SAGEN.at >> Dokumentation >> Andreas Hofer 1767 - 1810 >> Tirols Erhebung im Jahre 1809, Josef Hirn

   
 
  770 - Hofers Unterwerfung
 

 

Haufen, die noch immer auf die Franzosen in Bozen loszugehen bereit waren, 1) sich zu trennen.

Einzelnen von Hofers Vertrauten hatte Danei vor dem Abgang noch besonders das Wort abgenommen, nicht länger in Sterzing zu bleiben. Sie hielten es. Purtscher suchte schnell seine Heimat Schlanders auf; Sweth, von Hofer noch mit notwendigen Kleidern ausgestattet, schlug sich nach Sarntal. Sieberer, vom Sandwirt mit der speziellen Friedensmission an die Inntaler betraut, fuhr alsogleich nach Innsbruck. Ihm träumte wohl nicht, dass ihn dieser Weg einer Kette von Abenteuern zuführe, welche die Gefahren seines bisher schon bewegten Lebens völlig in Schatten stellten. Auch die Oberinntaler, wie Kuen und Genossen, die eben noch bei Hofer kriegerische Weisungen hatten entgegennehmen wollen, gingen ruhig nach Hause. Hofers Friedensedikt wurde schnell verbreitet. Schon am 9. war Straub auf dem Voldererberge im Besitz desselben. Es heilte ihn von ferneren Illusionen. Wohl antworteten ihm bei dessen Verkündigung noch Wutausbrüche und Verwünschungen aus der Mitte seiner Streitscharen, aber dank seiner eifrigen Zusprache gewann die ruhige Überlegung die Oberhand, man ging auseinander. Nur Speckbacher konnte sich nicht in die Wendung finden. Nach einer Aussprache mit Straub 2) in unbelauschter Einsamkeit auf der Höhe von Windegg, von wo dieser seine arg verwüstete Wirtschaft in Hall aufzusuchen ging, verlegte sich Speckbacher auf eine unfruchtbare Insurgierungsarbeit, worauf bald die Achterklärung folgte, die ihn wie ein gehetztes Wild von einem Schlupfwinkel zum andern trieb.

Hofer verließ mit seinem Passeirer Stab Sterzing am 9., mit Flarer, Brunner, dem Oberdorner und wie sie heißen. Das letztemal sollte es sein, dass er den ihm so wohlbekannten Jaufenweg beschritt. Manche seiner Freunde, die ihn kannten, sahen ihn nicht gern diese Richtung einschlagen. Als sie einmal vom Bestande des Friedens überzeugt waren, hätten sie den Sandwirt seiner eigenen Sicherheit wegen am liebsten nach Österreich gehen sehen. Von dreien wurde, soweit uns bekannt, in diesem Sinne auf ihn einzuwirken gesucht. Als Türk, durch den Abgang der Friedensgesandtschaft zum Vizekönig bekehrt, sich am 3. November zur Rückkehr

1) Noch am 8. waren die zum Frieden mahnenden Pfleger in Tisens, Ulten (Pardatscher), Terlan (Call) und Schenna (Guggenberg) arretiert worden, am 9. wurden sie frei. Einige Kompagnien schickten noch reitende Boten zu Hofer. Als diese die Friedensbestätigung brachten, lösten sie sich auf, freilich unter Zeichen großer Entrüstung. Auch die von Vial geforderten Abgeordneten (Lichtenthurn, Trogmann und Anton Tappeiner, Qasserwirtssohn von Obermais) gingen noch am 9. nach Bozen. Mém. de Mais.
2) Am 12. Nov. Am 9. traf ihn Sieberer am Brenner „untröstlich". Sieberer redete da dem Speckbacher und dem ihn begleitenden Adjutanten Meixner zu, nach Hause zu gehen. Der Adjutant gehorchte, Speckbacher lehnte es ab. Sieberer a. a. O.

   
  Quelle: Josef Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809, Innsbruck 1909, S. 770
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
© digitale Version www.SAGEN.at, Wolfgang Morscher 2009.