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Bergbau in Piesendorf
Von Josef Lahnsteiner

Die Bronzezeitleute, die am Naglköpfl eine Knappensiedlung hatten und Kupferbergbau betrieben, müssen wohl im Walcher Graben Erze gefunden und verarbeitet haben. Von späteren Bauen wissen wir nur, dass das Poch- und Waschwerk am Walcher Bach lag, heute heißt noch ein Haus dort Bucherhaus. Aber am Klucken hat der berühmte Baumeister Christoph Ferner um 1550 ein Kupferkiesbergwerk aufgemacht, sein Sohn Andre hat es bis 1577 betrieben. 1578 haben die Brüder Carl und Hans Rosenberger das Pernerische Gebäu übernommen und gefunden, dass die Erzstreichen vom Limberg gegen Klucken herüberzieht und ziemlich edlen Kiesgang hat. Der EB. Kuen-Belasy bewilligt ihnen Holz aus dem Piesenbacher Wald und Kolbenstätten auf geeignetem Platz. Sie müssen dafür zwei Brunnleitungen ins Dorf hinab legen. So haben die Rosenberger mehrere Jahrzehnte gearbeitet. Sie klagen 1593 und 1613 wohl über geringen Ertrag, aber aufrecht erhalten haben sie das Werk doch. Später, 1776, arbeiten am Limberg und Kluck 31 Mann. Das Poch- und Waschwerk war in Walchen, ausgeschmolzen haben sie die Erze in Mühlbach (Pinzgau), später in Leogang-Hütten.

Ein Lehen am Berg heißt heute noch Kleinstolln. 1906 wurde das Bergwerk am Klucken und bei Wachtlehen, sowie die alten Stollen vom Bergbauunternehmer Eduard Pilnay in Graz wieder in Betrieb genommen, um Kupfer zu gewinnen, aber es hielt nicht an. 1911 wurde oberhalb Saulehen am Wengerberg ein alter Stollen entdeckt. Es findet sich Kupferkies dort. Hinter dem Haus Hochbürgl ist ebenfalls ein Stollen von einem alten Anstich des Berges.

So ist in Piesendorf an verschiedenen Stellen versucht worden, dem Berge wertvolle Erze zu entlocken.

Quelle: Josef Lahnsteiner, Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. Hollersbach 1965. S. 634.
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