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  Peter Wieland
 

von Rudolf Granichstaedten-Czerva

Peter WieIand, genannt Wastl-Meier, stammte aus Fassing bei St. Lorenzen im Pustertal, wo er 1753 geboren wurde, während er seinen Wohnsitz in Dietenheim hatte. Er war ein wohlhabender Bauer, übte in allen Fächern der „Kurpfuscherei" eine große Praxis aus, war — nach einem bayerischen Bericht — ein berühmter „Bauernkönig" und genoss das besondere Vertrauen seiner Landsleute („Vulgus profanum"), bei deren Verhandlungen er stets den Ton angab. Wieland wollte schon anfangs Jänner 1809 mit Andreas Hofer nach Wien reisen, wurde aber, da er sich wegen seiner unvorsichtigen Reden verdächtig machte, auf der Reise von Tirol nach Wien, schon in Sachsenburg, Oberkärnten, aufgespürt und musste umkehren. Im Februar 1809 begann Wieland im Pustertal für den Aufstand zu werben. Das Patent vom 8. April 1809 ernannte ihn für das Viertel Pustertal zum Mitglied eines für den 1. Mai 1809 nach Brixen einberufenen Bauernkongresses, der allerdings nie zusammengetreten ist. Am 10. April 1809 war Wieland einer der führenden Stürmer auf die sogenannte Bannbrücke bei St. Lorenzen.

Am 12. April besuchte ihn der österreichische General Feldmarschallleutnant von Chasteler in Bruneck nach „einer feierlichen Begrüßung" und am 18. April tritt Wieland sein Amt als Mitglied der Zentraldeputation in Brixen an. Am 20. Juli hatte Wieland — von Hofer entsandt — Audienz beim Kaiser Franz, der ihm versicherte, dass er Tirol auch nach vollendetem Waffenstillstand nicht abtreten werde. Auch Erzherzog Johann empfing Wieland in Papa (Stadt in Ungarn) und befahl ihm, die Schützenkompagnien in Tirol trotz des Waffenstillstandes „in Ordnung" zu halten. Mit diesen Weisungen kehrte Wieland nach Tirol zurück, erschien am 28. Juli in Lienz beim Intendanten Freiherrn von Hormayr als bäuerlicher „Botschafter" und meldete, Erzherzog Johann wünsche auch das Verbleiben des kaiserlichen Militärs in Tirol zur Unterstützung der Bauern im Kampf gegen die Feinde. Am 31. Juli überbrachte Wieland die Friedensbotschaft auch dem Leiter der Schutzdeputation in Bruneck, Landrichter Johann Georg Petzer. Am 5. August beruhigte er die über den Abzug des österreichischen Militärs erbosten Landstürmer, sodass General J. J. Buol ruhig abmarschieren konnte. Am 7. August 1809 sammelte Wieland, der inzwischen von Hofer zum Unterkommandanten in Brixen ernannt worden war, die Stürmer von Anras, Sillian und Innichen und warf sich unter dem Geläute der Sturmglocken auf Lienz. Der französische General Ruska ließ aber stürmen und in einer Stunde war Wieland mit seinen Getreuen besiegt.

Wir hören dann nichts mehr vom Wastl-Meier; vermutlich hat er sich nach dem Totentanze zurückgezogen in die Berge seiner Heimat, wie sein gotischer Namensvetter „Wieland der Schmied", der in den uralten Bergwerken von Gossensaß seine Werkstätte hatte.

   
  Quelle: Granichstaedten-Czerva Rudolf, Andreas Hofers alte Garde, Innsbruck 1932, S. 410 - 411.
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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