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  Die Erinnerungen des Priesters Josef Daney
 

 

Antwort

Freund! Der Tagesbefehl des Generals von Wrede aus Ellmau beweist ja, dass beim Einfall der Baiern im Unterinntale manche Untat sei verübt worden. Pausingers Nachricht über die Gefangennehmung des Masséna war doch ein derber Aufschnitt und die Bestätigung des Generals von Buol beweist weniger als nichts. Ihre Verlegenheit zu Zirl war wirklich groß. Haben die 10 Bauern den Herrn Appellationsrat von Peer zu Plattel doch nicht misshandelt? Die schauerliche Beleuchtung von Schwaz und Vomp mag die Bürger von Hall und Innsbruck und besonders die Schutzdeputation ja in keinen unbedeutenden Schrecken und Jammer versetzt haben; in der damaligen Lage hätte die Schutzdeputation keine weiseren Maßregeln ergreifen können. Der Herzog von Danzig hat sich in seiner Meinung, Tirol erobert und beruhigt zu haben, gewaltig betrogen. Die Äußerung der beiden Schlanderser Bauern, den Freiherrn von Hormayr und Major Teimer betreffend, ist zwar empörend niederträchtig, aber doch auf der andern Seite von einem sehr politischen Gesichtspunkte aufzufassen und beweist, wie wenig man sich auf das Volk verlassen kann. Die 4 Herren Deputierten von Innsbruck mussten in keine kleine Verlegenheit geraten sein und zu München eine ebenso traurige als gefährliche Rolle spielen. So wenig ich eine Revolution zu sehen und unter einem empörten Volke zu leben wünschte, so sehr spannt doch Ihre Erzählung meine Neugierde. Säumen Sie ja nicht, recht bald wieder durch die Fortsetzung Ihrer Geschichte sich verbindlich zu machen

Ihren — —

   
  Quelle: Der Tiroler Volksaufstand des Jahres 1809, Erinnerungen des Priesters Josef Daney, Bearbeitet von Josef Steiner Innsbruck, Hamburg 1909
 

Rechtschreibung behutsam angepasst.
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