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  Das Jubiläum 1809 bis 1959 in Tirol
 

von Hans Kramer

Der Verfasser betont sofort, dass er der alten Tradition treu bleibt, nämlich einer Verehrung der Gestalt Andreas Hofers (bei manchen Irrtümern) und der Würdigung der Taten von 1809. Kein anderes Bergvolk hat sich so tapfer gegen den übermächtigen Feind erhoben, wenn man vom kurzen Aufstand der Schwyzer und Nidwaldner im Jahre 1798 und der Erhebung Spaniens ab 1808 (Spanien hat ja auch Gebirge) absieht. Nichts ist historisch falscher, als Hofer einen Partisanenhäuptling zu nennen, wie es geschehen ist. Die Tiroler bauten im Jahre 1809 auf einer seit 1511 bestehenden Landesverteidigungsorganisation auf (Scharfschützen, Miliz, später Schützen, Landsturm, die seit 1805, seit der Übernahme des Landes durch Bayern, doch intakt geblieben ist. Die Organisation hatte sich besonders in den Jahren 1796/1797 sehr bewährt *). Fast jedes größere Dorf und jeder Bezirk hatte seine eigene Truppe und keine zusammengewürfelten Partisanen, wenn möglich mit verschiedenen Weltanschauungen, die sich befehdeten.

*) Otto Stolz, Wehrverfassung u. Schützenwesen in Tirol, von den Anfängen bis 1918, 1960, S. 129.

An das große Jubiläum von 1909 haben sich die alten Tiroler gern erinnert. Es seien im Jahre 1959 im Festzuge in Innsbruck noch ungefähr 400 Männer mitmarschiert, die schon im Jahre 1909 mitgezogen waren. An das Jahr 1909 erinnerte man sich eben. Man beschloss im Jahre 1958, die 150-Jahr-Feier sehr festlich zu begehen, eigentlich ohne Rücksicht auf die Kosten, und das ganze Land buchstäblich von Kufstein bis zum Bozner Unterland und zum Überetsch mit einem zusammenhängenden Netz von Feiern zu überziehen, natürlich in verschiedenem Umfang.

Doch zuerst eine Erinnerung an die Feier von 1909, die vom Fest von 1959 (Feiern überall im Land herum) fast übertroffen wurde, obwohl die „kaiserliche Zeit" vorbei war. Es kam Kaiser Franz Josef I. selbst, der Kaiserjägeruniform trug, der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, Erzherzog Eugen und eine Reihe von hohen Persönlichkeiten. Der Höhepunkt war am 29. August 1909 in der Früh eine Feier am Bergisel und vor allem der Festzug, der vom Inn her über den Rennweg an der Hofburg vorbeizog, wo ein Kaiserpavillon errichtet worden war. Der berühmte Maler Albin Egger-Lienz hat den Vorgang (Vorbeimarsch der Kreuzgruppe, Kreuz von Josef Bachlechner) in einem Gemälde verewigt. Der Festzug bestand aus einer Reitergruppe mit den Fahnen der Städte und Märkte Tirols, vor allem aus Schützenkompanien und Musikkapellen, alle in ihrer eigenen Tracht, dazu die Schildhofbauern aus Passeier, aus Militärveteranen- und Reservistenkolonnen und aus Bergleuten der Tiroler Montanwerke. Die Angaben schwanken. Es seien zusammen 30.000 bis 33.000 Mann gewesen. Aus Deutschsüdtirol (man rechnete damals das heutige Osttirol hinzu), Gröden und Enneberg sind ungefähr 15.300 Mann gekommen. Aus dem Trentino, Fassa, Buchenstein und Ampezzo (also eigentlich ladinischen Gebieten) erschienen ungefähr 2500 Mann, wobei die kaisertreuen Trientiner Mut zeigten, denn sie wurden von den Irredentisten besonders in der Presse angegriffen und verspottet. Eine ganze Reihe von Tagesnummern der Trientiner Zeitungen musste deswegen beschlagnahmt werden. Eine große Anzahl von bedeutenden Südtiroler Männern (Abgeordnete, Bürgermeister, Vertreter des Klerus und des Adels usw.) ist nach Innsbruck gekommen. 37 bedeutende Trientiner Männer (Abgeordnete, der Bürgermeister von Trient Dr. Silli usw.) reisten nach Innsbruck; sie erschienen nur zum Teil bei der Feier am Bergisel und als Zuschauer des Festzuges, aber wohl zur Gänze bei der vornehmen Hoftafel in der Hofburg am Abend, wo der Kaiser mehrere von ihnen in italienisch ins Gespräch zog. Mit den anwesenden Vertretern Bayerns und Thüringens, der alten Feinde, verkehrte man natürlich in der herzlichsten Weise. Der Festzug dauerte drei Stunden. Der 79jährige Kaiser sah die gesamte Feier stehend an. Er rief mehrmals:

„Sehr brav, sehr schön!" Das Fest verlief glänzend. Es war für alle für lange Zeit eine sehr schöne Erinnerung. Kein Mensch dachte im Jahre 1909 an das große Unheil in nur 5, bzw. in 9 Jahren. Man fühlte sich selbstverständlich als eine Einheit zusammen mit den Ladinern, ja zum Teil sogar mit den Trientinern. Der berühmte bayerische Dichter Ludwig Thoma, der den Festzug sah, drückte in einem Brief an einen Freund seine übergroße Begeisterung aus *).

*) J. E. Bauer, Denkschrift der Tiroler Landes-Jahrhundertfeier in Innsbruck 1910. — Hans Kramer, Neues zur Geschichte der Tiroler Jahrhundertfeier von 1909 , Schlern 30. Bd., 1956, S. 55 ff. — Das wertvolle Buch von Benedikt Posch über die Feier von 1959 habe ich im Text zitiert.

Was das große Jubiläum von 1959 betrifft, so ist meine hauptsächliche Quelle das große und reich illustrierte Buch von Benedikt Posch, das die Tiroler Landesregierung und der Landesausschuss von Bozen im Jahre 1959 herausgegeben haben (1809 — Tirol — 1959). Weitere Literatur steht in der Bibliographie am Schluss dieses Aufsatzes.

Das Jahr 1809 ist zweifellos das berühmteste in der Geschichte Tirols. Sehr viele Ortschaften Südtirols sind Gedenkstätten an die damaligen Kämpfe. Andreas Hofer und eine Reihe von bekannten Anführern der Schützen (P. Joachim Haspinger, Peter Mayr, Peter Sigmair usw.) stammten aus Südtirol. Die Südtiroler stellten z. B. in den Bergisel-Schlachten die Elitetruppen (vor allem die Passeirer und Burggräfler).

Was wollte man mit dem Fest von 1959 zeigen? Es konnte vor allem die historische, geistige, seelische, gemütshafte und kulturelle Einheit des Landes betont werden (und zwar auch vor Italien). Gerade die Kämpfe von 1809 haben gezeigt, dass das Tiroler Volk die Freiheit liebt oder sie hart entbehrt (1805 — 1809). Ganz ausnahmsweise in Europa waren die bäuerlichen Landbezirke in den Tiroler Landständen vertreten. Österreich unter Franz I. schien den Tirolern mehr Freiheit in Aussicht zu stellen als das Bayern des unter Napoleon stehenden Rheinbundes. Die Tiroler haben ferner im Jahr 1809 genug bewiesen, dass sie gerade durch ihre alte Defensionsorganisation wehrhaft sind. Die Erhebung Tirols gehört wesentlich zum Krieg von 1809 dazu und ist ein Vorläufer der — in vielem — Volkskriege von 1813 bis 1814.

Die Tiroler sind ein gläubiges Volk gewesen. Den österreichischen Josefinismus haben sie bis 1790 zur Not ertragen, den bayerischen, fremden, viel gröberen nicht mehr. Sie haben sich gegen die bayerische Herrschaft wegen ihrer Angriffe gegen religiöse Einrichtungen und gegen den Klerus aufgelehnt. Gerade der Kampf um religiöse Einrichtungen und den alten Status der Kirche wurde im Jahre 1959 besonders betont, da Bischöfe und zahlreiche Geistliche (darunter der Landeskonservator Domdekan Dr. Karl Wolfsgruber in Brixen) bei Gedenkfeiern die Festrede hielten. Es war ferner eine Art Totenehrung; man gedachte der damals Gefallenen, Hingerichteten oder in französischer Gefangenschaft in der Fremde Verstorbener. Es war also eine Ehrung der Menschen und der Erde von damals. Immer wieder wurde von den Festrednern betont, dass die Tiroler trotz schwerer Niederlagen im Herbst und Winter 1809 und trotz der Unterdrückung der Erhebung „moralische Sieger" waren, die von der Welt bewundert wurden.

Die Feier war im guten Sinn bewusst konservativ. Unausgesprochen war sie gegen die Tendenz jener Italiener gerichtet, die immer sagen, dass von Süden her ein frischer Wind, bestehend aus modernen Ideen, in das in vielem patriarchalische Südtirol hineinwehen muss. Das moderne Italien ist im 19. Jahrhundert durch eine Reihe von antikonservativen Ideen entstanden, durch den extremen Liberalismus, z. T. durch das Freimaurertum. Gegen dies alles wehrt sich der Großteil des Südtiroler Volkes. Im Jahre 1959 herrschte auch noch der volle römische Zentralismus. In allen Reden, die damals, im Jahre 1959 in Südtirol gehalten wurden, war der deutliche Ruf nach mehr Rechten und nach mehr Freiheiten zu hören.

Die Italiener nahmen die Feiern mit süß-saurer Miene hin. Sie haben die Bergfeuer, die Feiern usw. meines Wissens nicht gestört oder gar verboten. Nur am 21. Februar 1960 schlugen italienische Polizisten auf harmlose Kirchenbesucher in Bozen ein, die vor dem Denkmal für Peter Mayr einen Kranz niederlegen wollten. Das brachte in den Schluss aller Feiern einen argen Misston hinein.

Die Feiern in Nord- und Osttirol, das früher ein Teil Südtirols war, können hier nicht aufgezählt und beschrieben werden. Ich will nur über die Feiern in ganz Südtirol im Jahre 1959 schreiben *). Die Faschisten hatten nach der Machtübernahme manche deutsche Gedenktafel entfernt oder zertrümmert. Diese Gedenktafeln konnten nun erneuert und geweiht werden. Hier und da konnte man an alte Denkmäler anknüpfen, die erhalten geblieben sind, wie an das Haspingerdenkmal in Klausen, an das große Hoferdenkmal in Meran, an den Obelisken beim Wirtshaus an der Mahr bei Brixen oder an das Sigmairdenkmal in Olang. Die Organisation der Feiern einerseits in Deutsch-Südtirol, andererseits in Nord- und Osttirol glich sich völlig. Nur sind die alten Denkmäler in Nord- und Osttirol natürlich erhalten geblieben. Einige Jahre später wurde das Hoferdenkmal auf dem Bergisel bei Innsbruck gesprengt, aber wieder völlig restauriert. Die Sache ist nie aufgeklärt worden.

*) Ich will niemanden durch Auslassung beleidigen. Es liegt nirgends eine Absicht vor. Wenn ich sämtliche Personen, die sich organisatorisch um die Feiern verdient gemacht haben, wenn ich sämtliche Festredner, Priester, Politiker, Bürgermeister, Anführer des Südtiroler Volkes, wenn ich gar den Inhalt der Festreden, wenn ich die Priester, die Feldmessen gelesen haben, aufzählen wollte, käme eine sehr lange Liste heraus. Es sei nur gesagt, dass sich alle Personen gerne zur Verfügung stellten. Darunter sind einige sehr verdienstvolle Persönlichkeiten, die heute noch für das Südtiroler Volk wirken. Es ist nur die selbstverständliche Raumersparnis und sonst nichts anderes.

Die leitenden Männer der Feiern waren der Landeshauptmann von Nord- und Osttirol Dr. Hans Tschiggfrey (aus Nauders beim Reschenpass stammend), der Südtiroler Landeshauptmann Dr.-Ing. Alois Pupp und der Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Silvius Magnago. Die Feiern bestanden aus Bergfeuern in der vorhergehenden Nacht, Feldmessen, Ansprachen der führenden Persönlichkeiten des Bezirkes oder von Pupp oder von Magnago, Darbietungen der Musikkapellen, Festzügen und Versammlungen auf dem Hauptplatz, vor einem neuen Denkmal oder einer Gedenktafel. Die Schützenkompanien und Musikkapellen boten in ihrer Originaltracht nach dem alten Brauch des Tales einen schönen Anblick. (Ich halte mich an die Angaben von Benedikt Posch. Sollte ich die Enthüllung einer Gedenktafel in einer Ortschaft nicht erwähnt haben, bitte ich um Entschuldigung).

Schlanders, ein neues Denkmal für Martin Teimer, neue Gedenktafel für Josef Danei.

Unsere L. Frau in Schnals.

Goldrain.

Kortsch, Gedenktafel für Franz Frischmann.

Meran, wohl die größte Feier in Südtirol, vor dem Andreas-Hofer-Denkmal am Bahnhof, die Feier des Burggrafenamtes. Über das Volksschauspiel vgl. unten.

Partschins.

Algund, Fresko, das Peter Thalguter darstellt.

In das Passeiertal kamen um den 15. Juli 1959 500 Steiermärker (Steirer) unter der Führung des in der Steiermark sehr populären Landeshauptmannes Josef Krainer. Erzherzog Johann, der Tirol so liebte, durfte ja auf Befehl der Wiener Regierung lange nicht nach Tirol kommen und er ist hierauf in erster Linie der „steirische Prinz" geworden und hat eine Steirerin aus dem Volk geheiratet. Er ist in Schenna begraben. Es kamen auch bayerische Frontkämpfer. Diese sowie die genannten Steirer gingen nach Schenna und nach St. Martin in Passeier.

Schenna, Kranzniederlegung im Mausoleum.

St. Leonhard in Passeier. Dort war vom 18. bis zum 22. November 1809 einer der letzten Kämpfe in Tirol, der mit einer Niederlage und der Kapitulation der Franzosen endete. Im Jahre 1959 Wiederherstellung des sogenannten „Franzosenfriedhofes", Aufstellung eines Porphyrsarkophages (mit finanzieller Unterstützung durch die französische Regierung) und eines hohen Kreuzes, Anwesenheit des französischen Generalkonsuls in Venedig, die Musikkapelle spielt sogar die „Marseillaise", gegen deren Geist die Tiroler im Jahre 1809 gekämpft haben. Die Geste der Versöhnung konnte nicht deutlicher sein.

St. Martin in Passeier.

Kaltern.

Tramin.

Kurtatsch. Gedenktafel für Josef Sdhweiggl.

Klausen, Feier vor dem schon bestehenden P.-Joachim-Haspinger-Denkmal.

Gasthof in der Mahr bei Brixen.

Brixen, Gedenktafel für drei zu Ende 1809 von den Feinden hingerichtete Tiroler am Domplatz, Festzug, der an den großen Festzug im Jahre 1901 in Brixen erinnerte.

Mauls, Gedenktafel für Georg Hatzl.

Sachsenklemme (bei Graßstein), Feier vor dem schon bestehenden Granitobelisken.

Sterzing, von früher her ein Tiroler Adler als Denkmal, nun eine Gedenktafel für die Gefallenen.

Bruneck.

St. Vigil.

Sand in Taufers.

Olang, Feier vor dem schon bestehenden Sigmairdenkmal.

Über die Festlichkeiten in Bozen bin ich nicht im Bilde. Ohne Bozen also zusammen 22 Ortschaften, in denen Feiern waren.

Ich erwähne nur, dass es, von Innsbruck abgesehen, in Nordtirol in 39 Ortschaften und in Osttirol in 10 Ortschaften gleiche Feiern wie in Südtirol gegeben hat. Sie verliefen ebenfalls gut.

Innsbruck war die Zentrale der Feiern. Ich kann aber selbst das, was hier organisiert wurde, nicht eingehend schildern, weil es zu viel wäre. Am Abend des 9. April 1959 wurden, so wie am Beginn der Erhebung von 1809, auf Anhöhen Kreidenfeuer angezündet.

Das Fest sollte die Katholiken des Landes zusammenführen, da man, wie erwähnt, darauf verweisen konnte, dass das Tiroler Volk im Jahre 1809 tief religiös gesinnt war und sich für die Erhaltung des alten Status der Kirche eingesetzt hatte. Es wurde vor allem auf den Beschluss der Tiroler Landstände am 1. Juni 1796 verwiesen, die einen Bund Tirols mit dem hl. Herzen Jesu gelobten. Das Gelöbnis wurde durch den Innsbrucker Bischof Dr. Paul Rusch im Rahmen eines Hochamtes am 7. Juni 1959 in der Innsbrucker Jesuitenkirche erneuert, ebenso an demselben Tage im Brixner Dom durch den Bischof Dr. Gargitter im Rahmen eines Hochamtes. Bischof Dr. Paul Rusch hat am 23. und 24. Mai 1959 einen großen Katholikentag unter dem Titel „Erbe und Auftrag" nach Innsbruck zusammengerufen. Er bestand u. a. aus einer Tagung katholischer Delegierter, einer Lichterprozession, einem Hochamt vor dem Innsbrucker Landestheater, zu dem 35.000 Gläubige gekommen sind. Das heute schon alte, berühmte Herz-Jesu-Lied von Ignaz Mitterer „Drum geloben wir aufs neue, Jesu Herz, Dir ewige Treue" erklang mit voller Begeisterung. Eine weitere Feier fand am 15. August, am Hohen-Frauen-Tag am Bergisel statt. Dieser Tag wurde zum künftigen Landesfeiertag erklärt. Das Gelöbnis von 1796 wurde bekräftigt. An der Nordseite des Kaiserjägermuseums wurde eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes ausgebaut, in der das von Hofrat Dr. Karl Böhm angelegte Tiroler Ehrenbuch mit den Namen der Gefallenen der Tiroler Freiheitskriege von 1796 bis 1813, des Ersten und des Zweiten Weltkrieges (hier auch die Bombenopfer Tirols und die Namen der aus politischen Gründen Hingerichteten) aufbewahrt werden sollte.

Vom 23. Mai bis zum 8. Juni fand im neuen Landeshauptschießstand bei Innsbruck ein Landesfest- und Freischießen statt, bei dem 4083 Schützen 600.000 Schuss abgaben. Die besten Schützen, die die höchsten Preise erhielten, waren die Südtiroler Peter Pitscheider und Stefan Torggler.

Die Tiroler Schützen waren für die Kosten einer Herz-Jesu-Glocke aufgekommen, die die größte in Österreich nach der „Pummerin" im Wiener Stephansdom ist. Sie wurde am 19. Juli 1959 geweiht und fand ihren Platz in einem Turm der Jesuitenkirche in Innsbruck.

Der Höhepunkt war der große Festzug in Innsbruck am 13. September 1959 bei strahlendem Wetter, der an Umfang und Dauer selbst den von 1909 übertraf, obwohl — nach den Umständen — nur zirka 3000 deutsche Südtiroler und sozusagen keine Trientiner gekommen waren. Das Schützenwesen in Nord- und Osttirol ist schon längst voll organisiert; es genießt alle Freiheiten der Demokratie in der Republik Österreich (ja selbst die französische Besatzungsmacht hat dem Nordtiroler Schützenwesen mehr Freiheit gelassen und es mit weniger Argwohn betrachtet als die Italiener in Südtirol).

Zwei Vorfälle trübten die Freude auf den Festzug. Der Landeskommandant der Nord- und Osttiroler Schützen, Hofrat Dr. Josef Schumacher, der seit Monaten in vorderster Reihe mit größtem Eifer das Fest vorbereitet hatte, erlitt leider gerade vor dem 13. September einen Herzanfall und konnte weder am Festzug teilnehmen noch ihn sehen. Der Landeskurat der Tiroler Schützen, Professor Dr. Franz Kolb, früher u. a. Geschichtsprofessor in Brixen, ist leider am 4. September 1959, knapp vor dem Festzug, gestorben, den er mit größter Begeisterung angesehen hätte *).

*) Der Landeskurat der Tiroler Schützen, Monsignore Professor Dr. Franz Kolb, der Verfasser eines großen Werkes über den Krieg 1796/1797 in Tirol (Innsbruck 1957) und vieler anderer Publikationen, lebte und webte sozusagen in der Erinnerung an die Freiheitskriege und in deren Verherrlichung. Vor dem Festzug, während des Jahres 1959, hat er sich durch viele Reisen, Festreden, Feldmessen im Freien und Abfassung neuer Publikationen buchstäblich „zu Tode gerackert". Ich erlebte es selbst, wie er, grippekrank, in der damals eiskalten Hofkirche in Innsbruck vor dem Hofergrab, schwer atmend, eine Festrede hielt.

Vor der Schilderung des Festzuges aber kurz etwas über die Südtiroler Schützen. Der Südtiroler Schützenbund wurde am 2. März 1958 in Bozen gegründet. Der Landeskommandant wurde der Landeshauptmann Dr.-Ing. Alois Pupp (ein Ladiner), der Bundesgeschäftsführer wurde August Pardatscher aus Kaltern. Es gab von früher her nur mehr 200 Schützen; von 40 historischen Schützenfahnen aus den Freiheitskriegen waren 30 verloren gegangen. So wurde das alte und doch neue Südtiroler Schützenwesen — natürlich unter schwereren Umständen — nach und nach aufgebaut, wobei die Kommandanten der Schützen von Nord- und Osttirol gern mit ihren Erfahrungen durch gute Ratschläge halfen.

Der Festzug begann in der Leopoldstraße von Innsbruck, ging durch zahlreiche Straßen der Alt- und „Neu"-Stadt und schließlich, wie im Jahre 1909, vom Inn her über den Rennweg an der Hofburg vorbei durch den Durchlass des Damenstifts zum Burggraben und weiter. Vor der Hofburg war ein Pavillon für die obersten Festgäste errichtet, darunter für den Bundespräsidenten Dr. Alois Schärf, u. a. auch für die Sütiroler Landeshauptmann Dr.-Ing. Alois Pupp und den Landtagspräsidenten Dr. Silvius Magnago. 7000 Zuseher fanden auf eigenen Tribünen Platz; alle Fenster der Häuser in den Straßen, durch die der Festzug ging, waren dicht besetzt; viele harrten aus und standen auf den Straßen; zusammen soll es 150.000 bis 200.000 Zuseher gegeben haben. Es seien insgesamt 25.860 Schützen, darunter zahlreiche Jungschützen, und Musikanten und 274 Blasmusikkapellen gewesen. Der Zug dauerte ungefähr von 11 Uhr bis 17 Uhr, also fast 6 Stunden. Um 12 Uhr, also um Mittag, erreichte er gerade die Hofburg.

Es wurden mitten im Zuge, immer mit Schützen und Musikkapellen dazwischen, große eindrucksvolle Stücke mitgetragen.

Eine Nachbildung der Erzfigur des Kaisers Maximilian I. in der Hofkirche, der das Landlibell, die Grundlage des späteren Schützenwesens, geschaffen hatte.

Eine riesige, in Eisen geschmiedete Dornenkrone sollte den Schmerz ganz Tirols über die Zerreißung des Landes im Jahre 1918 versinnbildlichen.

Eine Darstellung des von der Lanze durchbohrten hl. Herzens Jesu erinnerte an den Bund Tirols mit ihm vom 1. Juni 1796.

Der Säbel, den Andreas Hofer getragen hatte, und die Ehrenkette, die ihm Kaiser Franz I. während der Regentschaft in Innsbruck verliehen hatte.

Das große Bild eines Andreas-Hofer-Zwanzigers, einer Münze, die er als Geld hatte prägen lassen.

Ein großer Tiroler Adler in einem großen Strahlenkranze.

Das Abbild des Tiroler Adlers, den man an einem Portal der Zenoburg bei Meran sieht. Burggräfler Bauern haben ihn getragen.

Was die Marschkolonnen betrifft, so kamen zuerst die Osttiroler, aus einem Teil des Landes, der bekanntlich ein Stück unverfälschtes Tirol ist. Hierauf kam der größte Teil der Nordtiroler (im Gedenkjahr 1959 sind allein 21 Nordtiroler Schützenkompanien neu aufgestellt worden).

Und nun schreibt Benedikt Posch (S. 163):

„Seinen Höhepunkt erreichte der Festzug, als die 3000 Südtiroler, die schon während ihres Marsches durch die Stadt von den Zuschauermassen besonders begeistert und herzlich begrüßt wurden, mit klingendem Spiel zur Tribüne anmarschiert kamen (vor der Hofburg). Jubel brauste auf, wie man ihn wohl selten in der Landeshauptstadt gehört haben mag; die Zuschauer auf den Tribünen sprangen spontan von den Bänken auf; es war ein Winken und Klatschen und Rufen, eine unbeschreibliche Begeisterung, die mehr als alle Worte zeigte, dass in den Herzen der Tiroler das Land eins ist, dass keine Grenzen trennen, was zusammengehört, dass alle Tiroler aus dem Norden, Süden und Osten des Landes eine Familie bilden. Immer wieder brausten Rufe aus: „Südtirol, es lebe Südtirol, Freiheit für Südtirol"! Gar manchem standen die Tränen in den Augen, als er die Südtiroler ohne Waffen, mit ernsten Mienen, diszipliniert vorbeimarschieren sah."

Es ist wahr, die Südtiroler, kräftige Männer und Burschen, machten den besten Eindruck. Sie marschierten stramm, diszipliniert, ernst, stolz im guten Sinn des Wortes einher. Sie sind trotz aller Schicksalsschläge, die sie trafen (faschistische Herrschaft usw.) oder vielleicht gerade deswegen, wegen des Widerstandes, ein hervorragender Volksteil geblieben. Das Tragen von Waffen in Innsbruck war ihnen von den italienischen Behörden verboten worden und gerade diese Waffenlosigkeit war ein stummer Vorwurf und ein Hinweis auf die so verschiedene Lage, in der sich Nord- und Osttiroler und Südtiroler befinden.

Es kamen also die Kolonnen von Bozen und Umgebung, des Burggrafenamtes, des Vinschgaues, des Eisacktales, der Ladiner, die sich dem Deutschtum so verbunden fühlen, des Südtiroler Pustertales und schließlich der Passeirer, der engsten Landsleute von Andreas Hofer. Der Abschluss war die Stadtmusikkapelle von Sterzing. Das Wipptal reicht von Innsbruck bis Franzensfeste und so war es sinnvoll, dass sich nun die Schützen von Innsbruck-Land, also auch die des Silltales, zuerst die von Steinach anschlossen.

Es kamen Angehörige der alten österreichisch-ungarischen Armee, und zwar vor allem die Fahnen und Abordnungen der vier Tiroler Kaiserjäger und der drei Tiroler Kaiserschützenregimenter, die wesentlich zur Ruhmesgeschichte unseres Landes gehören. Die Schützen aus Vorarlberg und aus dem Land Salzburg konnte man kaum als „Gäste" bezeichnen, aber nun kamen die „Gäste", Schützen, Gebirgsschützen, Trommlerzüge, Musikkapellen usw., ich kann sie nicht aufzählen, größtenteils waren sie aus dem damals feindlichen, heute eng befreundeten Bayern gekommen; es seien zusammen 2000 gewesen. Aus Thüringen (Sachsenklemme), das in der [Anm. W.M.: ehemaligen] DDR liegt, ist meines Wissens niemand gekommen.

Ein guter Teil der Trachten, abgesehen von Gewändern, die man absichtlich in ihrem alten Zustand trug, und der Musikinstrumente waren neu und die Tiroler Landesregierung hat hier wohl finanziell nachgeholfen. Elf Kompanien aus Nord- und Osttirol sind stilgerecht neu eingekleidet worden. Im Buch von Posch (S. 189) ist ein alter Schütze aus San Lugano am Eingang ins Fleimstal in Tiroler Tracht zu sehen, der also in den Jahren 1909 und 1959 mitmarschiert war und österreichische Kriegsauszeichnungen trug.

Ich hebe die Ausstellung im Museum Ferdinandeum in Innsbruck hervor (Juni bis Oktober 1959), die der Landeskonservator Dr. Oswald Graf Trapp und der Direktor des Museums, Hof rat Dr. Erich Egg, organisiert haben; letzterer hat auch einen wertvollen Katalog hierzu verfasst. Über die im Jahre 1959 in Innsbruck stattfindenden Kongresse und Tagungen kann ich im allgemeinen hinweggehen (ich hebe nur den 5. österreichischen Historikertag in Innsbruck 1959 mit interessanten Vorträgen von einheimischen und auswärtigen Teilnehmern heraus). Das Land Tirol hat zu den Kongressen viele Mittel aufgebracht. Die Stiftungen und Hilfswerke, die anlässlich des Jahres 1959 inauguriert worden sind, kann ich nicht aufzählen. An bleibenden Bauten und Stiftungen erwähne ich (sie waren entweder im Jahre 1959 fertig gestellt oder es wurde der Grundstein gelegt oder sie hingen irgendwie mit der Ausnahmestellung des Jahres 1959 zusammen. Sie wurden zum Teil erst nach 1959 fertiggestellt):

Südtirol: Das Schülerheim des Kanonikus-Michael-Gamper-Werkes in Gries bei Bozen. — Ein Lehrlingsheim St. Josef in Bozen-Haslach. — Ein deutscher Kindergarten in Branzoll. — Ein SOS-Kinderdorf in Burgfrieden bei Brixen. — Die Renovierung der alten Kapelle beim Sandhof in Passeier.

Nordtirol: Die St.-Paulus-Gedächtniskirche im Pradler Saggen bei Innsbruck. — Die schon erwähnte Kapelle im Kaiserjägermuseum am Bergisel bei Innsbruck, in der das Tiroler Ehrenbuch aufbewahrt wird. — Ein neues Passionsspielhaus in Erl im Unterinntal. — Ein Volksbildungsheim am Grillhof bei Vill ober Innsbruck. — Eine Hauswirtschaftsschule in Gunglgrün bei Imst. — Vor allem die Wiederherstellung des alten maximilianisohen Zeughauses im Saggen bei Innsbruck, das nun den zweiten Teil der Exponate des Museums Ferdinandeum zeigt. — Eine Kapelle auf der Schlickeralm bei Fulpmes. — Eine Kapelle in Gnadenwald bei Hall, an der Geburtsstätte von Josef Speckbacher. — Eine sehr hübsche Kapelle beim Schupfen-Wirtshaus an der alten Brennerstraße, wo Hofer während der Bergisel-Schlachten sein Hauptquartier hatte. Von dort eilte er in gefährlichen Phasen an die Front am Bergisel.

An Veranstaltungen im Gebiet der Kultur nenne ich die Aufführung des Dramas „Andre Hofer" von Franz Kranewitter im Innsbrucker Stadttheater und die Wiederaufführung des Volksschauspieles des seinerzeit berühmten Karl Wolf, der ein guter Schriftsteller und der Organisator des Kultur- und Vergnügungslebens in der Kurstadt Meran in den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg gewesen ist, als es auf dem Höhepunkt stand. Diese Wiederaufführung war ein Ereignis. Das Land Südtirol unterstützte die Sache finanziell. Es wurde eine Freilichtbühne im Park des „Meraner Hofes" gebaut; es gab 43 Sprechrollen und rund 250 Mitwirkende: die Premiere (nach 1914) fand am 10. Mai 1959 statt; der Erfolg war groß; der Schwarzbauer Franz Staffler aus Lana als Andreas Hofer war sehr echt und gut; es kam zu 18 Aufführungen. Andere 1809-Dramen, die für das Jahr 1959 geschaffen und aufgeführt worden sind, hatten nur temporären Wert und haben heute nur literarhistorische Bedeutung. Ich kann hier nichts über neu geschaffene musikalische Kompositionen, über Ausstellungen (von der im Museum Ferdinandeum in Innsbruck abgesehen), über Vorträge (u. a. im Rundfunk) schreiben. Es war vielleicht gut, dass ein eigener neuer Andreas-Hofer-Film nicht zustande kam; viel später brachte das österreichische Fernsehen einen Andreas-Hofer-Film heraus, über den die Meinungen sehr geteilt waren. Die ganze Feier fand mit dem 150. Todestag Andreas Hofers am 20. Februar 1960 ihr Ende.

Ich will nicht philosophieren. Ich weiß nicht, ob heute diese Stimmung und diese Begeisterung noch aufzubringen wären. Die Feier von 1959, vor 20 Jahren, hat historischen Wert und deswegen sei sie hier in kürzerer Form dargestellt. Manche Südtiroler, die damals mittaten, werden sich aber doch gerne an jene Zeit erinnern.

Historische Literatur, die im Jahre 1959 und um dieses Jahr erschienen ist (die dichterischen Werke jeder Art werden ausgelassen):
Selbständige Werke: (Die Liste der Mitarbeiter kann nicht aufgezählt werden)
Buch von Benedikt Posch schon genannt.
Bergiselbuch, Innsbruck 1964.
Egg Erich, Katalog zur Ausstellung im Museum Ferdinandeum 1959.
Egg Erich — Pfaundler Wolfgang — Kramer Hans, 1809, ein Bildwerk, 1959.
Egg Erich — Pfaundler Wolfgang, Das große Tiroler Schützenbuch, 1976, S. 111 ff.
Gratscher Heinrich, Johann Graf v. Stachelburg 1778—1809, An der Etsch und im Gebirge, 19. Bd., 1959.
Hochenegg Hans, Bibliographie zur Geschichte des Tiroler Freiheitskampfes von 1809, Beihefte zur Tiroler Heimat, Tiroler Bibliographien, Heft 1, 1960.
Johann, Erzherzog, und Tirol, Schlern-Schriften 201, 1959, mit mehreren Beiträgen.
Kramer Hans, Rund um die Erhebung Tirols im Jahre 1809, An der Etsch und im Gebirge, 18. Bd., 1958.
Kramer Hans, Andreas Hofer, An der Etsch und im Gebirge, 9. Bd., damals 1959 4. Aufl., heute 12. Aufl.
Kriegsopfer- und Frontkämpferverband von Südtirol, Festschrift, 1959.
Kunzenmann Werner, Tirol, Erbe und Auftrag, 1959, mit mehreren Beiträgen.
Ladschreiben zum Festschießen in Innsbruck 1959, mit einem Beitrag von Franz Kolb.
Paulin Karl, Das Leben Andreas Hofers, 3. Aufl., 1959.
Paulin Karl, Andreas Hofers Leben, sein Kampf für Heimat und Freiheit, sein heldenhaftes Sterben, im Buch „Tirols Kampf um Freiheit und Recht", hgb. vom Landesausschuss in Bozen, 1959.
Schadelbauer Karl, Drei Befehlshefte des Innsbrucker Platzkommandos im Jahre 1809, Veröff. des Stadtarchives Innsbruck 16/1958.
Schadelbauer Karl, Die Berichte der „Innsbrucker Zeitung" von 1810 über das Department der oberen Etsch, Veröff. des Stadtarchives Innsbruck 1959.
Stolz Otto, Wehrverfassung und Schützenwesen vgl. in Anmerkung 1.
Tiefenthaler Meinrad — Benzer Arnulf, Vorarlberg 1809, der Kampf um Freiheit und Selbständigkeit, 1959.
Wiesflecker Hermann, Erzherzog Johann, 1959.
Wolkersdorf (Niederesterreich, in diesem Gerichtsbezirk war Haspinger nach 1809 Seelsorger in 2 Dörfern) 1959, von Johann Galler.
Wurzer Bernhard, Tirols Heldenzeit vor 150 Jahren, 1959.
Darstellungen und Forschungen in Jahrgängen von Zeitschriften und in Sondernummern von Zeitungen (Wegen Raumersparnis kann ich die sehr große Liste der Mitarbeiter nicht bringen) 1959: (59 = 1959)
Südtirol: Schlern, 33. Jg., 1959. — Dolomiten, 9. IV. 59. — Südtiroler Heimatbuch, 2. Aufl., 1958, S. 62 ff. — Südtirol in Wort und Bild, 3. Jg., Heft 1, Febr. 59. Innsbruck: Tiroler Heimat, 22. Bd., 1958, vor allem 23. Bd., 59, 24. Bd., 1960. — Tiroler Heimatblätter, 34. Jg., 59, Heft 4—6, 35. Jg., 1960, Heft 1—3. — „Tyrol", Tiroler Landesfeier, offizielle Festschrift, Sondernummer der Zeitschrift „Tyrol". — Veröff. des Verbandes öst. Geschichtsvereine 13, 5. öst. Historikertag in Innsbruck, 1960. — Tiroler Tageszeitung, 15. VIII. 59. — Tiroler Nachrichten, 20. II. 59. — Tiroler Bauernzeitung, 10. IX. 59. — Volksbote, 28. III. 59.
Lienz: Osttiroler Heimatblätter, 27. Jg., 59.
Wien (und Salzburg): Berichte und Informationen (Salzburg), 14. Jg., Heft 658, 5. 13, 59. — Österreich in Geschichte und Literatur, 3. Jg., Heft 2, 59. — Adler, Sept.- Okt. 59, S. 00 f. — Donauraum, 5. Jg., 1. Heft 1960. — Furche, 15. VIII. 59. — Exekutive, 12. Jg., 10. X. 59.
Nur eine Nummer der italienischen Literatur: Antonio Zieger, Andrea Hofer, Ricordi dell'insurrezione del 1809, Archivio per l'Alto Adige, 54. Jg., 1960, und extra in Quaderni di attualità Atesine 5, Florenz 1960.
Von der Universität Innsbruck wirkten die Professoren und Dozenten Anton und Fridolin Dörrer, Oswald v. Gschliesser, Franz Huter (u. a. Darstellung der Ereignisse von 1809 als Einleitung in mehreren Bänden, über Geistlichkeit und Adel 1809), Hans Kramer und Fritz Steinegger durch Forschungen und Darstellungen mit.
Der alte 1809-Forscher Rudolf v. Granichstaedten-Czerva schrieb eine große Menge von Zeitungsartikeln.
Ich verweise auf die wertvollen Aufsätze von Viktor Schemfil, Das Tiroler Korps im Kriege 1809 (die regulären Österreich. Truppen) (Tiroler Heimat, 23. Bd., 1959, S. 45 ff.) und von Werner Kunzenmann, Südtirol, einmal anders gesehen, in Tirol, Erbe und Auftrag, S. 50.
Weitere viel schaffende Historiker über Tirol 1809 waren Erich Egg, Franz Kolb und Karl Paulin.
Schließlich sei auf das früher erschienene Buch von Hans Kramer, Die Gefallenen Tirols 1796 — 1813, Schlern-Schriften 47, 1940 (Listen aus Archivalien) verwiesen.

   
  Quelle: Hans Kramer, Das Jubiläum 1809 bis 1959 in Tirol, in: Der Schlern, Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, 53. Jahrgang, 1979, S. 280 - 287.
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
© digitale Version www.SAGEN.at, Wolfgang Morscher 2009.