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Bergbau Mühlbach
Von Josef Lahnsteiner

Das Bergwerk von Mühlbach-Brenntal ist am rechten Ufer der Salzach gelegen, zwischen dem Wennser Bachl und dem Vitlechbachl in Hollersbach. Hier läuft in den chloritischen Glimmerschiefer der Radstädter Dolomit ein und bildet eine langgezogene Linse im Schiefer. Dieser Schiefer ist erzhaltig, Schwefelkies und Kupferkies kommt darin vor. Das Erzvorkommen reicht von der Talsohle, 820 m, bis gegen den Gerkopf auf 1460 m hinauf. Da befinden sich die Grubeneinbaue und ist der Berg mit der Arbeit der Jahrhunderte durchbohrt und durchlöchert wie wurmbefallenes Holz. Man hat an die 240 Stollen errechnet. Die Mächtigkeit der Erzstreichen ist nur 1 bis 3 m. Nach der Teufe gehen die Lager immer mehr auseinander und das Gestein wird taub. Der Brenntaler Bergbau hat den großen Vorteil, dass zum Erztransport nur ein kurzer Weg nötig war. Das Fördergut wurde ohne vorausgegangene Aufbereitung direkt ans Hüttenwerk übergeben. Daher wurde dieser Berg intensiv abgebaut, solange ein Körnchen Erz herausschaute.

Der Abbau begann schon im Mittelalter, 1430 ist schon die Rede davon. Aber im 15. Jahrhundert dürfte der Betrieb noch bescheiden gewesen sein. Um 1500 wurde er großzügig ausgebaut. 1510 waren folgende Gewerken daran: Leonhard Vernpeuntner zu Kufstein, Hans Pentz zu Weierhof, Wolfgang Knoll zu Dorf, Leonhard Winckler zu Wenns. Aber diese schafften nicht lange. Nach einem Vertrag von 1510 mussten sich die Gewerken verpflichten, jährlich 2000 Zentner gut gesottenes und getrocknetes Vitriol an Melchior Stunz in Augsburg zu schicken. Er zahlte den Zentner mit 1 fl.

1515 wurde einer Gesellschaft von Handelsherren zu Augsburg die Erlaubnis erteilt, die Kupfergruben am Gerberg wieder zu eröffnen. 1554 beklagen sich die Dorfer Bauern das erste Mal wegen der Rauchschäden auf ihren Feldern und suchen um Schadenersatz an. 1571 hat der Mühlbach die Rost- und Schmelzwerke sowie den Lendplatz von Grund aus weggerissen. Aber es ist alles wieder erbaut worden. 1567 wird vom EB. Kuen Belasi dem Christoph Ilsung, Brenntaler Gewerken, zum Schmelzofen und Vitriölsieden im Mühlbach der Regenbogenwald und andere Hölzer zu schlagen bewilligt. Eine große Kommission besucht das Mühlbachtal und begutachtet die zwei hintersten Wälder, den Sudtenwald und die Talsen. Zur Bringung dieses Holzes muss eine große Klausen gebaut werden, die auf 300 fl. kommt. Aber die vier Bichlinger Bauern helfen bei der Schlägerung mit, weil sie darinnen ihr Alpwerk haben und weil sie dadurch eine Säuberung ihrer Almen und der Gräben erhoffen. Der Bergrichter Vinzenz Wendter, der zugleich Dorferwirt war, muss die Arbeit überwachen. Der Holzverbrauch bei der Schmelzhütte ist groß gewesen, weil immer neue Anforderungen um Holzschlägerung gestellt werden. 1605 begehren die Gewerken den Perngart- und Aschbachwald in Neukirchen. 1612 bekommen sie Wälder in Kasersbach und Windwürfe in der Krimml. Da fällt aber so viel Holz an, dass der Salzachrechen in der Kronau-Mühlbach viel zu klein ist und zwei Joch Grund als Lendplatz gekauft werden müssen.

Der große Rauchschadenprozeß

Der bei der Verhüttung entstehende Schwefelrauch (schwefelige Säure) schadet der Vegetation sehr. Auf den Feldern östlich von Mühlbach ist fast nichts gewachsen. Noch im Jahre 1880 waren diese Gründe außergewöhnlich arm und steril. Daher ist es kein Wunder, dass sich die Bauern zur Wehr gesetzt haben. Die Bauern behaupten, als die Rost- und Siedhütte vom Wennser Berg 1525 nach Mühlbach verlegt wurde, haben die Gewerken die Zusage gemacht, dass sie von Fasten-Ruperti bis Michaeli (27. März bis 29. September) mit dem Rösten aussetzen wollen. Der Bergverweser (Gewerkenverwalter) will aber das Rösten nur 3 bis 4 Wochen einstellen, während der Getreideblüte und des Einkörnens. Damit sind die Bauern nicht zufrieden. Es kommt 1605 ein Vergleich zustande, wonach der Lechrost sechs Wochen lang nicht angezündet werden darf, die Kupferschmelze aber das ganze Jahr in Betrieb sein kann. Die Hofkammer leistet dann einen jährlichen Pauschalbetrag von 60 fl. als Entschädigung.

1737 geht aber die Klage wieder an. Die Untersulzbacher Gewerkschaft leistet keinerlei Zahlung, obwohl gerade ihr Rauch so schädlich sei. Die Untersulzbacher Gewerkschaft wehrt sich mit Händen und Füßen gegen jede Zahlung. Sie pochen immer darauf, die nahe beim Schmelzofen liegenden Bichlinger Bauern beschweren sich nicht so wie die Dorfer. Das ist leicht verständlich, da am öftesten der Westwind geht, der den Rauch mehr nach Dorf als nach Eicheln trägt. Aber auch der Bergrichter Ainkäß sagt 1741 selber, dass das Grummet schlecht, die Rigötz aber so gering sei, dass kaum eine Kuh mehr abzubeißen hätte. Er diktiert 1743: Die Gewerkschaft Untersulzbach hat für die Schadensjahre 1734 bis 1743 die Pauschalsumme von 200 fl. zu zahlen, in Zukunft müssen Hofkammer und Gewerkschaft je 60 fl. jährlich an die Bauern zahlen.

Die Mühlbacher Gewerken verkaufen

Die Erzbischöfe trachteten, die Bergwerke allmählich in das Eigentum des Landes zu bringen. So ist das Mühlbacher Bergwerk im Jahre 1638 auch zum Verkauf reif geworden. Das Inventar vom Jahre 1635 weist an Besitz auf:

Die Schmelzhütte, sie hat 4 gewölbte Schmelzöfen, 3 Paar Blasbälge mit Wellbaum für Wasserantrieb, 1 Gstibhaus (wo das zu Pulverstupp zermahlene Erz aufbewahrt wurde), 1 Kupfergrube, 1 gemauerten Lech- und Steinrost, 1 Kupferkasten mit Werkzeug versehen, 1 Probiergaden, der enthielt Waagen, Mörser, Probieröfen, Teglzangen und viele Werkzeuge, 1 Holz-, 1 Lehmschupfen, 1 großen Kohlbarren, 8000 Sack Holzkohle fassend, 1 Zimmererhütten mit verschiedenen Holzsorten und Werkzeugen.

Die große Siedhütte auf der Kronau enthält 4 Öfen, 16 Bleikessel, 33 Vitrioltröge, 3 Doppelöfen, ein neu gemauertes Haus als Wohnung für den Vitriolsieder und Schwefelfacher. In der Siedhütte ist sehr viel Werkzeug, dann ist der Vitriolkasten mit Kesseln, Trögen und Werkzeug, der Schwebelkasten hat 9 Läuterpfannen, 22 Schwebelmödel, viele Werkzeuge. In der Kronau sind 11 große und kleinere Schwefel-Röstöfen mit einem Fassungsgehalt von 35.000 Kübeln Erzstuff.

Das Handelshaus, wo der Verweser wohnt, jetzt Forstverwaltung, war gut gebaut und eingerichtet, über 12 Lokale, auch Badstube mit Kessel vorhanden, reiches Mobiliar, eingelegte und bemalte Betten, 3 zirmene Kästen, 3 Schreibkästen, viele Truhen und Tische, reiches Zinn-, viel Kupfergeschirr, auch einige Waffen, Arznei für bergsüchtige Knappen.

Der Traidkasten (heute Wohnhaus, der Kasten) wurde 1625 von Grund auf neu gebaut in Mauerwerk, enthält viele Wagen, Kutschen und Schlitten, Pferdegeschirr, zwei große Schmalz- und Kasgewölbe, drei gepflasterte Getreideböden aufeinander mit 550 Metzen Edeltraidt, 158 Metzen Habern, 550 Laib Brot, 3000 Pfund gesotten Schmalz, 800 Pfund Käse, 320 Pfund Salz, 365 Pfund Unschlitt und Kerzen, 2900 Pfund Blei.

Das Gewerkenhaus in Mühlbach hat zehn Wohnräume, Küche, zwei Speisgaden; die Kohlstatt enthält 3100 Sack Kohlen und Werkzeug. An Erz sind 48.000 Kübel Kupfer- und Schwefelerz vorhanden.

An Gründen und Baulichkeiten gehören dazu: Die Bergschmiede in Wenns mit guter Einrichtung, ein Vitriol- und Schwebelkasten zu Wörgl am Instram (Innstrom), zwei Lötschen (Magazine) am Paß Thurn, das Senkhoferhaus (wohl in Kitzbühel).

Im Mühlbachtal, zwei Stunden einwärts, ist 1630 eine große Klausen erbaut worden mit zwei Toren, hinter der Herrmühle eine neue starke Wehr in den Bach hineingebaut, auf der Lend (Mühlbach Birchau) sind 800 Klafter Holz aufgestapelt.

Das Bergwerk Brenntal besteht 1635 in sieben offenen Stollen, wovon der Joachim mit 18.000 fl., der oberste, St. Ruprecht, mit 23.000 fl. veranschlagt ist. Alle Stollen sind mit Werkzeugen, Eisen und Zubehör versehen.

Unter diesem Verhalt wurde am 30. Jänner 1638 zwischen EB. Paris Lodron und den Gewerken Manlich, Hamann samt Vertretern der Kaufvertrag abgeschlossen, das ganze Bergwerk, Schmelzwerk, mit allem, was dazu gehörte, um 40.000 Gulden an den Erzbischof verkauft. Beim Hüttenwerk waren damals 19 Arbeiter, bei jedem Stollen eigene Knappen angestellt, der Joachim hatte neun Knappen.

Unter der neuen Leitung ist das Bergwerk, trotz verschiedener Rückschläge, bald zur Blüte gekommen. 1645 ist die Schmelz- und Siedhütte auf der Krunau abgebrannt und musste alles wieder neu gebaut werden. Aber es ging doch vorwärts. Die Raittung 1670 ergab, dass 16.000 Kübel Kupferstuff und 8000 Kübel anderes Erz angeliefert wurden, verschmolzen wurden 18.000 Kupferstuff und 2400 Kübel anderes Erz. Davon wurden ausgebracht 24 Platten Kupfer, 425 Pfund Feinkupfer, 6000 Pfund Schwarzkupfer, 644 Zentner Schwefel, 3000 Pfund Nachstein.

Der Lendrechen auf der Krunau muss 1673 neu gebaut werden und kostet 2100 fl. Der Holzbedarf ist jährlich 750 bis 800 Klafter Brennholz. Kohle wird gebrannt in Habach Maißau 4800 Sack, Hauptmannsbach 4200, Bärnfilz-Paß Thurn 500 Sack. Aber auch an anderen Orten wird für den Handel Kohle gebrannt, im Felbertal, Stubach. Die Gehälter sind 1679: Verweser 300 fl., Pfenwertschreiber (Materialverwalter) 180 fl., Bergrichter 110 fl., Handelsschreiber 100 fl., Oberhutmann 104 fl. pro Jahr. Es sind 174 Personen beschäftigt.

1701 ist im Mühlbachtal wieder eine große Klause zur Trift erbaut worden, 43 Schuech hoch, mit zwei Toren, einem feichtenen Dach, einer starken Schwarbruggen, 120 Schuh lang, je 10 Schuh auf jeder Seite in den Berg hineingegraben, mit Vorzimmerei und Schoßtenn. Aber 1702 hat der Wasserdruck die ganze Klause weggerissen und großen Schaden angerichtet, da der ganze Stausee auf einmal durch den Mühlbach herausgebrochen ist. Es muss aber das geschlägerte Holz doch weggebracht und daher eine neue Klause gebaut werden.

Wichtig war in Mühlbach die Erzeugung von Kupfervitriol. Die Fabrikation dieses Produktes hat der Bergrichter Gottsmann 1528 aus dem Venezianischen hierher verpflanzt. Die Erze wurden längere Zeit der Verwitterung ausgesetzt, dann durch angesäuerte Wasser ausgelaugt und die gewonnene Lauge versotten. Diese Methode hat sich bis 1863 erhalten.

Bergbau Mühlbach wird aufgelassen

Durch den Brenntalwald geht ein Fahrweg von Mühlbach hinauf. Der oberste Stollen in 1460 m Höhe ist St. Rupert, einst einer der besten. Auf 1400 m ist St. Martin, in 1350 m Höhe Johann Baptist. Südlich vom Knappenhäusl Opferung ist der heute noch offene Stollen Maria Opferung, mit einer Länge von 1200 m. In der Talsohle bei Wenns ist der Sigmundstollen in 820 m Höhe. Er wurde von EB. Sigmund Schrattenbach anbefohlen, der ja den Bergbau 1760 wieder in die Höhe bringen wollte. Sein Mundloch ist nahe bei Wenns, der Querschlag geht 2500 m in den Berg, dann aber 100 m in die Tiefe. Da erfolgten unaufhörliche Wassereinbrüche, die den Bau so verteuerten, dass er aufgegeben werden musste, obwohl er nicht erzarm war.

In Mühlbach wurden 1833 folgende Erze verhüttet und ausgeschmolzen: 1. Vom Berg Brenntal; 2. vom Limberg in Bruckberg; 3. vom Neuschurf im Walchergraben Piesendorf; 4. vom Pochwerk Thumersbach; 5. vom Bergwerk Untersulzbach; 6. vorher auch von Rettenbach, das aber 1833 eingestellt war.

Die Jahresproduktion betrug 1860: 170 Zentner Rosettenkupfer, 610 Zentner Kupfervitriol, 270 Zentner Feinschwefel. Das war viel zu wenig. Die Ursache war, dass die Erzvorkommen bedeutend nachließen. Schwefel von Italien und das Kupfervitriol anderer Herkunft viel billiger war als in Mühlbach. Daher wurde das ganze Werk vom Finanzministerium in Wien im Jahre 1864 aufgelassen, dem Todesjahr der meisten Bergwerke. Es gehörte nun der Geschichte an. Auch der Bahnbau und der große Kriegsbedarf 1916 bis 1918 vermochten es nicht mehr zum Leben zu erwecken. Von dem einst so blühenden Betrieb ist nichts mehr übrig. Von den elf Schwefelöfen auf der Kronau sind noch einige braune Halden, das Öfnerhaus und eine Mauer mit der Jahrzahl 1699 vorhanden.

Vor Auflassung des Werkes referierte der letzte Werksverwalter Lürzer von Zehendthal, dass 4390 Kubikklafter Derberze in der Grube anstehend sind, daher noch ein etwa zehnjähriger Betrieb gesichert sei. Trotzdem wurde vom k. k. Finanzministerium die Auflassung des Werkes verfügt (Technisches Zentralblatt für Berg- und Hüttenbau, Berlin 1909, 30).

Eine ganze Anzahl von Namen gehen in Mühlbach auf den Handel und Bergbau zurück: Verweserhaus (Forstverwaltung), Verwalterwirt, Fasser, Kasten (wo Getreide, Lebensmittel, Beleuchtungsmaterial, Kerzen und andere Bedarfsartikel aufbewahrt wurden), Schmölzhütte, Handelsschmied, Kohlhäusl, Vitriolmeisterhaus, Schwefelläutererhaus, Zimmerhütten, Öfner, Probiergaden, Pulverturm, Lendhäusl, Herrmühle, Vitriolhütte und andere.

Wenns und Bergwerke

Wenns ist ein alter Herrensitz. Schon das mächtige Steingebäude des Wennser Hofes mit seinen Gewölben lässt darauf schließen. Es wurde bisher als Sitz der Herren von Wenns angenommen. Neuerdings neigt man dazu, dieses Haus als Sitz der Bergwerks Verwaltung zu bezeichnen und das Stangerhaus als ursprünglichen Herrensitz der Wennser anzunehmen.

Ein Walther de Wense kommt schon 1229 vor (SUB. II, 840). Ulrich von Wens wird 1319 vom Salzburger Erzbischof zum Ritter geweiht. 1322 nimmt er an der unglücklichen Schlacht von Mühldorf teil und ist dabei jedenfalls mit den anderen Salzburger Rittern gefallen. Christian von Wens lebt 1370. Er ist mit Diemut vermählt und hatte zwei Söhne, Erasmus und Wilhelm. Er wird Pfleger zu Mittersill 1373 bis 1375. Seine Frau macht nach seinem Tode 1393 eine Speisweinstiftung nach Stuhlfelden. Der Zechmeister zu Stuhlfelden soll Wein kaufen, dass die in der Marterwochen zur Kommunion gehen, einen Speiswein bekommen (Doppl., Urkund. 168). Wilhelm, der Sohn, wird auch Pfleger in Mittersill, 1428. Das Geschlecht ist also zu hohem Ansehen gelangt. 1403 beteiligt sich Wenns am Igelbund. Michael, Georg von Wenns werden noch genannt. Dann ist es still um die Herren von Wenns.

Der Wennser Hof ist geblieben. Er wird früher eine größere Bedeutung beim Bergbau in Brenntal gehabt haben. Aber 1525 ist das Wennser Bachl „hergegangen" und hat das ganze Dorf, auch den Wennser Hof verschüttet, dass er bis an den ersten Stock im Letten stak. Man hat darnach allerhand bauen müssen. Der First trug die Jahreszahl 1558. Es sind alte Gewölbe im schwer gebauten Haus, das leider jetzt zur Ruine wird. Seine einstige Bedeutung zeigt in etwas der große Holzbezug an, der auf diesem Hofe liegt.

Vom ehemaligen Bergbau sind noch zwei Schutthalden im Dunkeltal zu sehen. Das Hüttenwerk stand einst oben in der Schleipfstatt, wo noch Mauerreste sichtbar sind: Auch Schlackenplätze gibt es in der Schleipfstatt.

Am Gamseck gab es auch einmal regen Bergbau. Da wurden Fahlerze und silberhaltiger Bleiglanz gewonnen. In der Peitingalm gibt es noch Ruinen von Berggebäuden, einer Bergschmiede und verfallene Stollen. Ebenso wurde im Reintal gearbeitet. Aber ein ungeheurer Bergsturz ist herabgebrochen und hat den Bau vollständig vernichtet. Die Sage erzählt von hundert Bergleuten, die da zugrunde gegangen, und von 70 Frauen, die Witwen geworden sind. Über dem ungeheuer ausgedehnten Trümmerfeld ist jetzt der Wald ausgebreitet, der nur äußerst mühsam zu durchschreiten ist. 1900 hat man Erzproben nach Wien geschickt zur Untersuchung. Die erste Probe ergab bei 100 kg Erz 112 Gramm Silber, 3,5 Gramm Gold, die zweite Probe ergab bei 100 kg Erz 325 Gramm Silber und wenig Gold. Der Stolleneingang war auf einem Platz, von dem man sieben Kirchen sehen konnte. Das ist Gamseck mit Peiting und Reintal.

Vom Widtkogel deuten mehrere Namen auf alten Bergbau, es gibt einen Arzboden auf der östlichen oberen Baumgrenze, einen Arzweg und ein Arzfeld bei Geisel, wo ein Schacht abgeteuft wurde.

Am Eingang ins Habachtal stand im Anger des Gasthauses zur Klause ein Hüttwerk mit Schmelzofen, wo die Erze vom Gamseck und Reintal verarbeitet wurden.

Durch einen großen Wassereinbruch sind 1803 wohl im Sigmundsstollen drei Bergleute, darunter der Hutmann Jakob Neumayr, ums Leben gekommen.

Die Erinnerung an den Bergbau in Wenns pflanzen noch verschiedene Hausnamen fort, als: Grubenhüter, Bergschmied, Hutmann, Knappenstube, Brenntalschmitten, Stanger (der das Gestäng für die Stollen macht), Opferung (vom Stollen Maria Opferung) usw.

Oberhalb der Karalm ist 1638 ein Stollen, darin bricht ein Erz, in gelben Schmilben eingesprengt, bisher ein Taggehäng (LA., Bergbau Mühlbach 1638).

Quelle: Josef Lahnsteiner, Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. Hollersbach 1965. S. 309 - 314.
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