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  Josef Zöggele
 

von Rudolf Granichstaedten-Czerva

Ein Kämpe aus dem Ruhmesjahr 1809 war Zöggele (Zöggeler). Der Name kommt wohl von Zoegg, das ist Zu Egg, ein früher in St. Leonhard im Passeier öfters vorkommender Hofname; es gibt auch einen Zöggelerhof bei Graun (Gemeinde Kurtatsch). Josef Franz ZöggeIe stammte aus der Fraktion Aberstückl der Gemeinde Sarntal im gleichnamigen Tal; er war Kommandant der Sarntaler Sturmkompagnie und befand sich am 24. Mai 1809 mit seiner Kompagnie unter den Mannschaften Andreas Hofers. In Matrei war der Sammelpunkt der ganzen Bauernscharen. Am Nordende des Ortes, dort, wo sich die vom Passe kommende Straße in die Ellbögner- und Brennerstraße gabelt, ließ Hofer in den frühesten Morgenstunden des 25. Mai 1809 nebst anderen Kompagnien auch die in die Schlacht ziehende Mannschaft des Zöggele an sich vorbeidefilieren und wies den Truppen ihren Weg. Hierbei ergab sich folgende köstliche Situation. Beide Hände in seinen breiten Ledergurt gesteckt, erhob Andreas Hofer bald den einen, bald den anderen Fuß und deutete damit jeder heranziehenden Abteilung an, entweder die eine oder andere Straße zu ziehen, das heißt sich zum linken, beiziehungsweise rechten Flügel der Ausstellung zu begeben. „Ös geahts da außen!" sagte er zu Zöggele und wies ihm mit dem erhobenen rechten Fuß die Ellbögner Straße an. „Also werde ich die Avantgarde bilden?" fragte ihn einer. „Ös seids halt die Erschten!" erwiderte Hofer, das ihm unverständliche Fremdwort umgehend.

Zöggele nahm dann an der vierten Berg-Isel-Schlacht teil und wurde von Hormayr wegen seiner Tapferkeit belobt. Er kommandierte die bei Ambras als Reserven aufgestellten Sturmkompagnien des Sarntales. Am 28. September wird Zöggele mit den Zillertalern durch offene Ordre Andreas Hofers als PIatzkommandant nach St. Johann dirigiert mit dem Auftrag, dort für Munition und Lebensmittel zu sorgen. Am 23. Oktober, als Hofer schon Innsbruck verlassen und sein Standquartier in Steinach aufgeschlagen hatte, brachte ihm Zöggele, der als Hofers Vertrauensmann und Adjutant galt und sich immer sehr kampfbegeistert benahm, günstige Nachrichten über den Stand der Defension. Nach der letzten Berg-Isel-Schlacht (1. November) suchte Zöggele am 6. November noch im Zillertal, wohin er im Rücken der bayerischen Armee gelangt war, den Aufstand neuerlich zu entfachen, musste aber der Übermacht des feindlichen Militärs (Graf Minucci) weichen und flüchtete nach Tux. Damit verschwindet er auch vom Kriegsschauplatz. Wir wissen nur (gütige Mitteilung des Lehrers Franz Zöggeler in Lengmoos am Ritten vom 15. Dezember 1928), dass er mit Maria Groß vermählt war und den Beinamen „Ebner" hatte, dass er sich im Jänner 1813 versteckt am Ritten aufhielt und dass sein Sohn Franz Zöggeler am 15. April 1791 in Aberstückl geboren und dort am 27. November 1841 gestorben ist.

   
  Quelle: Granichstaedten-Czerva Rudolf, Andreas Hofers alte Garde, Innsbruck 1932, S. 416 - 417.
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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