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Bergbau am Tannberg
von Walter Weinzierl

Unter dem Omeshorn, gegen Zug hinunter, wurde auf der Gstüttalpe auf Blei und Zink gebaut. Den alten aufgelassenen Stollen im „Gstiet" (Gstüt) auf dem Tannberg, wollte 1718 der Imster Bergrichter von neuem verleihen. Am Omeshorn selber findet sich Spateisenstein. Dort wollte im Jahre 1700 der Amtmann der Herrschaften Bregenz und Hohenegg ein, von ihm gefundenes Bleibergwerk in Betrieb setzen. Doch ist mir unbekannt, ob etwas daraus geworden ist.

Nach Srbiks Angaben befand sich auf der Pazielalpe, nordöstlich von Zürs ein Bergwerk, in dem man silberhaltigen Bleiglanz, mit Schalmei und Blende, gewonnen hat. Bis 1580 wurde in dieser einst bedeutenden Grube gearbeitet. Ihr Schmelzofen stand unten in Zürs.

Bei Lech liegt die Flur „Gafeli", vermutlich ein verstümmeltes gava-ila, die kleine Erzgrube. Südlich des Kitzbaches bei Lech, befindet sich die „Grubenalpe" und über ihr das „Schlössle"; sie künden von weiteren Bergwerken.

Zösmair berichtet von einer Flur „der Silberboden" in Schrecken, im hintersten Bregenzerwald. Wandert man von Schröcken über die Fellalpe, dann kommt man zur Alpe „Silberberg".

Ob auf Silberboden und auf dem Silberberg auf Silber gegraben worden ist, entzieht sich meiner Kenntnis, wahrscheinlich aber werden dort zumindest Versuchsbaue gewesen sein. —

Mit welchen Schwierigkeiten die Bergwerke im Montafon, im Klostertal und am Tannberg am Ausgang des Mittelalters zu kämpfen hatten, geht aus folgendem hervor.

Über den Bergbau am Tannberg ist wenig urkundliches zu finden. Nach einer Urkunde von 1515 belehnte Kaiser Maximilian I. den Ludwig von Nordholz, genannt Has, aus Kempten, nachdem dieser und sein Mitteilhaber ein neues Bergwerk auf dem Tennenberg zu bauen angefangen haben und viele Kosten damit hatten, mit diesem Bergwerk und den damit verbundenen Freiheiten, an allen 4 Orten mit je 2 Gruben und befreite sie für die nächsten 5 Jahre von Fron und Wechsel. Kaiser Karl verlängerte dann diese Begünstigungen bis 1523.

Eine Begünstigung Kaiser Karls V. von 1516 bestand darin, dass die Gewerke, welche sich in ihren Bergwerken im Montafon und am Tannberg eine Zeitlang schwer verbaut hatten, statt dem 10. Kübel vom gewonnenen Eisenerz, nur den 20. abzugeben haben und vom Silber, das sie gewonnen, keinen Wechsel zu bezahlen brauchen.

Im Jahre 1538 waren die Gewerke und Untertanen, welche die Bergwerke im Montafon, am Arl- und am Tannberg bauten und unterhielten, mit den ihnen bewilligten Terminen für die Bergwerksfreiheiten nicht zufrieden, sondern kamen wegen ihrer Armut um Verlängerung ein.

1539 wurde von der Regierung in Innsbruck dem König Ferdinand vorgeschlagen, nachdem sich unter den Bittstellern wirklich viele arme Gewerke und Lehenheuer befinden, welche das Ihrige in das Bergwerk gesteckt haben, mögen ihnen die bisherigen Freiheiten um 4-5 Jahre verlängert werden. —

Daraus geht hervor, dass es zu Beginn der Neuzeit eine Reihe von einzelnen privaten Gruben gab, die als Lehen vergeben waren und von diesen Familien auf eigene Kosten betrieben worden sind. —

Damit nehmen wir Abschied vom Klostertal und vom Tannberg und kehren zurück nach Bludenz.

Quelle: Walter Weinzierl, Über den alten Bergbau in Vorarlberg, Dornbirn 1972, S. 44 - 45.
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