bewilligten Hilfsgeld zufrieden und scheuten weder lügenhaft elende Werksverhältnisse vorgebend, noch sogar mitunter offene Drohungen mit notgedrungener Einstellung oder doch Verkleinerung des Betriebes, um ihr Ziel zu erreichen. So wurde am 26. Jänner 1521 von der tirolischen Kammer an Kaiser Karl V. berichtet, dass sie volle acht Tage sich geweigert, das bisherige Gnade- und Hilfgeld anzunehmen und drohten, wenn man ihnen nicht beim Hinlaß überall nach ihrem Willen wäre, „so häten sy vil tüber örter aufgelassen und hieten nun, als wir bericht worden, zu Swatz ob drewtausend Personen wegziehen müessen, di nit arbait gehabt oder sich erneren mügen, so kundt Ir wol ermessen, wo das beschehen, so weren allain die ort belegt, und die mit gwin heten mügen gepawt werden, sodann nicht newes erweckt und die veldörler eingeen, so würd das perkhwerch pald sein enndtschafft haben, doch zuletzt haben wir sy dahin bewegt, daz sy das hilft und gnadgellt inmassen wie das vergangene jar laut der kayserl. Mjt beuelch angenommen“ 2).

2) m. a. h. 1519, 20, 21, f. 108.

Wie grundlos die Beschwerden der Gewerken waren, zeigt, dass in demselben Jahr die Schwazer Silbererzeugung 35.458 Mark oder 9,948,8 kg betrug, und zwei Jahre später ihren schon früher angegebenen Höhepunkt erreichte.

Am Erbstollen standen jedoch die Verhältnissen weniger günstig, da dort die Gänge mehr schmal waren, und sich auch nicht als fein, sondern „vast nottig und grembsig erwiesen, weshalb auch ein wirkliches Verbauen von 9494 fl. konstatiert wurde 1).

1) P. A. 959.

Auch machte die Wasserhebung sehr große Kosten, so dass man schon damals daran dachte, die teuren und mitunter sehr unbotmäßigen Wasserheber durch ein Kunstwerk zu ersetzen. Diese nach dem jetzigen Stande des Kunstwesens ungemein einfache Angelegenheit war aber damals bei völligem Mangel mechanischen Wissens und der diesbezüglichen Berechnungen keineswegs so einfach, als man heutzutage glauben dürfte.

Die Wasserkünstler — sehr häufig waren es Italiener — stellten gewöhnlich sehr zierliche und nett gearbeitete Modelle her, die, wenn man an der Welle drehte, auch ganz gut funktionierten, in der Praxis aber, da das vorhandene Kraftwasser und Gefälle nicht mit dem aus einer gewissen Teufe zu hebenden Grubenwasser in einem richtigen Verhältniss stand, wie wir dieses später noch mehrmals erfahren werden, — jämmerlich versagten.

Dieses Mal hingegen wollte man aber einen Versuch im Großen machen und beschloss, im großen Turm (heute Münzerturm) der Burg Haseck bei Hall ein großes von Wasser bewegtes und wirklich Wasser auf beträchtliche Höhe hebendes Muster (Modell) aufzustellen.

Wie dasselbe konstruiert war, ist leider nicht ersichtlich, doch dürfte es, da in dem darüber handelnden Akt vom 6. November 1522 Ketten erwähnt waren, mehr ein Wasseraufzug als ein Pumpwerk gewesen sein.

Diese Kunst scheint auch wirklich am Erbstollen zur Aufstellung gekommen zu sein und auch anfangs eine befriedigende Leistung gehabt zu haben, da sonst nicht am 27. Mai 1524 dem dabei beschäftigten Werkmeister Hans Schweiger eine Verehrung von 80 Gulden, seiner Hausfrau hingegen 6 Gulden gereicht worden wäre. Damit er beim Werk verbleibe, erhielt er außerdem einen Wochenlohn. Auch die bei dem Baue beschäftigten Tischler und Schlosser sollen eine Verehrung von je 6 - 8 Gulden Rheinisch erhalten 2).

2) m. 1522 f. 305 - m. 1524 f. 340.

Trotz alledem scheint diese Art der Wasserlosung keinen Bestand gehabt zu haben, da wir vor dem Jahre 1537 wieder die Wasserheber in Tätigkeit sehen.

Bekanntlich zahlte der Landesfürst den Gewerken, sobald sie auf ihren Bergbauen nicht mehr mit Vorteil arbeiten konnten, um eine allfalsige Einstellung des Betriebes von Seite derselben hintanzuhalten, ein Hilfsgeld, die sogenannte Gnad und Hilf, die immer so berechnet war, dass sie den Gewerken vor Einbuße schützte. Aus einem Berichte des Schwazer Bergrichters Sigmund Schönberger vom 14. Jänner 1539 ersehen wir, dass dieselbe nach Aussage alter Personen innerhalb der Jahre 1521 - 1522 für jedes Star gefröhnten Erzes 33 Kreuzer betrug.

Dieses ist keineswegs klar. Alles Erz wurde vor den Fröhner gebracht und daher gerfröhnt. Wollte man darunter nur das Frohnerz, d. h. den zehnten Teil der Erzeugung annehmen, so wäre durch diese Zahlung diese Abgabe nahezu illusorisch geworden, und die Bezahlung für jeden Kübel des zur Frohne gebrachten Erzes hätte solche Riesensummen zur Folge, die, trotzdem sie in mehrfachen Rechnungen erscheinen, kaum glaublich sind, da dann weniger der Gewerke, als vielmehr der Landesfürst den Bergbaubetrieb gezahlt hätte.

Ein Akt des Pestarchives Fasc. XII, Nr. 726 enthält auch wirklich eine spezifizierte Aufschreibung eines gewissen Heinrich Zehentner zu Schwaz über die Gnadengelder am Falkenstein in diesem Jahr und heißt es dort u. a.: „Nemblich auf ain yedes gefrontes stär ärzt 33 kr. und in das verpawen den zehenden phennig“. Es lässt sich aus den dort gelieferten Zahlen berechnen, dass das Verbauen im Jahre 1521 pro ein Star Erz 32,1 Kreuzer, 1522 aber 32,5 Kreuzer betrug, also mit den gezahlten 33 Kreuzern genügend gedeckt war.

Das Erzhauen am Erbstollen war, wie wir aus einem Bericht am 9. August 1525 ersehen, ein sehr befriedigendes. Trotzdem der Landesfürst sehr wenig Lust bezeugte, den Gewerken eine größere Gnade und Hilfe zu gewähren, wurde doch „als wir bericht sein, dieselb grüeb das meist ärtz und tragt darzue noch ainen gueten überschuß" — darauf eingeraten 1).

1) m. 1525 f. 9.

Wir kommen nun zum ersten großen Aufstand der Schwazer Knappen vom Jahre 1525, der dadurch eine besondere Bedeutung fand, dass zur selben Zeit jenseits des Brenners der bekannte Bauernaufstand alles in Schrecken setzte und die Gefahr sehr nahe lag, dass die der neuen Lehre sehr zugeneigte Schwazer Knappschaft schließlich mit den Aufrührern gemeinschaftliche Sache machen würde. Waren auch die Gründe dieses Aufstandes ganz anderer Natur, so konnte man doch in so erregten Zeiten leicht das Ärgste befürchten, und ist daher das tapfere Auftreten Erzherzogs Ferdinand I. den Aufrührern gegenüber nicht genug zu bewundern. Die bekannte Chronik der Stadt Hall von Franz Schweiger berichtet auf pag. 83 Nachfolgendes darüber:

„Aufruer der Knappen zue Schwatz“.

„Anno 1525 am tag sanct Sebastian hat sich zue Schwatz ain unwillen und zwitracht zuetragen zwischen den schmeltzherren und iren undterthanen, den ärtzknappen, von wegen etlicher feyrtag halbn, dan die khnappen haben dem alten prauch und herkummen nach wöllen vollziehung thain, deß die schmeltzherren nit haben wollen lassen passieren, derhalben am andern tag zue abent ain große menig der ärtzknappen zue Hall ankummen und öber nacht da bliben, haben am morgen frue dem hochgepornen fürsten erzherzogen Ferdinand zue wellen raisen auf Innsprugg und seiner fürstlichen durchlaucht ir beschwärung anzaigen wöllen, das dann die hochgedacht fürstlich durchlaucht zeittn erinnert ist worden, derhalben sein fürstlich durchlaucht disen abent zue Hall ankummen ist und über nacht da blibn zu Hausegg. Am morgen vor mittntag ist sein fürstlich durchlaucht in aigner perschon mit sambt seinen räten und hofgsindt hinaus grittn in ain wifen vor dem Spitallthor, genannt die Pypur, da seind versamlet gewesen das ganz perckhwerch, ausgenomen die schmelzherrn, verwesern, herrnschreibern nitt, haben da der fürstlichen durchleichtigkhait in aller Diemüthigkhait lassen anzaigen yre beschwärungen, seindt auch da gestanden in aller maß, wie sie pflegen an ir pergarbait zu ghen. Hat die fürstlich durchlaucht lassen anzaigen auf ihr füerbringen, ire beschwärungen mit gnaden einsehung zu thuen, und sie pey ihrer alten freyhait handhaltung zu thain verschaffen, daß sy mit undterthenigem dank angenummen haben und widerumb anhaims gen Schwatz seindt khummen.

Ungefärlichen drey Wochen nach diser handlung sind die ärtzknappen zue Schwatz widerumb zue hauffn khumen und mit gemainen gen Hall ankummen, der fürstlich durchlaucht ihr anligende und vorangezaigte beschwärung zue klagen. Ist derhalben die fürstlich durchlaucht aus vorwissen von Innsprugg gen Hall ankummen mit sambt dem bischoff zue Brixen, Sebastian Sprentz und seinen rädten auch anderm hofgesindt. Seindt aber die ärtzknappen oder perckhwerch alt und jung versamlet gestanden im Milser feldt, etliche tausend. Haben da auf die fürstlich durchlaucht in aller gehorsam gewardt, darumb die fürstlich durchlaucht zu ihnen hinaus ist gerittn mitsambt den obgemelten Herren und ihr klhag widerumb gehört. Haben sy seiner fürstlichen durchlaucht anzaigen lassen in sey bißher khain wendung geschehen, irer vorangezaigten khlag und beschwärungen halben. Darauf die fürstlich durchlaucht inen hat lassen anzaigen, er wöll entlichen einsechung thain ihrer beschwärung halben. Seindt die deß wol zuefrieden gewesen und widerumb anhaims zogen gen Schwatz. Ist nochmals weiter auf ditzmal khain sonderliche unrue gespürt worden" 1).

1) Franz Schweygers Chronik der Stadt Hall 1303 - 1572, herausgegeben von Dr. David Schönherr. Innsbruck 1867 p. 83, 84.

Das Ganze, was die Knappen mit ihrem zweimaligen Auszug erreicht hatten, war die Absetzung dreier ihnen besonders missliebigen Beamten. Der Bergrichter, Landrichter und Fröhner wurden ihrer Stellung enthoben, aber da man vermutlich selbst fühlte, dass man sie nur der Volkswut geopfert, „mit dieser beschaidenhait, daz follich der dreyer ambtleut ledig zollung inen an iren eren und gueten leimbat (Leumund) unnachthaillig sein, auch sy, ire diener unnd verwonnten bey iren güetern weib und kinndern von den gesellschaften (Knappen) unnd meniglich ungeirrt und unangefochten sicher wonen und beleiben sollen und mügen“.

Den Arbeitern wurde hingegen am 11. Februar 1525 bedeutet, man hätte auf ihre ordnungsmäßig vorgebrachten Beschwerden gehört und Abhilfe geschafft „und dieweyl als sy wissen in den alten und newen erfindungen und ordnungen besamblungen bei leib und guet verpoten ist, so sollte sich dhainer (keiner) hierüber unndterstanden haben unter ainer gesellschafft ain solche so fräfentliche bewegung und aufstandt zemachen, sturm oder zesamen zeleiten und darzue am perg bey den grueben auszepieten oder annder so nit des willens wären, zu ainem sollichen zubenettigen, darumb wir wol ursach hetten gegen denselben anfenngern und ursachern mit straff zehandeln. Und ist darauf unnser ernstlicher beuelch will und manung, daz sich fürnenhin dhainer dergleichen hanndlung weiter bey der straff und verlierung des haubts nicht unndersten auch weder rat noch that darzue gebe noch thue“ 1).

1) e. u. b. 1525, ff. 311, 299.

Da man — ob mit Recht oder Unrecht, steht dahin — von Seite der Regierung der Ansicht war, die neue in Schwaz immer mehr um sich greifende Lehre sei Mitursache an der bisher bei der Knappschaft unbekannten Unbotmäßigkeit, begann man derselben ein besonderes Augenmerk zu widmen. Besonders strenge fahndete man daher auf die protestantischen Sendboten und erging daher am 24. Jänner 1526 der königliche Befehl, die lutherischen Prediger in Schwaz und Rattenberg bei guter Gelegenheit und dass kein Aufruhr der Knappen entstehe, gesanglich einzuziehen.

Schließlich hatte der Aufstand der Schwazer Knappen vom Jahre 1525 auf den Bergbaubetrieb keinen erwähnenswerten üblen Einfluss gehabt, dafür stellten aber ein Jahr später die Schmelzer (Gewerken) mit ihren maßlosen Ansprüchen die Existenz des Bergbaues ernstlich in Frage.

Da man auf ihre völlig ungerechtfertigten Bitten um Erhöhung von Gnade und Hilfe bisher keine Rücksicht genommen hatte, drohten sie am 13. Dezember 1526 offen: „wo wir jnen begeren nit wilfarn oder aber mit merern gnaden entgegengegangen, würden sy den perckh verlassen und die gepew gar erligen müßen lassen“.

Diese grimmige Drohung scheint jedoch ebenfalls nicht die beabsichtigte Wirkung gehabt zu haben, da man nur zu gut wusste, dass die Gewerken bei den großen Kapitalien, die sie auf dem Bergbau liegen hatten, und den notorisch riesigen Silbererzeugungen in eben dieser Zeit, damit nicht Ernst machen konnten 2).

2) v. d. k. Mjt. 1523 - 26 ff. 302, 442 - m. u. b. 1520 f. 4 - v. f. d. 1521 - 22 f. 85.

In einem Kodex „Perckhbeschaw zu Schwatz Nr. 5 Lad 95“ ersehen wir, dass im Jahre 1526 am Falkenstein 142 namentlich angeführte Gruben mit einem Arbeiterstand von 4596 Mann waren. Fünf Jahre später finden wir in einem „Register aller orten, aigen und auch vertrag sambt den hilffen und lehenschaften“ dort nur mehr 38 Gruben angeführt. Ist dieses auch nahezu die doppelte Anzahl von Bergbauen, wie gegen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts und war der Bergbau am Falkenstein im großartigsten Aufnehmen, so muss es doch in hohem Grade befremden, dass innerhalb dieser kurzen Zeit 104 Gruben nicht mehr erwähnt werden. Die riesig gesteigerte Silbererzeugung des Falkensteins innerhalb der Jahre 1520 - 1531 mit 457.974 Mark oder 128.526 kg deutet mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen damals intensiv getriebenen Raubbau hin, dem diese Gruben um so eher zum Opfer gefallen sein dürften, als sich in diesen Jahren kein sonstiges den Bergbau übel beeinflussendes Ereignis nachweisen lässt.

Die nun im Bau begriffenen Gruben waren: Beim Erbstollen, Fürstenbau, St. Martin Hütten, St. Wolfgang Hütten, Teuffenstollen, St. Johannes, St. Ottilien, St. Antoni, St. Wolfgang im Gaßl, bei den heiligen 4 Prynndln, 14 Nothelfer, Rotgrueben, St. Gertraud, St. Michel Eloy, St. Jakob Stier, Franntzl Unser Fraw Graff, St. Wolfgang, St. Jörg im Wald, die Herrengrueben, St. M. Grüntal, Arztperger, zur Eysentür, zur Sylbermil, St. Jakob in der Want, St. Florian, St. Christoff, St. Barsuntag, Cron im grannt, St. Wolfgang ob der Cron, St. Achazi Letnerin, Unser Fraw im Koglmos, St. Lienhard Michel, zum Wunderlich, St. Sigmund, Pirchnerin und Prumlechnerin.

In diesen 38 Grubengebäuen waren in der 8. Raitung 1531 108 Eigenörter, 67 Vertragörter und 55 Hilfslehenschaften 1).

1) P. A. III. 253.

Es wurde zwar schon Eingangs des üblen Einflusses gedacht, den die Abhängigkeit des Landesfürsten von den ausländischen Geldmännern — vermeiden wir die richtigere Bezeichnung — hatte, allein wie groß die Silbermassen waren, welche diesen Biedermännern zu liefern waren, ersehen wir erst aus einer Bittschrift des bekannten Tiroler Gewerken Hanns Stöckel vom Jahre 1533.

Die Stöckel gehörten noch zu den biedern alten Tiroler Gewerkengeschlechtern, welche mit Liebe an ihrem Bergbaue hingen und denselben nicht gleich den ausländischen Gewerken als Geschäftsobjekt betrachten, aus dem sie durch Raubbau in kürzester Zeit die größtmögliche Ausbeute zogen, unbekümmert ob der Bergbau dadurch sein Ende nahm oder nicht.

Hanns und Jörg Stöckel hatten von 1501 - 1508   8394 Mark Silber erzeugt und von 1510 - 1535 über 160.173 Mark. Sie konnten sich rühmen, dem Landesfürsten innerhalb 40 Jahren an Frohn und Silberwechsel 800.000 fl. gezahlt zu haben. Doch auch diese Herrlichkeit hatte ihr Ende, und war seine in dieser Bittschrift ausgedrückte Behauptung, er müsse, wenn er nicht Gnade und Hilfe erhalte, einen guten Teil seiner Bergwerke heimsagen, sicher auf Wahrheit beruhend. In diesem Falle, führte er aus, werde man dann die den Kaufleuten verschriebenen Silber nicht mehr zahlen können.

Diese Zahl war, wie wir nun sehen werden, keine kleine; im Jahre 1534 war den Fuggern in Abschlag schuldige 48.000 Mark 16.000 Mark, den Füegern und Baumgartner zusammen 6000 Mark, den Baumgartner als Abschlagszahlung schuldige 5333 ½ Mark 2662 Mark, für die vierte Mark Gnadensilber von 36.000 Mark 9000 Mark im Ganzen also 36.666 2/3 Mark zu bezahlen.

Im Jahre 1535 war die Totalsumme der Zahlung oder Lieferung 37.666 2/3 Mark Silber 1).

1) P. A. X. 602.

Wir kommen nun wieder zu den Bauen am Erbstollen beim Falkenstein zurück. Nachdem es dessen Gewerken bisher nicht gelungen war, dort eine höhere Gnade und Hilfe zu erreichen, verfügten sie sich am 10. Juni 1535 zum Kaiser, um ihm persönlich ein diesbezügliches Gesuch zu überreichen. Infolge dessen gab die Kammer den Auftrag, der Hüttenmeister von Rattenberg Ambrosi Mornauer und der dortige Bergrichter Sigmund Schönperger möchten über diese wichtige Sache beratschlagen und sich beim Bergrichter, Bergmeister und zwei Geschworenen von Schwaz erkundigen, wie tief der Schacht jetzt beim Erbstollen sei, ob sich dort die Gange geschmälert oder verwandelt haben, wie viel Herrenarbeiter im Tauben bauen, und wie viel Wasserheber dort seien?

Dem Bericht darüber vom 26. Juli 1535 entnehmen wir „So dann der Erbstollen zu Schwatz (der ettliche jar nahent fouil ärzt, als sonnst der ganntz Valckenstain geben hat) abnimbt und ye lennger ye mer hindernuß tregt, wie wir Ew. kn. Mjt. kürtzlich nach lennge antzaigt haben, also daz den kaufflewten die antzal jrer verschribenen silber, die jar nit wie erhofft worden ist, eruolgen mügen“.

Falls man die Baue am Erbstollen ertrinken lassen wollte, würde am Falkenstein im Jahre um 10,000 Mark Silber weniger erzeugt werden, was einen Verlust von 20.000 Gulden an Silberwechsel gleichkommen würde. Selbstverständlich würde auch die entsprechende Frohn ausbleiben und könnte auch um so viel weniger Silber in Rattenberg erzeugt werden. Außerdem würden auch 1000 bis 1200 Menschen bei dieser Grube abgelegt werden müssen, die dann mit Weib und Kind fortziehen würden. Der Schaden, dass dann die im Erbstollen anstehenden Glaserze, die zum Verbleien nötig sind, fehlen würden, fiele umso mehr in Betracht, da sie bei den andern Tiroler Bergbauen (Sterzing, Gossensaß, Klausen) auch schon immer seltener werden. Was die Kosten des Wasserhebens betrifft, so wurden in 7 Raitungen des Jahres 1535 nach einem Auszug für dasselbe allein 13.934 fl. 52 kr. 2 ζ verausgabt, hingegen innerhalb dieser Zeit auf der ganzen Grube einschließlich dieser Kosten nicht mehr als 7707 fl. 52 kr. 3 ζ verbaut.

Die Berichterstatter meinten daher, dass sich die Gewerken zufriedenstellen würden, wenn man ihnen die halben Kosten des Wasserhebens zahlen würde. Noch eindringlicher stellten sie die Bedenklichkeit der Lage in einem Berichte vom 28. August 1535 vor, in welchem es unter anderem heißt:

„Wo die kn. Mjt. auf unnser so offt getane schreiben und getrewes verwarnen, sonderlich unnser begern gemäß oder von anders woher so statthafte hilft nid thuen noch einsechen haben soll, was nachtails daraus folgen würd, hat Ewr fr. gn. leicht zu erwegen“.

Endlich wurden 600 Gulden monatliches Hilfsgeld bewilligt, es war aber auch wirklich die höchste Zeit, da um die neunte Raitung für ein Neuntel schon die Ausbeute um 50 Star geringer war und auch 200 Arbeiter von der Arbeit ausstanden. Die Gewerken säumten selbstverständlich nicht diese unleugbaren Missstände weidlich auszunützen und erklärten kategorisch, nur dann weiterbauen zu wollen, wenn ihnen das Wasserheben gänzlich gezahlt würde „dann jnen darnecht (außerhalb der Wasserheber) ob achthundert Personen, als zimmerlewt, gedingheyer, seuberer, truhenlauffer und ander auf herrenarbait in jren cossten zu unndterhalten gepüren wurde“.

Die nötigen 450 Wasserheber würden nach einem Überschlag, die Woche zu 50 Kreuzer gerechnet, sich im Jahr auf zirka 16,000 fl. belaufen, welche Kosten sich selbstverständlich mit dem weiteren Vordringen in die Teuffe von Tag zu Tag vermehren würden. Man trug daher den Gewerken ein Drittel des Verbauens an, und als sie sich damit nicht zufrieden gaben, schließlich auf hohes Wohlgefallen bis auf Weihnachten das halbe Verbauen. Sie hingegen begehrten ein Drittel der gesamten Samtost auf allen Gruben, auf was man jedoch als eine übertriebene Forderung nicht einging, sondern ihnen nur für die folgenden 3 Raitungen beim Erbstollen je 600 Gulden zu geben versprach 1).

1) m. a. h. 1535 ff. 127, 136, 149, 163, 167.

Im selben Jahr lernen wir im Nassental zwischen dem Falkenstein und der alten Zeche einen neuen Bergbau kennen. Da die Gewerken sich dort „vast tief hinein verfaren, und sie die gwercken vor ettlich jaren Vorhabens gewest, in der tieffe desselben stollens ainen aufpruch gegen der alten Zech fürzunemen (aber an dem daz wir hilf darinnen zu thuen abgeschlagen haben)“, nicht fortbauen konnten. Da dieser Aufbruch über das Gebirge bei 800 Lehen (11.420 m) lang ausfallen würde, fand man es für zweckmäßiger, an einem gelegenen Ort mit einem Stollen gegen die alte Zeche zu fahren. Dieser Stollen musste von Mitternacht gegen das Gebirge gehen und brauchte nur 40 — 50 Lehen lang zu sein 2).

2) e. u. b. 1535 f. 300.

Kehren wir nach dieser kurzen Abschweifung wieder zum Erbstollen am Falkenstein und zu dem höchst unerquicklichen Drängen der Gewerken desselben puncto einer höheren Gnade und Hilfe zurück. Auf die am 18. Juli 1535 von Wien kommende Mahnung, sie sollten, nachdem ihnen ohnehin schon die ansehnliche Schuldenlast von 15,000 Gulden in Gnaden nachgesehen wurde, und sie durch viele Jahre bei diesem Bergbau einen großen Überschuss hatten, mit ihren Ansprüchen „bis zu unnserer Ankunfft in Tyrol, die wir kürzlich erhoffen“ stille stehen und mittlerweile ruhig weiterbauen, drohten sie die Wasserheber abzulegen und den Betrieb gänzlich einzustellen.

Schließlich wurde mit Dekret, Wien am 11. September 1535 die Kammer beauftragt, den dritten Teil aller Unkosten zuzugestehen oder falls die Gewerken darauf nicht eingehen sollten, äußersten Falls auf den halben Teil hinaufzugehen.

Den Fuggern, Baumgartner und Pynnl wurde zugemutet, mit ihren Prozenten einzuhalten, damit die raitungliche Hilfe von 600 Gulden einzuhalten, auf was aber deren Faktoren selbstverständlich nicht eingingen 1).

1) g. v. h. 1535 ff. 152, 175, 190, 204.

Unter diesen Umständen musste man daher den getreuen Maximus Dubrauer, der sich zu wiederholten malen anbot, „daz er durch sein kunnst, ain werch zum wasserheben bey dem Erbstolln zu Swaz am Valckhenstain aufrichten, dadurch auf wenigist halber cossten des Wasserhebens erspart werden müge, welches musster er auf sein aigen cossten ins werckh zu pringen erpittig ist“ — als einen wahren rettenden Engel betrachten. Diese Probe wurde ihm auch zugesagt und der Schwazer Bergrichter Cristian Norl am 6. Oktober 1536 beauftragt, den Gewerken davon Mitteilung zu machen 2). Dieselben willigten auch darin ein, und wurde mit Dekret vom 16. Jänner 1537 dem Bergrichter aufgetragen, er möge Sorge tragen, dass die Gewerken durch ihre Zimmermeister die Röhren, den Wasserkasten und die Klause, wie er sie angeben wird, machen lassen würden und Sorge tragen, dass ihm und seinen Arbeitern durch die Wasserheber nichts angetan würde. Aus dem Gesagten - kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass diese Kunst weder ein von einem Wasserrade getriebenes Pumpwerk, noch ein Wasseraufzug, sondern möglicherweise ein der Hellischen Luftmaschine ähnlicher Apparat gewesen sein musste, der aber bei der Unmöglichkeit, bei Holzkonstruktionen eine luftdichte Abschließung zu erzielen, aller Wahrscheinlichkeit trotz aller sinnreichen Konstruktion nicht funktioniert haben dürfte.

2) e. u. b. 1536 f, 326 - e. u. b. 1537 f. 260.

Wir finden auch keinerlei Akt, der einen Erfolg dieses Apparates verzeichnet, stehen jedoch vor der traurigen Tatsache, dass ein Jahr später mit der Schachtarbeit ausgesetzt werden musste, weil die aufgewiegelten Wasserheber nicht weiter ihren Dienst leisteten. Die Zahl sämtlicher Wasserheber im Schacht und in der neuen Zeche betrug damals 472 Mann, von welchen 124 ausgeblieben waren. Am Schacht waren 4 Hutleute mit je 62 Knechten, in der neuen Zeche hingegen 4 Hutleute mit je 54 Knechten (Wasserheber). Beim Schachte fehlten 96, bei der neuen Zeche aber nur 28 Mann. Leider trat keine Besserung ein, da ein späterer Bericht vermeldet, dass an der neuen Zeche allein 128 Wasserheber im Ausstande waren 1).

1) P. A. I. 181 - e. u. b. 1537 f. 270.

Um den Gewerken am Erbstollen in dieser schwierigen Lage zu Hilfe zu kommen und zu verhindern, dass sie sich vom Bergbau nicht gänzlich zurückzögen, wurde ihnen mit Dekret vom 11. Jänner 1537 die halbe Frohn (1153 fl.) erlassen und im ringen Wechsel (6 Kreuzer pro 1 Mark Silber) zu schmelzen erlaubt, was sie jedoch keineswegs befriedigte, da sie drohten, nur mehr zwei Raitungen zu bauen. Nach einem königlichen Erlasse von Prag den 10. August 1537 wurde daher beschlossen, fremde Bergverständige zu berufen, um zu beurteilen, ob es ratsam sei, den Erbstollen gänzlich aufzulassen oder nicht?

Zu diesen Beratungen sollten nach einem ferneren Dekrete von Prag den 4. September 1537 nur tirolische Bergverständige beigezogen werden, so königlicher Seite der Rat Johann Zott von Pernegk. Nach der im Beisein obigen Kommissärs abgehaltenen Sitzung wurde mit Dekret von Wien den 30. Oktober 1537 den Gewerken bis auf Weihnachten nächstkünftigen Jahres 1400 Gulden Rh. Gnad und Hilfe verliehen 2).

2) g. v. h. 1537 ff. 4, 119, 143.

Endlich verstanden sich anfangs 1538 die Gewerken dazu, das Wasser auszuheben, einen bestimmten Ausbruch zu machen und weiter zu arbeiten. Sie fanden bei dieser Gelegenheit in der neuen Zeche, welche 40 Klafter tiefer als der Wasserschacht ist, viele Erze, und waren damals alle Gebäude am Erbstollen sehr höflich 3).

3) g. v. h. 1538 f. 20 — P. A. XII, 717.

Bevor ich den ersten, den Beginn und die Blütezeit des Schwazer Bergbaues umfassenden Abschnitt schließe, bringe ich eine dem schon früher erwähnten Manuskripte der k. u. k. Hofbibliothek entnommene Aufschreibung aller jener Silber, welche Jörg und Sebastian Anndorfer innerhalb der Jahre 1470 - 1535 in Schwaz gebrannt hatten.

Sie macht uns mit 98 Gewerken, den Jahren, innerhalb welcher sie in Schwaz gebaut, und deren Silbererzeugung bekannt, ist also in hohem Grade dazu geeignet, von der Bergbautätigkeit jener Zeit ein gutes Bild zu geben.

Hernach volgen alle Silber so Jörg und Sebastian Anndorfer zu Swatz gebrennt haben, soviel alle Schmellzherrn yeyklicher in sunderhait inn sumaria Inhalt dis Puechs gemacht haben von A° 1470 untz auff in gennd Wenhnechten Anno 1535.

    Mk. Lt. *)
Benedict Stolprockh 1470 - 1478 1965 14
Cristian Möltl 1470 - 1493 17.644 4
Cristian Taenntzl und sein Erben 1470 - 1535 356.103 4
Hermann Müntzmaister 1470 - 1483 20.417 9
Hanns Füeger und sein Erben 1470 - 1530 209.016 3
Jörg im Stockhach 1470 - 1483 9548 14
Benedict Kuefner 1470 - 1480 3300 6
Wolffgang von Puechach 1470 - 1479 4956 -
Augustin Schiferdegger 1470 - 1480 1984 14
Annthoni von Rost 1470 - 1513 189.676 8
Liennhart Träxl 1470 - 1474 563 3
Steffan Taenntzl, Hans Hartmann und Claus Schlossser 1470 - 1512 70.544 12
Matheus Türndl 1470 - 1476 1659 10
Hermann Ringsmaul 1470 - 1479 6010 6
Maister Jörg von Milau 1470 - 1474 81 2
Peter Haeperger 1470 - 1476 857 11
Ultz Lew 1470 - 1473 371 8
Anndre Jaufner 1470 - 1511 58.881 13
Lambrecht Erlacher 1470 - 1499 49.544 14
Osbolt Gschoff 1470 - 1480 1139 6
Cristof Laubinger 1470 - 1476 1269 9
Hanns Straßer 1470 - 1483 6742 5
Hermann Aychorn 1470 - 1480 874 4
Hanns Kaufmann 1470 - 1485 10.970 1
Jörg Perl 1470 - 1501 117.420 6
Hainrich Maurer 1470 - 1474 272 10
Hanns Sigwein 1470 - 1506 34.570 -
Anndre Goltschmid 1470 - 1481 1006 -
Hillprant von Hall 1470 - 1475 593 6
Lienhart Jöchl 1470 - 1480(1) 814 -
Cunrat Jämer 1470 - 1474 632 8
Lienhart Schroter 1470 - 1476 1512 8
Herman Frannkh 1470 - 1480 3684 6
Jörg Saxs 1470 - 1479 1610 6
Hans Schroter 1470 - 1483 5812 -
Hanns Säckl 1470 - 1475 718 14
Hanns Schmid 1470 - 1473 74 14
Lienhart Frey 1470 - 1472 46 9
       
Jörg Unnger 1471 - 1472 621 1
Marx Pockh 1471 - 1472 479 3
Jheronime Schorp 1471 - 1472 183 1
Steffan Schneider 1471 - 1472 262 3
Hainrich Tüler 1471 - 1472 128 4
Benedict Ungehant 1471 - 1480 228 -
       
Peter Fabian 1472 - 1479(8) 1216 7
       
Peter Papler 1473 92 15
Hans Pürgkl 1473 - 1475 137 15
       
Jörg Rosenplüe 1474 (5) 2 -
Anndre Stolprockh 1474 156 5
Ziril Ortolff 1474 - 1476 51 10
Lienhart Langüel 1474 - 1496 17.099 9
       
Virgili Hofer und sein Erben 1475 - 1526 305.338 -
Anndre Ladler 1475 - 1478 7 14
Paul Harthammer 1475 15 11
Steffan Kandlunger 1475 42 12
Eberhart Kaufmann 1475 - 1479 589 -
       
Claus von Puecher 1477 205 3
Matheus Phomel 1477 - 4
Thoman Wolf 1477 21 12
Hanns Fuesl(er?) 1477 43 3
Wolffgang von Gyntz 1477 - 1502 3687 12
       
Hanns Heustadl 1479 2 5
Hainrich Rueper 1479 335 10
Michel Artzperger 1479 - 1480 260 8
Peter Ruml 1479 - 1493 14.694 14
       
Cuntz Haerüng 1480 44 5
       
Maister Jobst 1481 29 13
Hanns Stöckl 1481 - 1499 21.450 15
       
Maister Ulrich Kantzler 1483 73 14
       
Lamprecht Stummerl 1486 - 1491 76 3
       
Michael Hueber 1489 - 1492 434 8
       
Herr Niclas von Fyrmian 1490 - 1493 2367 -
       
Cristoff Kaufman 1493 - 1504 3082 15
       
Herr Pauls von Liechtenstein 1496 - 1499 3816 6
       
Herr Pauls von Liechtenstain und Lienhart Languel 1496 1208 -
       
Matheus Gotzner 1497 282 10
Michel Schmid 1497 6 -
       
Sebastian Anndorfer und Cristoff Kaufmann 1499 - 1503 8394 1
       
Herr Ziprian von Sernthein und Hanns Stöckl 1501 - 1508 46.452 8
       
Ulz Peyrer 1505 3 4
       
Hanns Paumgartner 1507 - 1535(4) 282.222 13
       
Benedict Purgkhart und sein Mitverwanten 1509 - 1527 59.000 6
Hanns Mogg 1509 - 12 ¾
       
Jörg und Hans di Stöckl 1510 - 1527 92.874 7
       
Herr Pauls von Liechtenstain und Lienhart Haerer 1511 - 1517 11.812 9
Cristoff Reyff u. s. Erben 1511 - 1535 41.068 9
       
Hanns Wyser 1513 - 1526 5391 14
       
Lienhart Haerers Erben 1517 - 1521 5699 5
       
Hans und Ambrosi Hochsteter 1521 - 1530(29) 21.019 15
       
Herr Jacob Fugger und Hanns Stöckl Ratnberg 1522 - 1526 17.536 13
Herr Jacob Fugger und Hanns Stöckl Jenpach 1522 - 1526 21.555 -
       
Herr Jacob Fugger 1525 6204 11
       
Reimundi, Annthoni und Jheronimi di Fugger 1526 - 1535 67.518 9
       
Hanns Puml und Cristoff Herwart 1527 - 1535(4) 70.638 13
Hanns Stöckl 1527 - 1535(4) 67.199 3

*) im Original fehlt die Bezeichnung: "Mk. Lt."

Anmerkung Wolfgang Morscher: die Jahreszahlen in Klammer entsprechen handschriftlichen Anmerkungen in der Vorlage.

Quelle: Max Reichsritter von Wolfstrigl-Wolfskron, Die Tiroler Erzbergbaue 1301 - 1665, Innsbruck 1903. S. 30 - 56.
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Abkürzungsverzeichnis:

Gemeine Missiven . . . m
Von der fürstl. Durchlaucht . . . v. f. d.
Missiv an Hof . . . m. a. h. Causa Domini . . . C. D.
Missiv von Hof . . . m. v. h. Pest-Archiv . . . P. A.
Entbieten u. Befelch . . . e. u. b. Schatz-Archiv . . . S. A.
Bevelch vom Hof . . . b. v. h. Brixner Archiv . . . Br. A.
Geschäft von Hof . . . g. v. h. Trienter archiv . . . Tr. A.
Geschäft an Hof . . . g. a. h. Miscellanea . . . M.

Die römischen Ziffern bezeichnen die Faszikel, die Zahl im Nenner die Aktennummer, f. mit nachfolgender Zahl Folio des betreffenden Kopialbuches.
Maximilianea, Ferdinandea, Leopoldina erscheinen völlig ausgeschrieben, die vereinzelten Codices sind im Kontext erwähnt.