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Der Bergbau in Häring, Tirol
von Rudof Sinwel

Vorbemerkung der Schriftleitung: Dieser letzte größere Aufsatz Rudolf Sinwels lässt dessen volksverbundene Art aufs beste in Erscheinung treten. Gründliche Kenntnis der Natur und Vergangenheit unserer Heimat verbindet sich mit liebender Sorge um die Zukunft eines von wirtschaftlicher Not bedrängten Gemeinwesens.

Von den Vorbergen des Kaisergebirges kommt dem in 1600 Meter Höhe gipfelnden aussichts-, höhlen, und sagenreichen Pölsen nebst seiner südlichen Fortsetzung, dem Peißelberge und ihrer Umgebung auch in wirtschaftlicher Beziehung hervorragende Bedeutung zu, vor allem als Grundlage und Schauplatz bergbaulicher Betriebsamkeit. Nach einer alten Volkssage steht der Pölsen auf drei goldenen Füßen und es sollen auch schon wiederholt Schürfungen auf Gold gemacht worden sein. Diese mussten bei dem geologischen Charakter der ganzen Gegend erfolglos bleiben. Gleichwohl sind der Pölsen und die von ihm beherrschte Landschaft reich an mineralischen Stoffen, aus denen sich drei hochgeschätzte Erzeugnisse gewinnen lassen: Steinkohle, Zement, Steinöl.

In der keilförmigen Bucht zwischen dem (südlichen) Pölsen und dem Peißelberg lag in dem als „Tertiär“ bezeichneten geologischen Zeitalter eine See- und Sumpflandschaft, deren stille Gewässer eine überaus reiche Tierwelt an Fischen, Schnecken und Muscheln barg, während an ihren Ufern in dem warmen Klima jener Zeit Palmenwälder rauschten und ein üppiges Wachstum von tropischen und subtropischen Pflanzen herrschte, die wir heute nur in Südafrika und Australien finden. Als die Gegend später vom Meer überflutet wurde, deckte dieses mit seinen Schlammablagerungen die frühere Tier- und Pflanzenwelt zu, verwandelte sie im Laufe von Jahrmillionen in Kohle und bituminösen (ölhaltigen) Kalk und baute darüber die mächtigen Mergelschichten auf, die heute die unerschöpfliche Grundlage der Zementgewinnung bilden. Da infolge der fortschreitenden Gebirgsfaltung sich der ganze Schichtenblock allmählich aufrichtete, verläuft das in der Hauptsache zwischen vortertiärem Buntsandstein und spättertiärem Mergelkalk eingebettete Kohlenflöz in einer Steigung von 30 bis 40°. Seine Mächtigkeit schwankt zwischen 1 und 10 Meter, wächst jedoch an einzelnen Stellen bis über 20 Meter an.

Die älteste Nachricht von dem Vorhandensein der Häringer Kohlenlager stammt aus dem Jahre 1558. Der in diesem Jahre entstandene „Tiroler Landreim“ enthält unter anderem folgende Verse:

Bei Kufstein ein Perg drinnen thuet.
Am Pelchen genannt, on (ohne) sonder Huet,
Gibt Kalch, darf (bedarf) keiner ferneren Gluet.

Es handelte sich dabei offenbar um einen jener nicht seltenen Erdbrände, die beim Zusammenwirken gewisser Umstände — Schwefelkiesgehalt, Luftzutritt, Gebirgsdruck — durch Selbstentzündung von Kohlenflözen zu entstehen pflegen. Damals wusste man diese auffallende Erscheinung dadurch nutzbar zu machen, dass man auf dem stark erwärmten Boden über der beständig rauchenden Brandstelle, wo es auch im strengsten und schneereichsten Winter immer aper blieb, Frühgemüse zog, mit dem man die landesfürstliche Hoftafel in Innsbruck belieferte. Obwohl das Kohlenflöz stellenweise völlig bloß lag und von Bachwasser umspült war, dauerte es doch noch zwei Jahrhunderte, bis man seinen Wert zu schätzen und ihn bergmännisch auszubeuten anfing. Die Feuerung mit Steinkohle kam in Europa ja überhaupt erst im 18. Jahrhundert auf und der große Holzreichtum des Landes ließ sie leicht vermissen.

Der eigentliche Beginn des Bergbaues ist nicht genau bekannt. Nach der Volkssage soll ein Kühhüter um das Jahr 1735 die erste Entdeckung der Häringer Steinkohle gemacht haben. Diese Zeit gibt auch Dalla Torre in seinem „Naturführer“ für den „unbekannten“ Beginn des Bergbaues an. Als sicher kann nur gelten, dass seit dem Jahre 1760 ein Bergknappe aus Brixlegg, Jakob Weindl, das Häringer Kohlenflöz zunächst auf eigene Faust als „Eigenlöhner“ abgebaut hat. Er soll aber schon ältere Stollen vorgefunden haben. Weindls Bemühungen gelang es, eine Gewerkschaft zusammenzubringen, an deren Spitze die Herren von Baldriani und von Wallpach standen. Die ersten Abbauversuche wurden im oberen Längauertal in 800 Meter Seehöhe gemacht. Als die Gewerkschaft infolge des Mangels an Absatz bald in Verlegenheit geriet, half ihr der damalige Salinendirektor von Hall, Josef von Menz, aus der Not, indem er in seinem Werke die Kohlenfeuerung einführte (1777) und so, da der Bedarf der Saline allein sich auf 50.000 Ztr. belief, den Bestand und den Aufschwung des Häringer Unternehmens sicherte. (Es entstanden nun in rascher Folge eine Anzahl von Stollen am Längauer Graben. Im Jahre 1781 kaufte das österr. Ärar das Häringer Bergwerk um 1250 Gulden an. Den „Finder“ Jakob Weindl entlohnte man mit 50 Stuck Dukaten, einer Unterschafferstelle mit 4 fl. Wochenlohn und einem Natural-Deputat von jährlich 26 Star Weizen, 39 Star Roggen und 234 Pfund Schmalz.

Entsprechend dem von oben nach unten fortschreitenden Abbau des Flözes wurden nun weitere Stollen angelegt, zuletzt (1792) der Barbarastollen. Alle die bisherigen Stollen liegen oberhalb und östlich vom Dorfe Häring. In der Höhe des Barbarastollens  (633 Meter) wurde 1799 mit dem Abteufen eines Schachtes begonnen, der die Erschließung der tiefer liegenden Kohlenlager dienen sollte und bis zur Eröffnung des Erbstollens in Kirchbichl im Jahre 1864 den einzigen Ein- und Ausgang und Förderungsweg des Bergwerks bildete.

Die geologischen Verhältnisse des Häringer Bergbaues

Die geologischen Verhältnisse des Häringer Bergbaues

Der Betrieb des staatlichen Bergbaues stand anfangs unmittelbar unter der Oberleitung des Salzoberamtes in Hall, wurde aber 1819 der „Berg- und Hammerschafferei“ in Kastengstatt (am Inn, gegenüber Angath) untergeordnet, wo die Umladung der Kohle von den bäuerlichen Landfuhrwerken auf die Innschiffe zum Transport nach Hall stattfand. Der jährliche Ertrag des Häringer Bergwerkes an Nutzkohle hielt sich in den ersten Jahrzehnten in bescheidenen Grenzen, hob sich aber unter der bayrischen Regierung, die dem Unternehmen besondere Aufmerksamkeit zuwandte, zum ersten Mal auf über 100.000 Ztr. Jahreserzeugung.

Die Art des Betriebes war allerdings in den ersten Jahrzehnten nichts weniger als rationell. Es war Raubbau in der Form des sogenannten ,,Pfeilerbaues“. Man begnügte sich mit dem Abbau der schönen Kohle und ließ die schlechtere, zugleich als Schutz gegen Deckeneinstürze, stehen. Dabei vernachlässigte man die „Versetzung“, d. h. die Ausfüllung der Kohlräume mit taubem Gestein und anderem Material. In den verlassenen Gruben häuften sich Kohlenabfälle und diese begünstigten den wiederholten Ausbruch von Bränden durch Selbstentzündung. Ein solcher im Jahre 1836 ausgebrochener Brand war nicht mehr zu bewältigen und hatte die Auflassung des ganzen Franziszi-Revieres zur Folge. Er wurde nur durch das Stehenlassen eines Riesenkohlenpfeilers in der Länge von 260 Metern und einer Tiefe von 10 Metern abgedämmt. Bald darauf wurden der Reihe nach auch alle anderen höher gelegenen Reviere wegen Erschöpfung aufgegeben, so dass nur mehr der Barbarastollen und die Gebiete von diesem abwärts bis zum Erbstollen im Betrieb blieben.

Einen wesentlichen Fortschritt im Häringer Kohlenbergbau bedeutete es, als man 1849 daran ging, einen neuen vom Oberhutmann Gottfried Unterberger, einem Zillertaler, entworfenen Abbauplan zu verwirklichen. Dieser sah die geregelte Anlage von Querbauten zur Erschließung des Flözes, einen etagenmäßigen terrassenförmigen Abbau mit fortschreitender streng durchgeführter Versetzung vor. Um die rationelle Führung des Betriebes hat sich der im Jahre 1872 zum Bergverwalter ernannte, 1902 gestorbene Andreas Mitterer besonders bemüht, der sich übrigens durch seine reichhaltige Sammlung von Häringer Versteinerungen, die heute das Ferdinandeum in Innsbruck verwahrt, ein wissenschaftlich wertvolles Denkmal hinterließ. Der Pfeilerbau behauptete sich bis zum Jahre 1910. An seine Stelle trat die viel bessere Abbaumethode des „Fallenden Scheibenbaues“, die sowohl einen reicheren Ertrag der Ausbeute ermöglichte, als auch die größte Sicherheit für die Arbeiter bot.

Im Jahre 1864 wurde nach mehr als zwanzigjähriger Bauzeit der 2663 Meter lange Fürst Lobkowitz-Erbstollen, benannt nach dem Fürsten August Longin von Lobkowitz, Präsident der Hofkammer im Münz- und Bergwesen, unter dessen persönlicher Teilnahme 1841 der Anschlag des Erbstollens erfolgt war, eröffnet, dessen Mundloch nahe dem Kirchbichler Bahnhof in 495 Meter Meereshöhe liegt. Er war dazu bestimmt, die Hauptlebensader des ganzen Bergwerkes zu werden, umsomehr, je mehr sich der Abbau in die Tiefe zog. Seit 1895 ist die Kohlengewinnung ober dem Erbstollenhorizonte beendet und fand nur mehr unterhalb desselben statt. Zu dem Behufe wurde von ihm aus ein senkrechter Förderschacht angelegt, der in die Tiefe führt und mit einem eigenen gemauerten Schachtgebäude für die Dampfkessel und die verschiedenen Förder- und Wasserhaltungs-Maschinen ausgestattet ist. Zuletzt war der Abbau bis in eine Tiefe von nahe an 500 Meter unter dem Inn vorgedrungen. Der Erbstollen zog mit der Zeit die gesamte Förderung von Kohle, Abraum, Baumaterial und Belegschaft an sich und damit zugleich die Wasserlosung und Wetterführung. Es kam ihm besonders zustatten, dass seine Inbetriebsetzung zeitlich sehr nahe an die Eröffnung der Eisenbahnlinie Kufstein — Innsbruck (1858) fiel, welche bald die Innschiffahrt ablöste und der Häringer Kohle den unmittelbaren Anschluss in der Station Kirchbichl ermöglichte. Die zeitraubenden und kostspieligen Landfrachten nach Kastengstatt fielen weg und am Kirchbichler Bahnhof entstanden eigene Gebäude für die Lagerung, Sortierung, Aufbereitung und Verladung der Häringer Kohle.

Profil der Grube Häring in der Richtung des Hauptstollens

Profil der Grube Häring in der Richtung des Hauptstollens

Die Verlegung des Bergbaues in die Tiefe unter den Innspiegel brachte für den Betrieb gewisse Vor- und Nachteile mit sich. Vorteilhaft war die leichtere Bewältigung von Bränden, wie sich namentlich im Jahre 1905 erwies. Damals wurde die im 2. Horizont brennende Grube ganz unter Wasser gesetzt und an Stelle des bisher herrschenden Hand- und Trockenversatzes der dichter abschließende und dauerhaftere Spül- oder Schwemmversatz eingeführt. achteilig waren die mit der wachsenden Tiefe sich steigernden Schwierigkeiten und Kosten der Wetterführung und Wasserhaltung, dieser zwei in jedem Grubenbau höchst wichtigen Einrichtungen. Unter Wetterführung versteht der Bergmann die geregelte Lüftung der Grube, teils zur Hintanhaltung zu hoher Temperaturen, teils zur Reinigung der Luft von schlagwettergefährlichen und gesundheitsschädlichen Gasen. Die Temperatur beträgt im Mittel 17 bis 19 Grad Celsius, kann jedoch an einzelnen Orten bis auf 30 Grad steigen, in welchem Falle die Schichten der Häuer von 8 auf 6 Stunden gekürzt werden. Der Abzug der schlechten Grubenluft wird, soweit er nicht auf natürliche Weise von selbst erfolgt, durch eigens dafür angelegte Schächte, durch Ventilatoren und sogenannte Exhaustoren (Luftsaugemaschinen) bewerkstelligt.

Große Ansprüche stellte in den Tiefenzonen die Wasserhaltung. Das bis zu 900 Minutenliter starke Eindringen des Innwassers erforderte ein umfangreiches, zweckmäßig kombiniertes Pumpwerk, durch dessen beständige, elektrisch betriebene Arbeit das Wasser in den Erbstollen emporgehoben wurde, von wo es in den Inn zurückgeleitet wurde.

Eine kräftige Förderung erfuhr der Häringer Bergbau durch das Aufblühen der Zementindustrie in seiner nächsten Nachbarschaft. Schon im oben erwähnten Tiroler Landreim von 1558 ist am Schluss der dort angeführten Stelle auf die Nutzbarmachung des naturgebrannten „Kalches" am Pölsen angespielt. Aber erst im Jahre 1836 wurde von dem schon erwähnten Gottfried Unterberger der Gehalt der Häringer Mergelschichten an hydraulischem Kalk entdeckt. Bald darauf, 1842, wurde vom Kufsteiner Franz Kink im nahen Weißachtale (Schwoich) die erste Romanzementfabrik errichtet und dieser folgten eine Anzahl gleichartiger Unternehmungen im engeren und weiteren Umkreis, darunter auch im Bereiche der Gemeinde Kirchbichl, so in Perlmoos und Gratten, in Kastengstatt und Bichlwang (Kirchbichl). Diese Werke bezogen den Bedarf an Kohle für ihre Brennöfen hauptsächlich aus Häring. Auch in Häring selbst dürfte damals begonnen worden sein, den Mergel zu brechen und auf Zement zu verarbeiten, und zwar im Lengauergraben, wo heute noch die Reste alter Brennöfen daran erinnern.

Aus dem dadurch gesteigerten Absatz erklärt sich der auffallende Anstieg der jährlichen Produktionsmenge der Häringer Kohle vom Ende der Sechzigerjahre an. In den Jahren 1870 bis 1900 bewegte sich die jährliche Erzeugung in der Durchschnittshöhe von 300.000 bis 400.000 Zentner, bei einer Belegschaft von 250 bis 300 Mann. Namentlich seit der im Jahre 1872 unter dem Namen „Perlmooser Zementfabriks-A.G.“ erfolgten Zusammenfassung der meisten in der Gegend von Kirchbichl-Häring bestehenden Zementwerke nahm nicht nur die Erzeugung von Zement und Kohle einen starken Aufschwung, sondern es trat auch ein enges Verhältnis zwischen den beiden Bergbaubetrieben ein. Die Perlmooser Gesellschaft baute ihre Kirchbichler Fabrik durch ansehnliche Bauanlagen zu ihrem Hauptwerk aus, das nicht nur die Kohle, sondern auch sein Rohmaterial, den Mergel, aus dem Häringer Bergwerk bezieht. Hier haben die Kirchbichler Zementwerke auf Grund eines Vertrages mit dem Aerar einen eigenen Bergbaubetrieb durch grubenmäßige Ausbeutung der Mergelschichten ins Leben gerufen. In 21 übereinander liegenden und durch einen Schrägaufzug verbundenen Stollen, zum Teile mit Benützung aufgelassener Kohlengruben, wird der Mergelstein gebrochen und mittels eines elektrisch betriebenen Bähnchens durch den 1882 angelegten Maximilianstollen in 630 Meter Seehöhe zur nahen Verladerampe gebracht, von wo eine Drahtseilschwebebahn das Rohmaterial zu den Brennöfen in Kirchbichl befördert. Der gebrannte Stein wird mittels einer elektrischen Kleinbahn nach den nahen Mühlen gebracht. Das hier erzeugte Mehl kommt zum Teil als einfacher, billiger Romanzement zum Versand, zum größeren Teile wird es jedoch auf dem Wege eines umständlichen Verfahrens zu hochwertigem Portlandzement verarbeitet. Dass der Kirchbichler Portlandzement sich wegen seiner hervorragenden Güte eines Weltrufes und weltweiter Verbreitung erfreut, verdankt er nicht zuletzt seinem vorzüglichen Rohmaterial aus dem Häringer Bergwerk.

Nachdem schon im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts zugleich mit der Zementindustrie auch das Häringer Bergwerk einen Rückgang zu verzeichnen gehabt hatte, kam mit dem Weltkrieg eine besonders böse Zeit dafür. Das Unternehmen blieb zwar während des ganzen Krieges im Betriebe, vermochte sich jedoch nur durch Kurzarbeit und Feierschichten über Wasser zu hatten. Und wenn es sich auch in den ersten Nachkriegsjahren rasch erholte, im Jahre 1921 einen Höchststand von 426.000 Meterzentnern Jahreserzeugung mit 441 Arbeitern und 35 Angestellten erreichte, so geriet es doch bald wieder in einen krisenhaften Zustand, aus dem es durch zwei Jahrzehnte nicht mehr herauskam. Die fortwährende Befürchtung einer baldigen Erschöpfung der Kohlenflöze, immer wiederkehrende Grubenbrände, starke Schwankungen im Absatz und die Gerüchte von Absichten des Aerars, das Bergwerk zu verkaufen oder gar aufzugeben, ließen die Gemüter der Knappen und aller am Werke interessierten Kreise nicht zur Ruhe kommen. Im Jahre 1924 war es so weit, dass der Bürgermeister von Häring sich veranlasst sah, sich mit einem bewegten Aufruf an die Öffentlichkeit zu wenden, in dem er bittere Klage führte über die gänzliche Verdrängung der Häringer Kohle durch Überschwemmung Tirols mit ausländischer, oft minderwertiger Kohle und die Bundes-, Landes- und Gemeindebehörden an ihre vaterländische Pflicht erinnerte, das heimische Unternehmen zu unterstützen und so dessen Arbeiter und ihre Familien sowie die Gemeinde Häring vor Hunger und Elend zu bewahren. In dieser kritischen Lage traf es das Werk um so schwerer, als im Juni 1926 ein besonders gefährliches Grubenfeuer ausbrach, indem ein seit langem abgedämmter Brand in äußerst bedrohlicher Art aufs neue um sich griff. Seine Bekämpfung gestaltete sich so schwierig, dass zeitweise der ganze Betrieb eingestellt werden musste und es den Anschein hatte, als ob der weitere Bestand des Unternehmens überhaupt in Frage gestellt sei. Nur durch Anspannung der äußersten Kräfte und dank der Tatkraft und Unerschrockenheit der Mannschaft konnte man schließlich durch Abdämmung, Abmauerung und Verschlammung des Brandes soweit Herr werden, dass der Großteil des Kohlenflözes gerettet wurde und der geregelte Abbau wieder fortgesetzt werden konnte. Allerdings war auf Monate die Erzeugung von den früher täglich 13 Waggons auf zwei Waggons in der Woche herabgesunken. Sie hob sich jedoch nach Erschließung neuer Kohlenflöze in der zweiten Hälfte der Dreißigerjahre wieder auf eine durchschnittliche Jahresleistung von rund 400.000 Meterzentnern oder täglich 12 bis 14 Waggons. Aber schon nahte das lange und bange geahnte Verhängnis: die völlige Auflassung des staatlichen Kohlenbergbaues. Am Ende des Jahres 1941 war es zum dauernden Stillstand gebracht. Die angeblich wegen zu geringer Rentabilität verfügte Maßnahme war für die breitere Öffentlichkeit keine geringe Überraschung und musste um so mehr peinliches Befremden hervorrufen, weil sie mitten im Kriege, zu einer Zeit, wo die nahverbundene Zementindustrie in wachsender Blüte stand, nach der Erschließung eines neuen, über vier Meter starken Flözes mit hervorragend gutem Material erfolgte. Überdies war sie für die davon betroffene Arbeiterschaft mit besonderen Karten verbunden. Wer nicht durch mindestens 25 Jahre ununterbrochenen Dienstes im Kohlenbergwerk pensionsberechtigt war und im staatlichen Dienstverbande bleiben wollte, musste sich mit seiner Versetzung in irgendeinen fremden Betrieb und nach einem weit entfernten Orte abfinden. Dies bedeute aber bei dem Umstände, dass die Häringer Knappen mit großer Liebe an ihrem Berufe dingen und ausschließlich der bodenständigen Bevölkerung angehörten und viele von ihnen durch ein bescheidenes Eigenheim an die Scholle gebunden sind, die bittere Wahl zwischen Verlust des Brotes oder Preisgabe des Berufes und der Heimat. Auch die Gemeinde Häring war durch die Stilllegung des Kohlenbergwerkes schwer getroffen, denn sie büßte nicht nur an Einwohnerzahl ein, sondern verlor auch ein Hauptelement ihres wirtschaftlichen und geselligen Lebens.

Die Häringer Bergknappen zeichneten sich immer durch Berufsfreudigkeit, Disziplin und Pflichteifer, durch kameradschaftlichen Geist und Unerschrockenheit aus und diesen Charaktereigenschaften ist es gewiss auch zuzuschreiben, dass die Chronik des Bergwerkes so wenig an schweren Betriebsunfällen zu verzeichnen hat. Diese beschränken sich auf seltene Einzelfälle von Verschüttungen und von Vergiftungen durch Grubengas. Eigentliche Schlagwetter, hier „Wildes Feuer“ genannt, kamen dank der vorzüglichen Wetterführungsanlagen schon längst nicht mehr vor und auch alle die vielen Grubenbrände verliefen ohne Verlust an Menschenleben.

Die kargen Löhne der Bergleute im Kohlenwerk stehen zwar in keinem Verhältnis zur gemeinnützigen Wichtigkeit, zur großen Beschwerlichkeit, Gesundheitsschädlichkeit und steten Lebensgefahr ihrer Arbeit — z. B. betrug im Jahre 1939 der reine Monatslohn eines im 20. Dienstjahre stehenden Knappen RM 176.-; dennoch ist ihre materielle Lage nicht schlecht zu nennen und die Leute sind im engen Rahmen ihrer bescheidenen Lebensansprüche und dank der glücklich-heiteren Gemütsart des Unterländers im allgemeinen zufrieden. Die meisten von ihnen — dies und das nachfolgende gilt auch von den Arbeitern der Perlmooser Werke — erfreuen sich in einer der Siedlungen, deren jeder der zwei Betriebe mehrere angelegt hat, einer billigen und freundlichen Wohnung in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus mit Gartenanteil und Gelegenheit zu Kleintierzucht oder sie sind Besitzer eigener, durch langjährige Sparsamkeit erworbener und oft selbst erbauter Häuschen mit dazu gehörigem Garten und Feldstücken, die ihnen zuweilen sogar das Halten von einer oder zwei Kühen gestatten. Muntere, lebfrische Kinder, Zeugen gesegneten Familienglückes, beleben in der Regel diese landschaftlich schön gelegenen, sauber gehaltenen, wohlbepflanzten und blumenreichen Wohnstätten. Der eigenartige Gegensatz, in dem diese traulichen Heime und häuslichen Idyllen zur nachtdüsteren, schmutzigen und gefahrvollen Grubenarbeit der Männer stehen, lassen erst recht begreifen, mit welcher Liebe diese Menschen an ihrer Heimat und gewöhnten Lebensform hängen.

Fast fühlt man sich versucht, von einem idealen Sozialzustande zu sprechen, der sich überaus vorteilhaft von dem typischen Bilde sonstiger Industrieorte abhebt. Umso lebhafter war es zu begrüßen, als im Sommer 1945 durch die Wiederbelebung des Kohlenbergwerkes die Gewähr für die Fortdauer dieses Zustandes gegeben wurde.

Diese Wiederbelebung des Häringer Kohlenbergbaues stützt sich auf drei Neuerungen in seinem Betriebe. Die wichtigste dieser Neuerungen besteht in der Wiederaufnahme des Abbaues in den einst aufgelassenen Revieren, um die hier noch stehenden Pfeiler von kohlenführendem Gestein auszubeuten. Durch die Anlage eines neuen Wetterdurchschlages in der Höhe des Franziskistollens wurde der gefährlichen Ansammlung von Kohlenoxydgas vorgebeugt und durch die Fortsetzung der zum Perlmooser Zementwerke gehörigen Drahtseilbahn nach oben der direkte, von Wetter und Jahreszeit unabhängige Abtransport der Kohle vom Franziskistollen nach Kirchbichl ermöglicht.

Ist dank dieser Maßnahmen der Fortbetrieb des Häringer Kohlenbergbaues auf eine Reihe von Jahren sichergestellt, so hängt seine weitere Zukunft davon ab, ob und in welchem Maße die Wiederaufnahme und Ausgestaltung des Grubenbetriebes unter dem Innstrome ratsam und möglich ist. In dieser Hinsicht gehen allerdings die Meinungen der Fachleute sehr stark auseinander. Es stehen sich Pessimisten und Optimisten schroff gegenüber. Jene verweisen einerseits auf die mit der zunehmenden Tiefe abnehmende Stärke und Güte des Kohlenflözes sowie auf die wachsende Kostspieligkeit des Betriebes, andererseits auf die Ergebnislosigkeit der in den Zwanzigerjahren im Umkreis von Häring vorgenommenen Bohrungen und stehen auf dem Standpunkte, dass in der Tiefe überhaupt nichts mehr zu holen sei. Hingegen berufen sich die anderen auf die schon erwähnte Erschließung eines hochwertigen Flözes in der untersten Zone und erklären, dass die seinerzeitigen Bohrungen nur über die Ausdehnung der Kohle in die Breite und Länge Aufschluss gaben, nicht aber über ihre Erstreckung in die Tiefe, wozu eine weitere Bohrung von etwa 1000 Metern nötig gewesen wäre, die jedoch trotz fachmännischen Antrages unterblieb. Sie behaupten, dass gerade in der bisher noch nickt erreichten Tiefe besonders ergiebige Kohlenlager zu vermuten seien. Im gleichen Sinne äußerten sich auch übereinstimmend alterfahrene Bergleute und namhafte Geologen, auch Rutengänger. Sollte ihre Ansicht richtig sein, so stünde der Häringer Kohlenbergbau noch vor der Möglichkeit einer schönen Zukunft von langer Dauer.

Im März 1946 tat sich die Knappenschaft als „Genossenschaft Kohlenbergbau Häring G. m. b. H.“ zusammen, in deren Eigentum das bis dahin staatliche Bergwerk überging. Nachdem somit die Arbeiterschaft selbst ihr Schicksal in die Hand genommen und bisher höchst anerkennenswerte Beweise von kluger Selbstverwaltung, Disziplin und Tatkraft erbracht hat, ist mit Bestimmtheit zu erwarten, dass nichts unversucht bleiben wird, die Lebensfähigkeit dieses Unternehmens zu erhalten.

Noch ein Wort über die chemische Zusammensetzung, den Nützungswert und die Gebrauchsverbreitung der Häringer Kohle. Sie gehört zu den ältesten Braunkohlenlagern. Nach ihrem für den Heizwert ausschlaggebenden Gehalt an Kohlenstoff von rund 50 bis 60 Prozent ist sie als Mittelqualität zu bezeichnen. Die weiteren Hauptbestandteile Asche und Schwefel schwanken nach den sehr ungleichen Angaben zwischen 3 und 20 Prozent bzw. zwischen 4 bis 7 Prozent, die Heizkraft zwischen 4800 und 6215 Kalorien; 250 bis 280 Kilogramm Häringer Kohle entsprechen an Brennwert einem Kubikmeter weiches Holz, Wenn sie auch für den Zimmerbrand wenig geeignet erscheint, so hat sie sich doch für andere Zwecke immer als vollwertig, ja manch auswärtiger Kohle als überlegen erwiesen.

In den Handel kommt die Häringer Braunkohle in verschiedenen Stückgrößen, Es besteht bei der Verladerampe am Kirchbichler Bahnhof ein eigenes Sortierungsgebäude, wo früher die Kohle im Trommelsystem nach 6 Korngrößen zerteilt wurde; heute begnügt man sich mit 2 Sorten: Der „Stückkohle“ mit über und der „Kleinkohle“ mit unter 40 Millimeter Stärke, jene für den Hausbrand, diese für den industriellen Verbrauch bestimmt.

Der Absatz der Häringer Kohle war immer fast ausschließlich auf Tirol beschränkt und ist es auch heute noch, und zwar findet sie hauptsächlich in allen größeren Werksanlagen von Innsbruck abwärts und zur Heizung von Wohn- und Geschäftsräumen in den Unterinntaler Bezirken Verwendung.

Die Zementindustrie hatte in der Kriegs- und Nachkriegszeit einen nicht minder harten Stand als der Kohlenbergbau. Nachdem die Perlmooser Werke schon während des ersten Weltkrieges zeitweise stillgestanden hatten, sahen sie sich in den Dreißigerjahren durch die ungünstige Geschäftslage genötigt, ihren ganzen Betrieb auf längere Dauer einzustellen. Erst in den letzten zwei Jahren des genannten Jahrzehntes trat eine so günstige Wendung ein, dass der Vollbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Seitdem ist auch der grubenmäßige Abbau im Häringer Bergwerk wieder in vollem Gange und die Hunte schweben ununterbrochen Tag und Nacht zwischen Häring und Kirchbichl hin und her. Die Befürchtung einer baldigen Erschöpfung ist bei der gewaltigen Mächtigkeit der Mergellager völlig ausgeschlossen.

Sehr vernachlässigt ist der dritte der mineralischen Schätze, die der Pölsen birgt: Der Ölschiefer. Dieses bituminöse (ölhaltige) Gestein, auch Fischstein oder volkstümlich Stinkstein genannt, ist in der ganzen Ausdehnung der Häringer Braunkohle, meist in dünnen, aber stellenweise auch in bis zu 20 Meter starken Schichten zwischen den Kohlenflözen (unten) und dem Mergel (oben) gelagert. Sein von vorweltlichen Tieren (Schnecken, Muscheln, Fischen) und Pflanzen herstammender Gehalt an Öl ist bedeutend. Im Durchschnitt auf 7 Prozent geschätzt, macht er doch großenteils mehr, bis zu 20 Prozent und darüber, aus *). Durch Destillation und chemische Behandlung lassen sich aus dem Schieferöl eine Reihe geschätzter Produkte gewinnen: Heiz- und Treibstoffe, Naphta, Teer, Paraffin, Wagenschmiere und Heilmittel. Umsomehr muss man sich wundern, dass das Häringer Vorkommen des Ölschiefers bisher so wenig Beachtung gefunden hat. Bis ans Ende des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts wurde er als „taubes", d. h. nutzloses Gestein behandelt und auf die Schutthalde geworfen. Erst als im Jahre 1920 die neuerstandenen Suchy-Werke in Schaftenau (Langkampfen) bei Kufstein durch Vertrag mit dem Aerar das Verwertungsrecht auf den im staatlichen Bergwerk gewonnenen Ölschiefer erworben und eine eigene „Schieferölindustrie Aktien-Gesellschaft" gegründet wurde, da schien die Zeit der unverdienten Missachtung dieses wertvollen Rohstoffes überwunden und seine volle Würdigung und Nutzbarmachung für immer gesichert. Im Jahre 1921 war bereits ein Jahresertrag von 160 Waggons Rohöl erzielt. Tatkräftig wurde auf eine großzügige Auswertung des neuerworbenen Nutzungsrechtes hingearbeitet. Schon war beim Ausgang des Barbarastollens eine Verladerampe errichtet, schon waren die Ständer für eine Drahtseilbahn zur Fabrik in Schaftenau aufgestellt, schon lagen die Trag- und Zugseile dafür auf der Strecke verteilt und harrten nur noch ihrer Aufmontierung — da stockte plötzlich das ganze unternehmen. Die Perlmooser Gesellschaft hatte gegen den Vertrag zwischen Ärar und Suchy-Werken Einspruch erhoben mit der Behauptung, dass der Ölschiefer seiner Natur nach nicht zur Kohle, sondern zum Mergel gehöre. Es kam zum Prozess, der sich durch zwei Jahre hinzog und schließlich damit endigte, dass der Ölschiefer als „Regal", d. h. dem staatlichen Hoheitsrechte vorbehalten erklärt, infolge dessen der Vertrag hinfällig wurde und die Suchy-Werke von ihrem Vorhaben abstehen mussten. Rampen und Seilbahnanlagen verschwanden wieder, die in Schaftenau bereits angesammelten Vorräte an Rohöl wurden einer Wiener Firma überlassen und die für deren Umarbeitung bestimmten Neuanlagen der Fabrik auf andere Zweige der chemischen Industrie umgestellt. Seitdem wandert der Häringer Ölschiefer wieder auf die Schutthalde, um dort ungenützt zu verwittern und zu verfaulen. Soll das wirklich immer so bleiben?

*) Bei meinem ersten Besuche im Häringer Bergwerk wurde mir vom dortigen Schiefer ein Bruchstück mit deutlichem Fischabdruck vorgezeigt, welches einen so hochgradigen Ölgehalt hatte, dass es, mit einem Zündhölzchen angezündet, einige Zeit wie eine Kerze selbständig weiterbrannte. Von einer ganz gleichen Probe ist auch im Hradil-Falserschen Buch „Die Ölschiefer in Tirol" berichtet.

Schon in dem 1930 erschienenen Buch, „Die Ölschiefer Tirols" von Dr. Hradil und Dr. Falser, sowie in späteren Veröffentlichungen des erstgenannten Verfassers wurde auf den hohen Grad von Nutzbarkeit des Häringer Ölschiefers sowie auf die außerordentlich günstigen Verhältnisse für dessen Ausbeutung und Verwertung hingewiesen.

Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass infolge der häufigen Grubenbrände auch große Teile des Ölschiefers verloren gingen oder an Ölgehalt erheblich einbüßten, doch ist kaum zu bezweifeln, dass die Hauptmasse des Schiefers ungeschädigt geblieben ist. Dazu kommt noch der wichtige Umstand, dass der Ölschiefer sich weit über den Vereich des Kohlenvorkommens hinaus erstreckt und der Brandwirkung völlig entrückte Lager von ansehnlicher Mächtigkeit aufweist, wie die Bohrung bei Häring (Schwoich) ergab. Die Ausbeutung auf Gewinnung von Schweröl und Benzin erscheint demnach durchaus lohnend, „Der Häringer Schiefer wäre in erster Linie berufen, im großen Stile Krack-Benzine zu liefern, da die Bringung und Aufbereitung wesentlich billiger sind als anderswo." (Kradil-Falser, „Die Ölschiefer Tirols", Seite 114).

Fraglich ist jedoch noch die Möglichkeit der Gewinnung von Heilmitteln, etwa von der Art des Seefeleder Ichthyols oder verwandter pharmazeutischer Präparate. Die chemischen Eigenschaften des von Häring stammenden Rohöls sind nämlich ungünstiger als die des Seefelder Öls. Namentlich sein großer Paraffingehalt und sein geringer Schwefelgehalt unterscheiden es zu seinem Nachteil von jenem. Es ist jedoch keineswegs ausgeschlossen, dass auch vom Häringer Öl sich Heilmittel von medizinisch schätzbarer Wirkung herstellen lassen. Darüber zu entscheiden ist Sache fachmännischer Untersuchung und Erprobung.

Wie sich auch die in die Zukunft des Bergbaues gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen sollten und den Häringern die Notwendigkeit einer Umstellung auf neue Lebensbedingungen nicht erspart bleiben sollte, so kommen ihnen doch zwei Umstände zustatten, auf die sie sich verlassen können: einerseits die Unerschöpflichkeit der Mergellager und die große Ausdehnungsfähigkeit der Zementindustrie, andererseits die glückliche landschaftliche Lage und Beschaffenheit mit allen Voraussetzungen und Möglichkeiten zur planmäßigen Verwertung und Ausgestaltung der Gegend zu Kurzwecken für Rheumaleidende, herz-, lungen- oder nervenschwache Personen. Wie immer die Dinge weiterhin sich entwickeln werden, es sollten die für Härings Schicksal verantwortlichen Stellen niemals außer acht lassen, dass es sich nicht nur um eine wirtschaftliche, technische und finanzielle, sondern auch, und das vor allein, um eine soziale Angelegenheit, handelt. Es geht um das Wohl oder Wehe eines gesunden Gemeinwesens, einer fleißigen und tüchtigen Bevölkerung, im besonderen um die Existenz und das Lebensglück einer berufsfreudigen, bodenständigen und heimattreuen Arbeiterschaft.

Quelle: Rudolf Sinwel, Der Bergbau in Häring, Tirol, in: Tiroler Heimatblätter, Monatshefte für Geschichte, Natur- und Volkskunde, 22. Jahrgang, Heft 9/12, September - Dezember 1947, S. 131 - 138.
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