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  Die Erinnerungen des Priesters Josef Daney
 

 

Einleitung zu den Erinnerungen des Priesters Josef Daney von Josef Steiner

Infolge des Preßburger Friedens, der am 26. Dezember 1805 zwischen Österreich einerseits und Napoleon und seinen Verbündeten andererseits abgeschlossen wurde, war ersteres gezwungen, das glaubens- und kaisertreue Tirol, das seit Jahrhunderten eine rührende Anhänglichkeit an das Haus Habsburg gezeigt hatte, an Baiern abzutreten. Anfangs Jänner 1806 wurde der Friedensschluss in Tirol allgemein bekannt. Im ganzen Lande herrschte tiefe Trauer. Am 1. Februar begab sich .im Deputation zum König nach München. Er empfing sie huldvollst und versicherte ihr, dass kein Jota an der Verfassung geändert werden solle.

Jedoch die Freude über diese Zusage sollte nicht lange währen, Die Tiroler Stände wurden aufgelöst, das Land „Südbaiern" genannt und in 3 Kreise (Inn-, Etsch- und Eisackkreis) geteilt, die Steuern wurden erhöht, religiöse Neuerungen vorgenommen. Die Beamten erlaubten sich die größte Willkür, die sie beim Volke allgemein verhasst machte. Die Mehrzahl der Tiroler betrachtete diese Neuerungen als Eingriffe in die teuersten Lebensinteressen und ergriff begierig die Gelegenheit, welche Österreichs Krieg mit Napoleon im Jahre 1809 zur Abwerfung der baierischen Herrschaft und zur Wiederangliederung an Österreich zu bieten schien. Tiroler Abgesandte wie Hofer, Huber und Nessing begaben sich nach Wien, um sich mit Erzherzog Johann wegen der Erhebung zu beraten. Nach ihrer Rückkehr wurden im Lande Vertraute geworben, die immer weitere Kreise ins Vertrauen zogen. Als dann anfangs April 1809 Bäche und Flüsse Blut und Sägespäne mit sich führten und am Abend überall die Kreidenfeuer aufflammten, da wusste ganz Tirol: Es ist Zeit! Jung und Alt, Bauer und Bürger, Geistlichkeit und Adel erhob sich, um gemeinsam das teure Vaterland vom drückenden Joche der Fremdherrschaft zu befreien. Dreimal wurde das Land vom Feinde gänzlich gesäubert — schließlich aber siegte die Übermacht. Jedoch die Erfolge des Tiroler Volkes rüttelten die Völker Europas aus ihrer Lethargie zu ernsten Taten auf, welche (wenn auch erst 1813 und 1815) zur endlichen Besiegung Napoleons führten.

Josef Daney wurde zu Schlanders im Vinschgau am 9. Mai 1782 geboren. Sein Vater war Seilermeister und für seinen Stand und für seine Gegend ziemlich wohlhabend. Er ließ den Knaben am Gymnasium zu Meran studieren. Präfekt P. Benedict Langes schrieb damals zur Charakteristik Daneys: „Was soll aus diesem Knaben werden? Bald wurde er von seinen Angehörigen barbarisch, wütend gepeitscht, bald als das liebste Püppchen gehätschelt. Von Natur ein verschlagener, findiger Kopf". Nach Beendigung der Gymnasialkurse trat er in den Orden der Kapuziner, den er jedoch bald wieder verließ. Nach Vollendung der Philosophiestudien in Innsbruck begab er sich zum Studium der Theologie nach Rom, wo er am 26. Dezember 1805 zum Priester geweiht wurde. Hierauf erhielt er dort eine Anstellung als Katechet de convertendis, wobei er nebenbei eifrig bemüht war, österreichischen Kriegsgefangenen zur Flucht zu verhelfen. Er erwarb sich die Protektion des baierischen Bischofs und Gesandten Häffelin, durch den ei die Aussicht auf eine, von der Verleihung des baierischen Hofes abhängende Pfründe zu Loretto erhielt. Ende des Jahres 1806 ging er nach Schlanders zurück, wurde dort Kooperator, wo er sich nun als Seelsorger mal Prediger großen Beifall erwarb. In den Jahren 1807 und 1808 hielt er sich bei den Streitigkeiten seines Bischofes (von Chur) mit der baierischen Regierung wie beinahe alle Geistlichen Vinschgaus zur Partei des Bischofs. Durch eine Resolution vom 8. Juni 1807 wurde ihm die Kapellanie zu Loretto wirklich verliehen. Er trat die Stelle aber nicht sogleich an; darum wurden ihm zu Anfang des Jahres 1809 deren Einkünfte vorbehalten. Deshalb begab er sich Mitte Februar über Innsbruck nach München, musste aber unverrichteter Sache zurückkehren.

Von diesem Zeitpunkt ab beginnt die vorliegende Bearbeitung der Aufzeichnungen Daneys, welche sich bis m endgültigen Zerstückelung Tirols im Juni des Jahres 1810 fortsetzt. Sein Aufenthalt zu Innsbruck, seine Sorge für die Verwundeten und Sterbenden, sein Einschreiten für die Bevölkerung Innsbrucks gegen Plünderung von Seiten des Pöbels, seine Tätigkeit als Berater und Gesandter Hofers, sowie seine tätige Mitwirkung zur Beruhigung Vinschgaus sehen wir in den vorliegenden Memoiren. Von einer näheren Schilderung sei deshalb hier Abstand genommen.

Nachdem Daney seit 1810 durch mehrere Jahre in Schlanders wieder seelsorgerisch tätig war, kam er 1813 nach Innsbruck, wo er am 14. Dezember desselben Jahres bei der Verhaftung eines Tumultanten namens Empel persönlich mitwirkte und einige Wunden davontrug. Anfangs Jänner 1814 treffen wir Daney in Meran als Friedensprediger; er wurde aber dort mit anderen Friedliebenden verhaftet, nach Saltaus (in Passeier) abgeführt, jedoch bald wieder entlassen. Bald kam er wieder nach Innsbruck, begab sich aber von dort der Sicherheit wegen nach Salzburg. Längere Zeit nach der Übergabe Tirols an Österreich kehrte er über Vorarlberg in sein Vaterland zurück. Er war bei Zschokke in der Schweiz gewesen, um mit ihm wegen des Druckes seiner Aufzeichnungen über die Tiroler Insurrektion vom Jahre 1809 zu unterhandeln. Auf Befehl des Hofkommissars v. Roschmann wurde er arretiert, ihm das Manuskript abgenommen, er selbst in das Kapuzinerkloster zu Innsbruck gesteckt, aus dem er nach wenigen Wochen entlassen wurde; gleichzeitig erhielt er sein Manuskript zurück. Auf Zureden seiner Freunde trat er wieder als Kooperator in die Seelsorge ein, diente bei verschiedenen Pfarrern, anfangs immer zu ihrer Zufriedenheit, hielt aber nie lange aus, wurde einige Jahre später Hofmeister der Söhne des Präsidenten v. Peer, verließ 1823 auch diese Anstellung und errichtete nun zu Wilten ein Konvikt für Gymnasialschüler; dafür verwendete er den Rest seines Vermögens. Nach 2 oder 3 Jahren musste er dieses Institut aufgeben; er war nun vermögenslos, ja mit Schulden belastet. Gezwungen, wieder in die Seelsorge einzutreten, war er die letzte Zeit bei seinem Freunde Pfarrer Ladurner in St. Pauls bei Bozen, wo er am 19. Mai 1826 einem Brustleiden erlag. Über seinen Nachlass musste der Konkurs eröffnet werden.

Daney war von mittlerer fester Statur, mit blassem, stark markiertem Gesicht, scharfem, durchdringendem Blick, kleinem, feingeschnittenem Mund und einer Habichtsnase. Bei vorzüglichen Geisteskräften besaß er viele wissenschaftliche Bildung, auch die volle Kenntnis der italienischen Sprache. Besonders berühmt war er wegen seiner Beredsamkeit. Die Rede floss ihm wie ein Strom vom Munde. Dabei fehlte es ihm nicht an Mut und Entschlossenheit; aber auch nicht an Glanzsucht und Ehrgeiz. Stets bemüht, seine Ansicht geltend zu machen - schreibt Staffler -, mengte er sich gar zu gerne in alles, und immer wollte er eine Rolle spielen, obgleich sehr oft nicht dazu berufen. Die Richtung seines Wollens war bei all diesem Treiben, selbst bei dem Schwanken seines Charakters, gut, und Daneys Rechtschaffenheit konnte nur von seinen Feinden angefochten werden.

Mit diesem Zweifel über Daneys Rechtschaffenheit zielte Staffier wohl auf die Anschuldigung hin, als hätte Daney den Andreas Hofer verraten. Dieses Gerücht erhielt sich bei einzelnen ziemlich lange und hat auf den ersten Anschein auch etwas Bestechendes für sich. Von einer Sendung zum Vizekönig Eugen nach Villach zurückgekehrt, trat Daney eifrig für Frieden und Unterwerfung ein und wusste selbst Hofer hierfür zu gewinnen. Mit dem französischen General Baraguay d'Hilliers trat Daney in freundschaftliche Verbindung, um namentlich seine engeren Landsleute vor Bestrafung und Kontribution zu retten. Hofer aber, von gemeinem Gesindel überredet, griff neuerdings zu den Waffen, ließ Daney verhaften und nach St. Martin i. P. abführen, um ihn gemeinsam mit seinem Freunde Major Sieberer zu füsilieren; nur das Dazwischenkommen einer französischen Brigade rettete beide vom sichern Verderben.

Halten wir jedoch dagegen, dass Daney erwiesenermaßen wiederholt bei dem genannten französischen General Schritte für eine Amnestie Hofers unternahm, dass Daney vor Gefangennahme desselben schon längere Zeit in dem entfernten Vinschgau weilte, dass er nach Einlieferung Hofers allsogleich nach Bozen eilte, um eine nochmalige Rettung zu erwirken, endlich — abgesehen von dem Zeugnisse des Baraguay d'Hilliers, dass Daney an dem Verrate Hofers nicht beteiligt sei —, dass kein einziger rechtlicher Zeitgenosse Daney als Verräter hinstellte: so kann man doch mit Fug und Recht diese Anschuldigung als lügenhaft und böswillig erfundene Verleumdung zurückweisen.

Die Aufzeichnungen Daneys sind historisch fast durchweg richtig. Sie haben den besonderen Vorzug, dass sie nahezu unmittelbar nach dem Jahre 1809 entstanden sind und somit den Eindruck, welchen der Tiroler Aufstand und dessen Ergebnis auf die Zeitgenossen machte, frisch wiederspiegeln. Bezüglich der Richtigkeit der Memoiren Daneys schrieb Math. Purtscher, der Adjutant und die eigentliche Schreibkraft Hofers, unter dem 16. Mai 1836 — wahrscheinlich auf Bitten um Mitteilungen über das Jahr 1809 — an den Gubernialrat Rapp 1): „Das beste wäre, wenn man die Schriften vom Geistlichen Daney bekäme, der hat die ganze Geschichte am richtigsten niedergeschrieben, und alles mit einigen 100 Originalien belegt. Ich habe sie gelesen und staunte wirklich, wie ich so viele

1) Das Originalschreiben befindet sich im Museum Ferdinandeum zu Innsbruck unter F. B. 1651. Beilagen zu Rapp, 4. Periode, n. 85.

Originale, besonders von meiner Hand sah — es war mir völlig unbegreiflich, wie er dazu gekommen ..."

Diese Originale blieben, soweit sie bereits anderswo abgedruckt sind, bei der vorliegenden Bearbeitung fort, da für den Leser so viele Proklamationen usw. nur störend gewirkt hätten. In den Anmerkungen ist auf den betreffenden Abdruck hingewiesen. Im Übrigen ist der Text zur größeren Übersichtlichkeit über jedem Briefe mit einer kurzen Inhaltsangabe versehen worden. Kürzungen wurden nur an wenigen Stellen vorgenommen, wo Daney gar zu sein in die Breite geht; namentlich ist eine Reihe um Proklamationen fortgeblieben, die schon anderweitig abgedruckt sind.

Daneys Aufzeichnungen selbst reichen eigentlich von 1807 – 1814; da jedoch die Jahre 1807 und 1808, sowie 1810 - 1814 nur ganz unvollständig behandelt sind, so wurden sie hier übergangen. Um seine Aufzeichnungen belebender zu gestalten, schrieb Daney dieselben in Briefform 12 Briefe. Er fingiert jedesmal die Antwort seines Freundes. — Das Manuskript kam nach Daneys Tode in den Besitz des Freiherrn v. Dipauli und gelangte nach dessen Ableben mit seiner übrigen wertvollen Bibliothek zur Aufstellung im Museum Ferdinandeum zu Innsbruck, wo es sich unter „Bibl. Dip. n. 1258" noch heute befindet.

Besonderen Wert besitzen Daneys Memoiren, weil außer ihnen nur spärliche Aufzeichnungen von Augenzeugen des Tiroler Freiheitskampfes vorhanden sind. Tatsächlich stellt Daneys Erzählung wohl die einzige zusammenhängende Schilderung eines Augenzeugen und Teilnehmers dieses hochinteressanten Ereignisses der Weltgeschichte dar.

Über Benehmen und Charakter Daneys ist so verschieden geschrieben und geurteilt worden, dass es sich wohl verlohnt, zum Schlusse diese Urteile zu hören, um sich ein klares Bild hiervon zu schaffen.

Am schlechtesten kommt Daney bei Hormayr weg. Fast sträubt sich die Feder zu schreiben, was Hormayr 2) in seiner Gehässigkeit gegen Daney der Welt glauben machen will:

„Daney, der sogar noch auf dem Berg Isel und zu Steinach gegen den zur Ruhe mahnenden Kapuziner verzweifelten Widerstand gepredigt und nichts als Josua, Gideon und die Makkabäer im Munde geführt hatte und wie Abraham ,mit seinem Häuflein dreihundert Könige zusammengeschlagen', wendete auf einmal den Mantel nach dem Wind, wurde jetzt (Mitte November), freilich, nachdem alle Zweifel an der Gewissheit des Friedens zum hellen Aberwitz geworden, nachdem der Vizekönig, der in Donay alsbald den Reineke Fuchs ausgewittert, auch die Wolfsnatur in ihm verspürt und die französischen Generale ihn mit Lob und Versprechungen gestopft hatten, auf einmal der eifrigste Agent der Franzosen zur Beruhigung des durch ihn noch vor wenig Tagen aufgewiegelten Volkes. — Die Rollen verwechselten sich so, dass der schwache Hofer den des heiligen Priesternamens unwürdigen Pfaffen, der sein Faktotum gewesen, ohne mindestes Bedenken, samt Sieberer, ohne Urteil und Recht niederschießen lassen wollte und Donay in schuldiger Dankbarkeit der Verräter wurde, der seinen Freund Hofer als Judas dem Verbrechertode überlieferte, der aber gerade dem ,Blut zeugen

2) Hormayr, Bd. 2, S. 503 ff.

von Passeyr‘ eine Unvergänglichkeit sicherte, die er im Leben nun und nimmer behauptet haben würde.

„Es war Ende Juni, dass der Sandwirt Hofer sich mit Hintansetzung manches ältern und würdigern Freundes und Vertrauten ganz dem Priester Joseph Donay von Schlanders hingab, einer ehrsüchtigen, eiteln, verworfenen Seele mit einer eigenen Gabe, immer lieber den krummen, als den geraden Weg zu gehen, auch wo es ihm keinen Nutzen brachte, nie die Wahrheit zu sagen, die einfachsten Gewebe zu verwirren und alles durcheinander zu hetzen. An Lebhaftigkeit, Gewandtheit und Keckheit, in volkstümlicher Beredsamkeit gebrach es ihm gar nicht, ebenso wenig an einer ledernen Stirn, wenn er auf der Lüge ertappt war. Der ehrliche Kapuziner Joachim Haspinger zog (trotz seiner wichtigen Waffenleistungen, deren Donay, der nur mit der Zunge focht, gar keine hatte) bei Hofer gegen ihn den Kürzern. Er war kühner, offener, roher als Donay, der es sehr gut verstand, schwache Seiten und schwache Augenblicke abzulauern, und dem Sandwirt schmeichelte gleich einer Amme . . ."

Auch das baierische Ministerium lässt an Daney kein gutes Haar 3): „Nach allen amtlichen Nachrichten sei Daney ein unruhig leidenschaftlicher und unverlässlicher Mensch, unmoralisch und irreligiös, alles Vertrauens bar; bald verleugne er seine priesterliche Würde, bald affektiere er kleinliche Gleißnerei und unbescheidenen Hochmut."

Giovanelli sagt von ihm: „Daney fraternisierte mit den Stadtherren, er meinte aber auch Einfluss auf das

3) Dies und die folgenden Urteile finden sich bei Hirn, S. 331, Anm.

Volk zu besitzen, weil er Priester und Vertrauter Hofers war und große Beredsamkeit hatte; aber er verdarb sich sein Spiel, weil er zu laut kritisierte und die Rolle eines Friedensvermittlers mit zu viel Anmaßung gab."

Ähnlich lautet das Urteil des Erzherzogs Johann: „Er war im Grunde ein verlässlicher, aber unbesonnener, leichtsinniger und eitler Mann, der durchaus eine Rolle spielen wollte, ohne dazu einen Beruf zu haben."

Stafflers Meinung wurde bereits früher angeführt.

Hirn schreibt: „Danei, außerordentlich redegewandt, hatte die Neigung, sich geltend zu machen, sich einzumischen, andere zu meistern. Dies und die Urteile, die er oft freimütig, ja unklug abgab, machten ihm wenig Freunde. Vertrauen fand er selten, ebenso selten hatte er Glück bei dem, was er in die Hände nahm."

Sehen wir von dem gehässigen Urteile Hormayrs, der, wie er selbst sagt, Daney nur zweimal flüchtig gesehen hatte, und dem des baierischen Ministeriums, das Daney wegen seiner franzosenfreundlichen Gesinnung wohl auch nicht objektiv beurteilte, ab, so ergibt sich aus den übrigen Urteilen, dass Daney im Grunde ein rechtschaffener Charakter war, der aber allzu gern sich hervortun, zu aufdringlich seiner Meinung Geltung verschaffen wollte, wodurch er sich oft lästig machte. Gewiss hätte er seinem Heimatlande viel größere Dienste erwiesen, wenn er manchmal mit mehr Überlegung vorgegangen wäre. Gerade Daney wäre der Mann gewesen, der Hofer nach dem Friedensschlusse dem verderblichen Einflusse des Gesindels hätte entziehen können, wenn er an seiner Seite geblieben wäre. Aber den unruhigen Mann trieb es ins Etschland, um dort, wie er glaubte, mit seiner Donnerstimme gleich Herr der Bewegung zu werden, während doch erst die rachgierigen Kolonnen der überall vorrückenden Franzosen und Baiern den neu entfachten Brand ersticken konnten. Immerhin hat er aber stets in ehrlicher Überzeugung und Absicht gehandelt und Tirol, und speziell sein Heimattal Vinschgau, das er vor Kontribution und Strafe rettete, zu Dank verpflichtet.

Innsbruck, Sommer 1909 Josef Steiner

Abkürzungen der zitierten Werke.

Hirn = Hirn, Jos.: Tirols Erhebung im Jahre 1809. Innsbruck 1909.
Rapp = Dr. Jos. Rapp: Tirol im Jahre 1809. Innsbruck 1852.
Hormayr = (anonym) Geschichte Andreas Hofers, Sandwirts aus Passeier usw. 2. Aufl. 2 Bde. Leipzig: F. A. Brockhaus, 1845.

   
  Quelle: Der Tiroler Volksaufstand des Jahres 1809, Erinnerungen des Priesters Josef Daney, Bearbeitet von Josef Steiner Innsbruck, Hamburg 1909
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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