SAGEN.at >> Dokumentation >> Andreas Hofer 1767 - 1810 >> Tirols Erhebung im Jahre 1809, Josef Hirn

   
 
  616 - Die Schlacht vom 13. August
 

 

den schon eine Menge Gefallener deckte, von allen Seiten bestreichend, hielten sie den Gegner auf halbem Wege auf und zwangen ihn, bei der Buch- und Schrofenhütte stehen zu bleiben. Ein anderes feindliches Detachement drängte Buchers Leute bei der Gallwiese zurück und befreite, die beim ersten Kampf dort zurückgelassenen Blessierten und Gefangenen.

Gleichzeitig mit dem Zentrum war Speckbacher in Aktion getreten. Sein Kampfplatz, von jenem Hofers durch die Sillschlucht geschieden, war diesmal beschränkter als im Mai. Denn an den Brückenstellen in Hall und Volders machte Rouyer keine ernstlichen Versuche zum Übergange. 1) Dort genügten einige Kompagnien unter Angerer zur Beobachtung des Gegners. Speckbacher war in früher Morgenstunde von Rinn aufgebrochen. Einen Teil seiner Mannschaft entsandte er von Aldrans gegen Ambras, mit dem andern näherte er sich dem Paschberg. Bei Lans stand Tschölls starke Reserve. Speckbachers Ziel war die Sillbrücke, die zum Iselberg leitet. Die bayrischen Vorposten vertreibend, stand er bald im Walde ober der Brücke. Diese begannen schon die Verwegensten unter den Seinigen anzulaufen, als ihnen von den Geschützen beim Bartholomäuskirchlein und vom Feuer aus den bei der Brücke gelegenen Häusern Einhalt getan wurde. Zugleich gingen die Bayern angriffsweise vor. Ihre Grenadiere erstiegen unter heftiger Beschießung von oben die erste Staffel das Paschberges und besetzten die dortigen Waldwege, namentlich das Doppelgebäude des Lemmenhofes. Der sollte noch an diesem Tage der heftigst umstrittene Punkt an dieser Seite werden. Vorläufig behaupteten ihn die Bayern. Weiter ostwärts kam es am Tummelplatz zu einem starken Raufen, wo Landstürmer mit ihren Morgensternen auf eine Kompagnie-Abteilung stiessen. 2) Aus dem nahen Walterhof ließen sich die Bayern nicht vertreiben, ebenso wenig aus dem Schlosse und Dorfe Ambras, das im Verlaufe des Schlachttages noch stärker besetzt wurde. Dagegen blieben die Bauern die Herren des Waldrandes, so oft auch versucht wurde, sie daraus zu verdrängen. Auf den allgemeinen Gang der Schlacht hatten die Einzelaffären in diesem südöstlichen Gefechtsfelde keinen bestimmenden Einfluss.

1) Ein Zettel Breuners (wahrscheinlich Breunig) aus Kleinvolderberg, 13. August spricht sogar von einem Kapitulationsantrag der Sachsen. (Cop. in A. A.) Dagegen fordert Speckbacher (Dat. Judenstein) von Tschöll je zwei Kompagnien an die Brücken von Hall und Volders „indem der Feind wirklich schon zu feuern angefangen." (ebend.)
2) Die Tradition verbindet namentlich mit diesem Gefecht einige Züge besonderer Körperkraft tirolischer Landstürmer. Maretich II, 187. Jos. Ladurner verzeichnet für 13. August bei Lans die schwere Verwundung des Hans Mitterhofer, Mair im Ort, zu Partschins, „eines tapferen und ausgezeichneten Schützen, dem nie ein Schuss gefehlt hat", durch eine Kanonenkugel.

   
  Quelle: Josef Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809, Innsbruck 1909, S. 616
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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