SAGEN.at >> Dokumentation >> Andreas Hofer 1767 - 1810 >> Tirols Erhebung im Jahre 1809, Josef Hirn

   
 
  513 - Seine Korrespondenz
 

 

bevollmächtigte, alles, was ihm geeignet erschien, anzuwenden, um die Leute des Innkreises, die nur gezwungen mittäten und eigentlich friedsam gesinnt wären, gegen Zusicherung voller Verzeihung zum Gehorsam zu bringen. 1) Seine ersten Schreiben ergingen an Männer im Oberinn- und Lechtal. Den Landrichter in Telfs begrüßte er also: „Sie sind ein ehrlicher Mann, ich bin es auch. Sie wollen das Glück des Vaterlandes, ich will es auch. Ich suchte für die durch Elementarschäden betroffenen Gemeinden Tirols wie Schwaz, Zirl und Inzing im vergangenen Jahre in Bayern zu sammeln. Ich war tätig für die Hebung des Salzverkehrs in Hall. Das Unglück des Landes geht mir zu Herzen. Sollen denn Tirol und Bayern unversöhnliche Feinde bleiben? Der König will alles tun für seine Untertanen, ich will ihm ihre Beschwerden vortragen. Von Österreich ist nichts mehr zu hoffen. Wahrscheinlich wird bald Friede werden. Ich bitte Sie, nehmen Sie die Vermittlung in Tirol in die Hand. Sprechen Sie mit den Chefs und helfen wir zusammen, dass im Lande Ruhe wird. Ich bitte um Antwort." 2) Ähnliche Briefe gingen in den nächsten Tagen an Teimer, Sieberer, Wintersteller, Dechant Wishofer in St. Johann, an die Kaufleute Oberhuber und Unterhuber und Advokat Kahler in Lienz, die Postmeister von Vintl, Bruneck, Lienz und Wörgl, an den Salinenbeamten Wallpach in Hall und andere. 3) Den einen versicherte er, er wünsche Österreich alles Gute, aber es sei im Sinken begriffen vor dem Kolosse Frankreich und könnte nur durch ein Wunder nochmals emporkommen. „Wäre Österreich von Tirol zu retten, so würde ich schweigen, aber ich sehe keine Rettung; also kommen wir zusammen und retten wir wenigstens Tirol." Einen andern, den er nicht persönlich kennt, der ihm aber als einsichtsvoll gerühmt war, lässt er wissen, dass die Franzosen eine neue Invasion gegen Tirol planen, dass aber der bayrische König nicht Tirols Zerstörung durch Armeen wolle. Der Adressat möge als Deputierter nach Salzburg kommen, um mit Utzschneider das Verhältnis des Landes zu Bayern zu vereinbaren. „Sie werden dadurch die Achtung der Menschheit und besonders der bayrischen Nation

1) Der König an den geheimen Finanzreferendar und Generalverwalter der Salinen Utzschneider, München, 15. Juni. M. St. Utzschneider hat wohl dem König selbst seinen Plan vorgetragen; er weilte, seine Grenzbereisung unterbrechend, am 14. Juni in München.
2) Utzschneider an Seb. Hecher, Benediktbeuren, 11. Juni. M. St. Dieser Brief war wegen der eifrigen Grenzwache der Bauern nicht nach Telfs zu bringen. Ein ähnlicher Brief vom 14. Juni an Hauptmann Dietrich in Lermoos.
3) An Teimer 20. Juni, Wintersteller und Wishofer 21., Wallpach 24., Schneider in Vorarlberg 27., an die Pustertaler Adressen 1. Juli. M. St. Der Brief an Oberhuber (Or.) in J. M. An Wallpach heißt es: „Sie werden belohnt werden. Ich sende Ihnen Einladungen an die Gemeinden im Inn- und Achental, machen Sie davon klugen Gebrauch. Sprechen Sie auch mit Herrn Holzlieferanten Hirn und allen Tirolern, denen es um den Frieden zu tun ist."

   
  Quelle: Josef Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809, Innsbruck 1909, S. 513
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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