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Bergbau im Klostertal und am Tannberg
von Walter Weinzierl

Bludenz liegt im Mittelpunkt unserer größten ehemaligen Bergbaugebiete und von ihm aus wollen wir nun das Klostertal und den Tannberg besuchen, ehe wir die alten Bergwerke von Bludenz und im inneren Walgau beschreiben.

Doch vorher noch ein paar Worte über das Schloss Montafon, das 1391 erst- und letztmalig in einer Urkunde Erwähnung fand.

Am 18. August 1391 wurde eine große Vorarlberger Eidgenossenschaft gegründet. Zu diesem Bunde gehörten auch die ganze Herrschaft Bludenz mit allen Leuten im Montafon, nämlich denen, die zum Hofe St. Peter in Bludenz gehörten; denen, welche im Tal und Gericht Silbertal ansässig waren; ferner die Freien Vogt- und Eigenleute und schließlich die Leute der beiden Schlösser Bludenz und Montafon.

Das Schloss Bludenz war die Vorläuferin des Schlosses Gaienhofen. Wo aber stand das Schloss Montafon, von dem wir wissen, dass es damals der Sitz des Berggerichtes und der Sitz des Bergrichters gewesen ist?

Um den Standort dieses Schlösschens wird heute noch herumgeraten.

Bevor wir dieser Frage näher treten, wollen wir uns daran erinnern, dass 1319 in einer Urkunde von der „argentifodina seu montem dictum Montafune" von der Silbergrube oder dem Berg, genannt Montafun, die Rede ist und dass mit diesem Berg Montafun zweifellos der Kristberg gemeint war, wo 1391 das Silberbergwerk im Dalaaserwald in voller Blüte stand.

Was ist daher naheliegender, als das Schloss Montafon in der näheren Umgebung des Kristberges zu suchen, der ja 1319 Montafon geheißen hat.

Als Standort des Schlösschens Montafon bieten sich uns demnach an: Der Schlossbüchel in Außerwald im Klostertal; eine der „Burgen" am Kristberg oben oder „Burg" im Dorfe Silbertal.

Im Silbertal wurde schon 1332 eine Kapelle gebaut und haftet am Hause 4 und 5 der Name „Burg". Der Name Burg ist in unseren Bergbaugebieten häufig und bezeichnet die Behausung der Grubenaufsicht oder auch der Knappen.

Am Kristberg oben, trug sowohl das abgebrochene Haus 101, als auch das Haus 110 den Namen „Rottenburg" und außerdem das Haus 116 die Bezeichnung „Wollenburg".

Wahrscheinlich aber war das Schlösschen Außerwald das Schloss Montafon, denn der alte Name von Wald war Danöfen, auf Deutsch ,,zu den Schmelzöfen". Dort standen die Schmelzen, in denen das Silbererz vom Silberbergwerk auf dem Kristberg verhüttet worden ist.

Für diesen Standort des Schlosses Montafon spricht auch die günstige Verkehrslage unten im Klostertal, in dem die Johanniterkomturei zu Feldkirch seit 1218, und zwar in Klösterle eine kleine Niederlassung besaß. Außerdem liegt Außerwald nahe der Stadt Bludenz.

In der Folgezeit hatten die Bergrichter bald im Schloss Montafon und bald in Bludenz ihren Wohnsitz, bis im Jahre 1520 der damalige Bergrichter auf kaiserlichen Befehl in diese Stadt zu übersiedeln hatte und alle späteren dort gewohnt haben dürften.

Bei der Frage nach dem Standort des Schlosses Montafon sind wir nun im Klostertal gelandet und wollen nun dem dortigen alten Bergbau, wie er uns in den Flurnamen noch überliefert ist, nachgehen.

Den ehemaligen Bergbau von Bludenz wollen wir später behandeln und begeben uns nun nach Braz und dann klostertalaufwärts.

Oberhalb von Außerbraz und zwar rechts der Alfenz, im Oberwinkel, unterhalb von Ganal, liegt das Bergmahd „Foppa", die große Erzgrube, von der wir 1808 lesen: „ein Acker in Losivor, das Bergmahd die Foba, unter Ganahl".

Östlich der Foppa, zwischen Winkel- und Bartellstobel, haben wir „Gawatsch", von gav-atscha, (seit 1450 schon Gawatsch geschrieben). Gawatsch grenzt aufwärts an „Altofen", an den alten Ofen und bedeutet die Stahlerzgrube.

Weil man das Erz von Gawatsch und Foppa niemals 400 m bergaufwärts zum alten Ofen befördert hat, muss notwendigerweise eine talabwärts gelegene Schmelzhütte in Vergessenheit geraten sein. Vielleicht befand sie sich in Außerbraz unten, denn dort haben wir einen „Kohlplatz", 1590 Kohlgrube genannt.

Umgekehrt geht es uns mit „Altofen", schon 1553 so geschrieben und dem „Altoffner Maiensäß" von 1450 einerseits und der Flur „Kohlbrenner" andererseits. Hier kennen wir also den Schmelzofen und den zugehörigen Kohlenmeiler, nicht aber die ehemaligen Erzgruben, die sich im Gebiet der Gamsfreiheit befunden haben dürften und auf ein ehrwürdiges Alter blicken könnten, weil Altofen ja schon im Jahre 1450 als ein alter Ofen bezeichnet worden ist.

In gleicher Höhe vom Maiensäß Altofen, aber jenseits des Bartellstobels liegt die Flur „Malarsch", so geschrieben von 1512 bis heute. Damals hieß es: „der Berg Malarsch stößt abwärts an den Malärsch Stein."

Das Wort mal bedeutet Stein und arsch kommt vom rätoromanischen argient, das Silber. Somit haben wir es bei Malarsch mit einem Silberstein zu tun. Unter Malarsch gibt es am Fratigenbach die Flur „Rosengarten", ein altes Bergwerk.

Noch tiefer unten liegt die Flur „Gruben", (1810 „Mahd auf Gruben").

Talaufwärts kommen wir nun nach Innerbraz und beginnen unsere Suche nach alten Bergbauen östlich des Frattetobels beim Fatrigabach und gelangen über dem Dorf zur Flur „Gafreu" und westlich unter ihr zur „Foppa", nahe dem Masonbach.

Die „Foppa" war eine große Erzgrube; 1450 Voppa und um 1600 „Berg Voppa" genannt.

Gafreu schrieb sich im Jahre 1450 „der Berg Gafrew"; 1465 „das Gut auf Gafraw"; 1650 „der Berg Gafröw" und 1772 „Gaffrewberg".

Hinter diesem Gafreu steckt ein gava-fer. Mithin haben wir es hier mit einem Eisengrubenberg zu tun.

Unter Gafreu liegt der„Gafreuwald" und lag um 1450 das Gut „Scharram", in dem sicherlich das rätoromanische Wort aram, das Kupfer, sich verbirgt. Leider fehlen ältere Namensnachweise.

Auffallend ist es, dass sich im Innerbrazgebiet nicht ein Schmelzofennamen erhalten hat.

Hinter Innerbraz, beim Weiler Garaz, kommen wir, knapp über dem Talboden, im Bockwald zur Flur „Gafiel", von gava-ila, die kleine Erzgrube.

Noch weiter talaufwärts gelangen wir, unterm Rogelskopf und zwar zwischen dem „Unter- und dem Obergavarwald", auf die „Gavaralpe", über Maslun gelegen.

Schon 1511 und 1588 schrieb sich die Alpe Gavar; 1533 Gafara und 1611 ist vom Wald Gafara die Rede. In diesem Gafar haben wir wieder ein gava-fer, eine Eisengrube vor uns.

Östlich von ihr, an der Dalaaser Gemeindegrenze, begegnen wir dem „Schmitten"- oder Bludenzerwald, dem „Schmittentobel" und an dessen Talausgang „den Schmitten", also den Schmieden.

Die zugehörenden Bergbaue und Schmelzöfen müssen wir schmittentobelaufwärts, in der Dalaaser Gemeinde suchen.

Gehen wir nun auf das linke Ufer der Alfenz, dann kommen wir zur „Blömbitscherwand". Dieser Name leitet sich ab vom rätoromanischen plom, das Blei und von pitschen, klein. Daher stehen wir hier vor der kleinen Bleiwand.

Auf der gleichen Alfenzseite und zwar bei Hintergassen finden wir die Flur „Gavadura", die Erzgrube und darüber den „Gavadurenwald" und noch höher oben den „Gavadurastein", unter dem Gräntenkopf.

Gavadura hieß schon 1408 Gavaduren und 1450 „das Gut Gafferdura und Gaferdura".

Wo sich im Jahre 1444 das „Gut Gafriel", von gava-fer-il, die kleine Eisenerzgrube, befunden hat, lässt sich vorderhand nicht ermitteln.

Damit sind wir in Innerbraz zu Ende und gehen nach Dalaas.

Wandern wir dort auf der rechten Uferseite das Schmittentobel bergauf, gelangen wir zum „Lochwäldle" und darüber zum „Lochmädle", (1644 „das Loch" genannt), wo sich wahrscheinlich eine Erzgrube befand.

Noch weiter oben liegt am Fuß des Roggelskopfes „die Gruaba", 1618 Gruoben, 1720 die Alpe Grueben geheißen. Die Mehrzahlform spricht dort für mehrere Bergwerksstollen.

Biegt man vom Schmittentobel zum Mostrinbach ab, liegt an dessen linkem Ufer der „Kohlplatz" und über dem Bach drüben der „Hüttenkopf", der auf einstige Schmelzöfen hinweist.

Ein zweiter „Hüttenkopf" befindet sich beim Formarinsee. Der dortige „Kegelgraben" und dann die „Schweinslöcher" vom Formarinsee zur Formarinalpe hinauf, könnten auf alte Stollen hinweisen.

Bei Unter-Maton, über dem Hölltobel, gelangen wir wieder zu einem alten Stollen, namens „Grub", 1499 „das Gut Innergrueb" genannt.

Direkt über der Dalaaserkirche haben wir die Flur „Gaues" (1569 Haus und Hof Gawas geheißen; 1620 Gawes und Gaues; 1685 Gaua und 1790 Gaues) und darüber den „Gaueswald", also ein Gebiet mit mehreren alten Erzgruben.

östlich von diesem Gaueswald kommen wir in den „Löcherwald" und hoch über ihm, unter der Saladinspitze, zur Flur „Löcher"; lauter Namen, die an alte Stollen erinnern können.

Begeben wir uns auf das linke Alfenzufer, dann treffen wir in der Ortschaft Dalaas, direkt neben der Landstraße, auf den „Kohlplatz" und südwestlich von ihm, am Steinbach, auf die „Kohlgrub".

Über dieser und zwar unter dem Kristberg gelangen wir zur Flur „Ferrär", vom lateinischen ferraria, das Eisenbergwerk. Vielleicht geht dieses Bergwerk, entsprechend seinem Namen, bis in die spätrömische Zeit zurück.

Auf der gleichen Talseite liegt Gurta und bei ihm befinden sich die „Knappenlöcher", einstmalige Erzstollen.

Außerdem wurden, nach Srbik, im Innern und Äußern Gurtentobel alte Versuchsgrabungen auf Spateisenstein festgestellt.

Oberhalb der Knappenlöcher, nordöstlich unter dem Kristbergsattel, kommt man zu den „Lobiger Löchern", (1535 Lobinger und 1610 das Silberbergwerk genannt), wo sich das berühmte Silberbergwerk befunden hat, das ich schon beim Montafon beschreiben habe, weil auf dem Kristberg droben die Knappenbehausungen standen.

Ein Karren- und Saumweg führte vom Kristbergsattel nach Danöfen. Dorthin wurde das Silbererz zur Verhüttung gebracht.

Auf dem Kristberg oben ist im Jahre 1507 das Agathekirchlein erbaut worden, als Knappendank für ihre Errettung bei einem Stolleneinsturz.

Um die gleiche Zeit eröffnete man einige neue Stollen gegen Dalaas herunter.

Gegen Ende ihrer Blütezeit war die Silbergrube im Besitz der Fugger.

Östlich der Knappen- und der Lobiger-Löcher stoßen wir auf die Fluren „Blei" und darüber auf „Gavestes" und „Gavanesch", lauter Erzgrubennamen, und noch weiter oben auf den „Kohlboden", den alten Meilerplatz. –

Von Dalaas aus besuchen wir nun Wald am Arlberg.

Dieses Dorf hieß noch in meiner Jugendzeit „Danöfen", auf deutsch „zu den Öfen", ein treffender Name für diesen alten Bergwerksort, in dem einstens 9 Schmelzöfen gebrannt haben.

In Außerwald und zwar am Radonabach finden sich drei Lochnamen, die alte Stollenbezeichnungen sein können. Es sind dies: Das „Stierloch", das „Ahornloch" und das „Blackaloch".

Über dem letzteren liegt das „Schlössletobel", in dessen Nähe wahrscheinlich das Schlössle, die Unterkunft der Knappen lag und noch ein Stückchen weiter droben sprudelt das „Goldbrünnele".

Links der Alfenz, bei der Radonabachmündung, künden die Fluren „Schmelzofen" und „Anfürat" von ehemaligen Erzschmelzen und bergaufwärts, über dem Bärentobel, erstreckt sich der „Dürrerwald", 1408 als des Gotteshauses eigene Alpe, der Thürrerwald, bezeichnet.

Direkt über der Parzelle Außerwald haben wir den „Schloßbühel", der eine kleine Burganlage getragen hat, die sehr wahrscheinlich das ehemalige Schloss Montafon gewesen ist, welches der Bergwerksaufsicht und Verwaltung gedient hat.

Wenn wir in Innerwald das Glongtobel aufwärts gehen, begegnet uns, westlich der Glongspitze, die Flur „Fernes", (1308 Vornetz), vom lateinischen fornaces, die Schmelzöfen. Wo die dazu gehörenden Erzgruben lagen, entzieht sich bisher unserem Wissen.

Ein anderes „Fornes" (1380 Fornas) und daneben das „Fornesblies", die Schmelzofenhalde, befinden sich nordöstlich vom „Grafenspitz", gegen den Spullersee hin. Zu allem Überfluss gibt es dort noch die „Vornetzspitz" (1783 Fornaserspitz und 1793 Vornätzkopf geschrieben).

Südlich unter dem Grafenspitz befindet sich „Grofa" und gleich darunter der „Dürrenberg".

Weil rechts und links vom Grafenspitz Schmelzhütten gestanden sind, vermute ich in diesem Grofa, Grafa, ein gafera, eine Eisengrube, die in deutschem Munde zu einem Grafen, einem Grofa geworden ist.

Nicht weit davon treffen wir nordöstlich des Spullersees wieder auf eine Flur „Schlössli" (1780 Schlössel geschrieben) und dem Spullerbach entlang zieht sich das „Loyestal", das St. Elogiustal (1618 Tal Loyes genannt) gegen Zug hinunter. An ihm lag, westlich des Schafberges, das Maisäß Loyes, (1463 das Maisäß Laigiss).

Bevor wir uns nach Klösterle begeben, sei daran erinnert, dass in Innerwald früher St. Loy verehrt worden ist.

Jenseits des Spreubaches betreten wir das Gebiet von Klösterle. Dieses Dorf ist nicht nur wegen seines reichen Bergbaus, sondern auch sonst im hohen Mittelalter von einiger Bedeutung gewesen.

Wie wir schon gehört haben, schenkte im Jahre 1218 Graf Hugo von Montfort den Johannitern in Feldkirch das Klösterle und die Marienkapelle im Mariental, dem damaligen Namen des Klostertales, Seit 1309 ging das Hallersalz über den Arlberg und seit 1343 hören wir von der Zolleinhebung in Klösterle. Wie es sich für ein altes Bergbaugebiet gehört, stand auch noch 1640 eine St. Loykapelle in diesem Ort. In ihr wurde am 25. Juni jedes Jahres der St. Loyestag feierlich begangen.

Nördlich des Dorfes befindet sich der „Leuiwald", vermutlich ein St. Loywald, und über ihm könnten das „Holzloch" westlich der Batzigalpe und das „Felix Tomasloch" östlich von ihr auf einstige Stollen hinweisen.

Oberhalb der Parzelle „Danöfen" in Klösterle (1482 zün Offnen und zu den Öfen) liegt der „Rosengarten", ein ehemaliges Bergwerk.

Am linken Ufer der Alfenz begegnen uns viele Flurnamen, die von alten Bergwerken künden.

Dort befindet sich östlich des Vermalstobels, südlich der Parzelle Danöfen, „Gafadürli", die kleine Erzgrube, (1810 der Acker „das Gafadürli") und über ihr „Gafadura" (1462 Gafradura, 1482 Gaferdura und 1737 das Maisäß Gavadura).

Vermutlich hatte von dieser Gavadura der 1339 in Klösterle sesshafte Konrad von Gavedur seinen Namen.

In der Nähe von Gafadura wird das 1482 genannte Maisäß „Gafaduralta", die hochgelegene Eisenerzgrube, zu suchen sein.

Bergaufwärts von Gafadura haben wir die Flur „Waldaforn", das ist ein „Wald da forna", also der Wald bei der Schmelzhütte.

Östlich von Waldaforn liegt „Gaferdis", die Ferdinandsgrube und darüber die Flur „Erzgruben", welche auf mehrere Stollen hinweist.

Von Erzgruben führt der „Knappenweg" nach Osten, über „Burg", dem ehemaligen Sitz der Bergwerksaufsicht und wahrscheinlich auch die Knappenbehausung, zu den „Burglöchern", also weiteren Stollen, und darüber zum „Schmidboden", wo die Schmiede stand. —

Unmittelbar südlich von Klösterle befindet sich, links der Alfenz, die Flur „Blümpis", ein ehemaliges Bleibergwerk, vom lateinischen plumbum, das Blei. Gleich über Blümbis liegen der „Blümbiserwald" und der „Innere und äußere Blümbiserzug". —

Östlich davon zieht das Nenziggasttobel nach Süden. In diesem Tobel findet man Roteisenerz.

Noch unterhalb der Nenziggasttobelalpe (1423 Alpe Nanzengast) haben wir im Tobel „das Schweizerloch"; westlich von ihm „das Vierzehnerloch" und nochmals ein „Schweizerloch", lauter ehemalige Bergwerksstollen, die wahrscheinlich von Schweizerknappen befahren worden sind. Das Vierzehnerloch hatte vermutlich eine Belegschaft von 14 Bergleuten.

Oben im Nenziggasttobel zweigt das „Isatäli", das Eisentälchen, ab und deutet auf weitere Gruben, desgleichen vielleicht auch die „Eisentalerspitz", im Abschluß des Tales.

Beim Ausgang des Nenziggasttobels und zwar auf seiner linken Seite, liegt die Eisenschlackenhalde von einem alten Schmelzofen. —

Jenseits des Nenziggasttobels beginnt das Gebiet von Langen.

Direkt unter Langen ist die „Kohlgrub" und der „Kohlgrubenwald" und darüber das „Rosenegg", also das zu den Meilern gehörige Bergwerk.

Über Rosenegg liegt der „Heiligwald" (1671 Hailigen Wald geschrieben). Vielleicht lagen in ihm Erzgruben, die nach Heiligen benannt waren.

Zuoberst in den Bergen nördlich von Langen erheben sich „der Erzberg" (um 1810 der Arzberg) und „die große und die kleine Grubenspitze", die wiederum auf alte Bergbaue hinweisen. —

Damit verlassen wir Langen und kommen nach Stuben.

Nördlich über Stuben befindet sich unter dem Flexenkopf der „Rosengarten", ein altes Bergwerk, und unter ihm „Gauele", von gava-ila, die kleine Erzgrube.

Östlich des Rosengartens, oberhalb von Rauz und zwar unter dem Ochsenbodenkopf, gelangen wir nach „Hochgafri" (1721 das Mahd, die Hohe Gaferri) und unter ihr zur Mahd „Gafri" (1540 auf dem Gafra; 1721 Gaferri und 1794 Gafrey), Beide Namen leiten sich von gava-fer, die Eisengrube ab.

Südlich von Stuben, unter der Hinteren Albona, befindet sich auf „Glücksegg" (1671 Glück Egg geheißen), ein verfallener Stollen und südöstlich von Rauz begegnen wir dem „Leuiloch", vermutlich einem „St. Elogiusstollen", über der Flur die „Löcher", einstmaligen Erzgruben; noch weiter oben den „Erzgruben" und über ihnen, gleich neben dem kleinen See, den „Erzlöchern" unter dem Peischelkopf. — Am Peischelkopf findet man Zinkblende.

Im Jahre 1539 wurden 2 Gewerke am Arlberg genannt, nur wissen wir leider nicht, wo sie lagen.

Im gleichen Jahre richteten die Gewerke von St. Elena und Gertrauten, am Arlberg beim Erbstollen, ein Gesuch an die Innsbrucker Regierung um Belehnung mit neuen Bergwerken.

1541 suchte ein Christian Stainleitner um die Belehnung mit dem neuen Bergwerk am Arlberg an, das er aufgefunden hat.

Wie groß der Bergbau im Klostertal einstens gewesen ist, kann man aus folgendem erahnen.

Im Jahre 1470 beschwerte sich der Truchsess Eberhard von Waldburg, damals Inhaber der Reichsgrafschaft Sonnenberg, beim Herzog Sigismund von Tirol, dass dieser ihn am Silbererzbau auf dem Arl behindere, obwohl er dort einen eigenen Bergrichter eingesetzt und den Leuten des Herzogs 200-400 Erzgruben verliehen habe.

Mit dieser großen und ungenauen Grubenanzahl wird der Waldburger wohl übertrieben haben, aber die Zahl der Versuchsbaue und Bergwerke muss um vieles größer gewesen sein als die noch heute gebrauchten Flurnamen uns überliefern. Schade ist es, dass die dortigen alten Silbergruben nirgends genannt worden sind.

Auch alle Schmelzofennamen sind im Klostertal, mit Ausnahme von Danöfen und Waldaforn, in Vergessenheit geraten, es wäre denn, dass alles Erz des ganzen Arlberggebietes in Danöfen verhüttet wurde, was aber der vielen Wälder ringsum und wegen des langen Transportweges bis Danöfen hinaus sehr unwahrscheinlich ist.

Quelle: Walter Weinzierl, Über den alten Bergbau in Vorarlberg, Dornbirn 1972, S. 34 - 43.
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